Mit der Zentralen Wasserhaltung Haus Aden übernimmt die RAG Aktiengesellschaft (RAG) dauerhaft Verantwortung für eine sichere und langfristige Grubenwasserhaltung im östlichen Ruhrgebiet. Am Standort wird das Grubenwasser aus dem Grubengebäude gehoben, in einer eigens dafür errichteten Anlage aufbereitet und anschließend auf Grundlage der wasserrechtlichen Erlaubnis in die Lippe eingeleitet.
Der Weg des Grubenwassers ist dabei klar definiert: heben, aufbereiten, einleiten und überwachen. Die einzelnen Schritte erfolgen technisch kontrolliert, auf Basis gutachterlicher Bewertungen und unter behördlich festgelegten Vorgaben. Die Zentrale Wasserhaltung Haus Aden ist damit ein wichtiger Baustein der dauerhaften Verantwortung der RAG im Nachbergbau.
Vom Hebestandort in die Aufbereitung
Am Hebestandort Haus Aden, Schacht 2, wird das Grubenwasser aus dem Grubengebäude gehoben. Die Pumpen sind derzeit auf einer Tiefe von 650 Metern eingebracht worden. Zum Einsatz kommen zwei Pumpen mit einer Förderleistung von jeweils rund 8,5 bzw. 17 Kubikmetern pro Minute. Von dort gelangt das Grubenwasser über Rohrleitungen in die Grubenwasseraufbereitungsanlage.
In der Aufbereitungsanlage wird das im Wasser gelöste Eisen durch Oxidation ausgefällt. Das ausgefällte Eisen wird anschließend in Sedimentationsbecken vom Wasser getrennt. Erst danach wird das aufbereitete Grubenwasser in die Lippe eingeleitet. Die Aufbereitungsanlage dient dazu, den Eisengehalt des Grubenwassers vor der Einleitung zu reduzieren.
Aufbereitung auf Basis von Gutachten und behördlicher Prüfung
Die Aufbereitung auf Eisen wurde im Rahmen der gutachterlichen Bewertungen empfohlen und in der wasserrechtlichen Erlaubnis nach der Prüfung durch die Genehmigungsbehörde festgelegt. Hintergrund ist, dass sich im Nahbereich der Einleitstelle ohne Behandlung möglicherweise stärkere Eisenablagerungen – eine sogenannte Verockerung – ausprägen könnten.
Die weiteren im Grubenwasser enthaltenen und für die Einleitung maßgeblichen Stoffe wurden im wasserrechtlichen Verfahren betrachtet und mit Blick auf eine gewässerverträgliche Einleitung in die Lippe bewertet. Nach den vorliegenden gutachterlichen Bewertungen wurden für die weiteren untersuchten Parameter keine Auswirkungen prognostiziert, die einer Einleitung auf Grundlage der wasserrechtlichen Erlaubnis entgegenstehen. Eine über die Eisenaufbereitung hinausgehende Behandlung des Grubenwassers ist daher nach dem derzeitigen fachlichen und rechtlichen Bewertungsstand nicht vorgesehen. Die RAG behandelt das Grubenwasser somit nicht pauschal, sondern auf Grundlage der jeweils bewerteten Stoffe und ihrer prognostizierten Auswirkungen. Grundlage ist ein fachlich und behördlich geprüftes Konzept.
Auch PCB wurde in den wasserrechtlichen Unterlagen und gutachterlichen Bewertungen berücksichtigt. Für PCB werden unter anderem aufgrund des prognostizierten Stoffverhaltens Konzentrationen im Spurenbereich erwartet. Mit dem weiteren Anstieg des Grubenwassers wird nach den vorliegenden Bewertungen zudem eine Abnahme der PCB-Konzentrationen erwartet. Die tatsächliche Entwicklung wird für alle maßgeblichen Stoffe durch Messungen und weiterentwickelte Analytik überprüft.
Überprüfbarkeit und Regulierung durch Monitoring
Die wasserrechtliche Prüfung erfolgte in einem transparenten Verfahren und im Rahmen einer breiten Beteiligung. Vor Ort fanden zudem mehrere Informationsveranstaltungen der RAG für Bürgerinnen und Bürger statt.
Die Einleitung wird durch ein intensives Monitoring begleitet. Die Ergebnisse werden im Integralen Monitoring regelmäßig öffentlich zugänglich gemacht. Betrachtet werden sowohl das Grubenwasser als auch das aufnehmende Gewässer. Die Entwicklung der maßgeblichen Parameter wird somit fortlaufend erfasst und durch die zuständigen Behörden begleitet. Dabei wird die Einleitung des Grubenwassers laufend an die jeweiligen Abflussverhältnisse der Lippe angepasst.
Nächste Schritte am Standort
Die Einleitung erfolgt zunächst mit einer Teilmenge von 8,5 Kubikmetern pro Minute. Parallel wird die zweite Aufbereitungslinie fertiggestellt. Im zweiten Quartal 2027 soll damit eine Aufbereitung von bis zu 17 Kubikmetern Grubenwasser pro Minute möglich sein. Nach dem weiteren Umbau der ersten Aufbereitungslinie ist zum Jahresende 2027 vorgesehen, mit beiden Linien bis zu 34 Kubikmeter Grubenwasser pro Minute aufzubereiten. Die Anlage wird damit schrittweise an die künftig steigende Grubenwassermenge angepasst.
Auch die Entwicklung des Standortumfelds ist mit dem Betriebsstart nicht abgeschlossen. Weitere Arbeiten betreffen unter anderem Maßnahmen aus dem landschaftspflegerischen Begleitplan sowie notwendige Infrastrukturmaßnahmen. Die RAG informiert über den weiteren Verlauf und die Ergebnisse des Monitorings öffentlich und nachvollziehbar.
Weitere Informationen zum Standort: www.rag.de/haus-aden
Über die RAG Aktiengesellschaft: Der Unternehmensauftrag der RAG Aktiengesellschaft (RAG) ist der Nachbergbau. Seit 2019 übernimmt die RAG diese Aufgaben im Ruhrgebiet, im Saarland und in Ibbenbüren und sorgt dort für Sicherheit in ehemaligen Bergbauregionen - heute und in Zukunft. Der Nachbergbau umfasst zwei klar unterscheidbare Aufgabenbereiche: Ewigkeitsaufgaben wie das Grubenwassermanagement, die Grundwasserreinigung und Poldermaßnahmen sichern dauerhaft die Funktionsfähigkeit von Umwelt und Infrastruktur. Daneben stehen endliche Aufgaben wie die Regulierung von Bergschäden, die Sanierung und Entwicklung ehemaliger Bergbauimmobilien sowie die Sicherung und Gefahrenabwehr im Altbergbau, die konsequent abgearbeitet und abgeschlossen werden.
Gemeinsam folgen diese Aufgaben einem langfristig angelegten Auftrag: Verantwortung zu übernehmen, Risiken beherrschbar zu halten und Entwicklung in den Regionen zu ermöglichen. Als Trägerin des Nachbergbaus nimmt die RAG damit eine besondere Rolle ein - dauerhaft, gesellschaftlich relevant und nachhaltig ausgerichtet.
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