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Grubenwasserableitung
Hünxe – Lohberg – Rhein

NACHBERGBAU VERANTWORTLICH GESTALTEN


Die RAG Aktiengesellschaft (RAG) übernimmt Verantwortung für die Ewigkeitsaufgaben des ehemaligen Steinkohlenbergbaus. Mit dem Projekt Hünxe-Lohberg-Rhein (HLR) schaffen wir die Voraussetzungen für eine sichere, ökologisch und ökonomisch nachhaltige Grubenwasserhaltung im Ruhrgebiet.

Grubenwasser ist das Wasser, das sich in den bergmännisch geschaffenen Hohlräumen unter Tage ansammelt. Auf dem Weg durch das Gestein löst das Wasser mineralische Inhaltsstoffe wie Salze. Seit dem Ende der aktiven Steinkohlenförderung entfällt die betriebliche Notwendigkeit, untertägige Betriebsbereiche frei von Grubenwasser zu halten.

Das Grubenwasser darf kontrolliert bis zu einem behördlich genehmigten Niveau ansteigen. Durch den Anstieg verbessert sich dessen Qualität. Mit Erreichen des genehmigten Niveaus hebt die RAG das Grubenwasser unter anderem an den Standorten Hünxe und Lohberg (Dinslaken) und leitet es gewässerverträglich und dauerhaft überwacht zum Rhein ab. 

Das Grubenwasserkonzept der RAG sieht das Heben des Grubenwassers an insgesamt sechs Standorten im Ruhrgebiet vor. Die Zentrale Wasserhaltung Lohberg wird die größte Wasserhaltung im Revier. Sie übernimmt die Regulierung des Grubenwasseranstiegs des mittleren und nördlichen Ruhrgebiets und sorgt damit dauerhaft für Sicherheit.

Die Ableitungstrasse: Grabenlose und umweltschonende Bauweise

Die RAG baut eine Ableitung für das Grubenwasser vom Standort Hünxe über Lohberg bis zum Rhein.

 

 

Die Trasse verläuft dabei an jeder Stelle unter der Erdoberfläche. Zum Einsatz kommt ein umweltschonender unterirdischer Rohrvortrieb – ein Bauverfahren, bei dem unter der Erde Rohre verpresst werden, ohne dass dafür ein langer offener Graben an der Oberfläche erforderlich ist.

Mit Hilfe einer Vortriebsmaschine werden Fertigteilrohre, die die spätere Grubenwasserableitung bilden werden, unter der Oberfläche sukzessive eingebaut. Im Mittel sind alle 1000 Meter Schachtbauwerke notwendig. So kann eine Grubenwasserableitung entstehen, ohne zahlreiche behindernde Eingriffe an der Oberfläche vornehmen zu müssen.

 
Der Zeitplan
  • Anfang 2026: Detailplanung und Abstimmung mit Kommunen
  • Planerische Mitteilung – Frühjahr 2026
  • Baugrunduntersuchung Mitte bis Ende 2026
  • Erstellung der Antragsunterlagen bis ca. Ende 2026 / Frühjahr 2027
  • Bericht zur Umweltverträglichkeitsprüfung und Fachgutachten, Entwurfsplanung (technische Planung) läuft zeitgleich zur Antragstellung
  • TÖB-Beteiligung und Öffentlichkeitsbeteiligung für 2027 geplant
  • Erörterung Herbst 2027
  • Zulassung Ende 2027
  • Nach Zulassung: Fertigstellung der Ausführungsplanung
  • Im Anschluss: Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen
  • Bauausführung ca. vier Jahre
  • Fertigstellung 2034 mit anschließendem Betrieb

FAQ Ableitungstrasse Lohberg/Hünxe

 

Im Rahmen der Umsetzung des Grubenwasserkonzepts für das mittlere Ruhrgebiet wird die Wasserhaltung langfristig an den Standorten Hünxe und Lohberg erfolgen. Das Grubenwasserkonzept der RAG sieht für das mittlere Ruhrgebiet die Ableitung in den abflussstarken Rhein vor, um kleinere Gewässer nicht mit Grubenwasser zu beaufschlagen. Hierzu ist die Errichtung und der Betrieb der Grubenwasserableitung notwendig, um das Grubenwasser dem Rhein zuzuleiten.

