Was ist PCB?

Die Abkürzung PCB steht für Polychlorierte Biphenyle. Dabei handelt es sich um chemische Chlor-Verbindungen, die unter anderem im Steinkohlenbergbau in Hydraulikanlagen, Transformatoren und Getrieben zum Einsatz kamen.


PCB verfügten über den entscheidenden Vorteil, als nicht brennbar zu gelten. Das erhöhte die Sicherheit der Bergleute, weshalb die Bergbehörde den Einsatz dieser Stoffe vorschrieb. Über zwei Jahrzehnte hinweg zirkulierten tausende Tonnen PCB-haltiger Betriebsflüssigkeiten in Abbau- und Fördermaschinen.

Dass PCB potenziell gesundheits- und umweltschädlich sind, blieb lange Zeit unbekannt. Nach Bekanntwerden der Schädlichkeit handelten die Behörden und die RAG entsprechend: Der deutsche Bergbau verwendet seit Mitte der 1980er-Jahre keine PCB mehr.

Durch Leckagen, Defekte oder das Abspritzen der Maschinen aus Sicherheitsgründen blieb unter Tage PCB-belastete Flüssigkeit zurück. Der Umfang der Belastung lässt sich heute kaum noch beziffern. Klar festzustellen ist jedoch, welche Anteile sich derzeit und in Zukunft im Grubenwasser befinden. Neben der RAG untersuchen verschiedene Institute und Behörden den Zustand des Grubenwassers. Die RAG ergreift bei Bedarf Maßnahmen zum Schutz von Gewässern und Menschen.

Durch einen Grubenwasseranstieg, wie die RAG ihn für die Zukunft plant, gelangt der überwiegende Anteil der PCB nicht an die Oberfläche und in die Fließgewässer. PCB lagerten sich unter Tage größtenteils an Feststoffe an. Diese setzen sich in einem weitgehend stehenden Grubenwasser unter Tage größtenteils ab und verbleiben somit in der Tiefe. Zu diesem Ergebnis kommt auch ein im Auftrag der nordrhein-westfälischen Landesregierung erstelltes Gutachten.

 

Pilotstudie zu gesundheitlicher Belastung ehemaliger Bergleute

Die RAG hat eine Pilotstudie zu möglichen PCB-Belastungen von Bergleuten initiiert und die Ergebnisse der Studie im Januar 2019 veröffentlicht. Ausgangspunkt war die Frage, ob eine lange zurückliegende Belastung im Blut – resultierend aus dem Einsatz von PCB-haltigen Flüssigkeiten im Bergbau bis in die 1980er Jahre – seriös ermittelt werden kann.

Das Ergebnis: Bei 96 der 210 Bergleute ließ sich nachweisen, dass sie während ihrer Tätigkeit stärker mit PCB belastet waren als der Durchschnitt der Bevölkerung. Die Pilotstudie lässt auf eine länger zurückliegende erhöhte Belastung dieser Bergleute mit PCB schließen. Eine akute Gesundheitsgefährdung gemessen an heute gültigen Richtwerten liegt nicht vor. Weitere Informationen zu der Pilotstudie gibt es hier.

Ob ein Zusammenhang zwischen einer damaligen PCB-Belastung von Bergleuten und in der Folgezeit eventuell auftretenden Erkrankungen besteht, soll in einer Folgestudie aufgeklärt werden. In der groß angelegten Folgestudie MIA (Messung von PCB im Blut von Bergleuten und Identifikation möglicher gesundheitlicher Auswirkungen) sollen die Ergebnisse der Pilotstudie validiert werden und zudem die Abgrenzung zwischen Volkskrankheiten und möglichen PCB-spezifischen Gesundheitsrisiken geleistet werden. Die Studie wird durch ein Konsortium aus Forschenden der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU; IPASUM – Institut und Poliklinik für Arbeits- und Umweltmedizin) sowie Studienexperten der Oracle Life Science GmbH durchgeführt.

Die PCB-Folgestudie wurde im Januar 2026 gestartet. Weitere Information dazu gibt es hier.

 

 

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