Solarpark auf der Halde Hirschbach
Aus ehemaliger Bergbaufläche wird ein Zukunftsstandort
Auf der Halde Hirschbach in Saarbrücken-Dudweiler entsteht ein neuer Zukunftsort des Nachbergbaus. Nach Sanierung und Rekultivierung wird die ehemalige bergbaulich geprägte Fläche heute für die Erzeugung erneuerbarer Energie genutzt. Das Projekt zeigt, wie aus Flächen der Vergangenheit neue Perspektiven für Umwelt, Region und Menschen entstehen. Zugleich steht Hirschbach beispielhaft dafür, wie die RAG ehemalige Bergbauflächen im Saarland verantwortungsvoll sichert, weiterentwickelt und für Zukunftsaufgaben nutzbar macht.
Die Projektfläche liegt am nördlichen Siedlungsrand von Dudweiler in Saarbrücken. Sie würde früher vor allem als Bergehalde und Absinkweiher geprägt. Seit 2021 wurde die Fläche saniert und anschließend für eine neue Nutzung vorbereitet. 2026 wurde der Bereich der PV-Anlage aus der Bergaufsicht entlassen.
Die PV-Anlage Hirschbach
Auf rund 80.000 Quadratmetern entsteht eine Freiflächen-Photovoltaikanlage mit einer installierten Leistung von 11,7 Megawatt Peak (MWp). Insgesamt werden 18.792 Solarmodule mit einer Einzelleistung von 620 Watt installiert. Der erwartete Anfangsertrag liegt bei circa 11.200 Megawattstunden (MWh) pro Jahr.
Die Module sind in Ost-West-Ausrichtung mit 21 Grad Neigung geplant. So wird die Stromproduktion über den Tag verteilt und besser an Verbrauchszeiten angepasst.
Die Anlage ist als Off-Site-Anlage ausgelegt. Der erzeugte Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist und bilanziell für den Energiebedarf der RAG genutzt.
Beitrag zur Nachhaltigkeitsstrategie der RAG
Mit dem Solarpark auf der Halde Hirschbach setzt die RAG ihre Strategie fort, ehemalige Bergbauflächen für Zukunftsaufgaben nutzbar zu machen. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist ein wesentlicher Bestandteil der Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens. Als Unternehmen, das dauerhaft Verantwortung für die Nachbergbauaufgaben trägt, verfolgt die RAG das Ziel, ihre betrieblichen Prozesse bis 2030 klimaneutral zu gestalten und den eigenen Energiebedarf zunehmend aus erneuerbaren Quellen zu decken. Der Ausbau der Photovoltaik ist dafür ein wichtiger Baustein.
Warum die Halde Hirschbach besonders ist
Hirschbach ist mehr als ein Energieprojekt. Der Standort steht beispielhaft für den Wandel ehemaliger Bergbauflächen. Sanierung und Rekultivierung schaffen hier die Voraussetzung dafür, dass aus einer früheren Bergbaufläche ein neuer Standort für die Energiewende wird. Gleichzeitig zeigt Hirschbach, wie Nachbergbau, Nachhaltigkeit und neue Nutzung strategisch zusammenwirken können.
Renaturierung und Biodiversität
Die neue Nutzung des Standorts ist mit konkreten Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung verbunden. Innerhalb des Solarparks wird die Fläche mit Regiosaatgut eingesät und extensiv gepflegt, um eine artenreiche Wiese zu entwickeln. Die Mahd erfolgt zwei- bis dreischürig und abschnittsweise. So können sich Pflanzen- und Tierarten auf der Fläche langfristig etablieren.
Zusätzlich werden Habitatstrukturen für Reptilien geschaffen, etwa in Form von Stein- und Totholzhaufen mit Sandanschüttungen. Für Amphibien entstehen flache Geländemulden, in denen sich temporäre Wasserflächen bilden können. Diese Maßnahmen verbessern die ökologische Qualität des Standorts gezielt.
Zum Schutz angrenzender Lebensräume und vorhandener Tierarten werden außerdem artenschutzfachliche Maßnahmen umgesetzt. Dazu gehören ein Reptilienschutzzaun, bei Bedarf das Absammeln und Umsiedeln von Mauereidechsen sowie eine Heckenpflanzung außerhalb der Einzäunung in Richtung Wohnbebauung. Die Einzäunung des Solarparks wird so gestaltet, dass sie keine Barrierewirkung für Kleinsäuger und Amphibien entfaltet: Sie hält einen Abstand von mindestens 20 Zentimetern zum Boden.
Halde Hirschbach - Verantwortung im Nachbergbau
Regionale Zusammenarbeit
Projekte wie Hirschbach entstehen in enger Abstimmung zwischen Unternehmen, Fachplanern, Behörden und regionalen Partnern. Auch die ökologische Baubegleitung ist Teil dieses Ansatzes. Sie stellt sicher, dass Artenschutzbelange berücksichtigt sowie Vermeidungs-, Minderungs- und Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt werden.
Das Besondere an der Halde Hirschbach ist, dass die Maßnahmen des Abschlussbetriebsplans sowie die Planung und Umsetzung der PV-Anlage parallel liefen. Das war möglich, weil behördliche Genehmigungen, Sanierung und künftige Nutzungen frühzeitig und eng aufeinander abgestimmt wurden.
Nachbergbau, Verantwortung und öffentliche Zugänglichkeit
Die Halde Hirschbach steht auch dafür, dass gesicherte und sanierte ehemalige Bergbauflächen nicht nur technisch weiterentwickelt, sondern wieder Teil ihres Umfelds werden können. Der Standort ist ein Beispiel dafür, wie die RAG ihre Verantwortung für den Nachbergbau im Saarland mit einem klaren Blick nach vorn verbindet: sichern, sanieren, weiterentwickeln.
Zugleich bleibt die Halde als Teil ihres Umfelds erlebbar und für Freizeitnutzung offen. So wird sichtbar, dass aus einer Fläche mit bergbaulicher Vergangenheit ein Ort werden kann, der gesichert, zukunftsfähig entwickelt und für die Öffentlichkeit weiterhin zugänglich ist.
Teil einer größeren Entwicklung
Die PV-Anlage Hirschbach steht beispielhaft für die Entwicklung ehemaliger Bergbauflächen zu Standorten erneuerbarer Energien. Grundlage dafür ist unter anderem die 2023 vereinbarte Zusammenarbeit zwischen dem Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie des Saarlandes, der RAG und der RAG Montan Immobilien. Ziel war es, dass geeignete Flächen für Photovoltaikprojekte identifiziert und nutzbar gemacht werden. Die ursprünglich in Aussicht gestellten Flächen konnten inzwischen deutlich erweitert werden: Insgesamt umfasst die entsprechende Rahmenvereinbarung heute rund 48 Hektar.