Die Zentrale Wasserhaltung Lohberg mit den Standorten Hünxe und Lohberg (Dinslaken) wird, gemessen an jährlicher Wassermenge und Einzugsgebiet, die größte der sechs zentralen Wasserhaltungen der RAG im Ruhrgebiet sein. Maximal 33 Millionen Kubikmeter Grubenwasser pro Jahr sollen hier nach dem Jahr 2034 gewässerverträglich in den Rhein eingeleitet werden. Das Einzugsgebiet der Wasserprovinz Lohberg umfasst dabei nicht nur das mittlere Ruhrgebiet (bspw. Essen und Gelsenkirchen), sondern erstreckt sich bis in den Nordosten und gewährleistet die sichere Abführung des Grubenwassers aus den Bereichen Haltern, Marl und Dorsten. (Weitere Informationen zum Zusammenhang der Wasserprovinzen gibt es im Flyer zum Grubenwasserhaltungsstandort Lohberg, Seite 3)

Die Schächte Lohberg sind dem Schacht Hünxe nachgelagert, d. h. zunächst fließt das Grubenwasser dem Schacht Hünxe untertägig zu und kann dort bei Bedarf gehoben werden. Hierbei wird der Schachtstandort Hünxe so hergerichtet, dass ein Großteil des anfallenden Grubenwassers über diesen angenommen werden kann. Soweit erforderlich, wird das Grubenwasser auch am nachgelagerten Schachtstandort Lohberg gehoben.

Die Leitung verbindet den Standort Hünxe mit dem Standort Lohberg (Dinslaken). Am Standort Lohberg werden beide Wasserströme vereinigt und gemeinsam bei Voerde dem Rhein zugeleitet.
Den Verlauf finden Sie auf der Karte weiter oben auf der Website.

Die Ableitung wird als Freispiegelkanal voraussichtlich in zwei unterschiedlichen Bauweisen (je nach Abschnitt) verlegt.

Hünxe bis Vereinigungsfläche (Trasse 100): 
Wird in geschlossener Bauweise mit Rohrvortriebsverfahren (Länge ca. 4,8 km, mit Innendurchmesser von voraussichtlich 2,6 m, Mindestüberdeckung von 8,5 m unter Geländeoberkante) hergestellt. Ausführung in voraussichtlich vier Bauabschnitten.

Lohberg bis Vereinigungsfläche (Trasse 300): 
Voraussichtlich in offener Bauweise (Länge knapp 900 m). Ebenfalls als Freispiegelkanal. 

Vereinigungsfläche bis Rhein (Trasse 200):
Wird wie Trasse 100 hergestellt (Länge ca. 6,8 km). Ausführung in voraussichtlich sieben Bauabschnitten.
 

Die Baumaßnahmen werden insbesondere im Bereich der Trasse 200 nur über die Baugruben stattfinden. Dabei wird der Baustellenverkehr (Zufahrt etc.) mit den entsprechenden Kommunen im Vorfeld abgestimmt, um die Einschränkungen diesbezüglich so minimal wie möglich zu halten.

Vorbereitende Maßnahmen in Form von Erkundungsbohrungen werden voraussichtlich ab Herbst 2026 stattfinden. Für den Bau der Ableitung wird es ein Planfeststellungsverfahren mit öffentlicher Beteiligung geben. Erst nach der Genehmigung wird der Bau beginnen. 

Bau und Betrieb der Grubenwasserableitung werden in einem bergrechtlichen Planfeststellungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung und öffentlicher Beteiligung durch die Bezirksregierung Arnsberg geprüft und genehmigt.

Nach Erhalt der Genehmigung ist mit einem Bauzeitraum von etwa vier Jahren zu rechnen.