Mit der Bergung der Vortriebsmaschine endete Mitte Mai die Teil-Erstellung des ersten von insgesamt zwei Medienkanälen am RAG-Wasserhaltungsstandort Haus Aden in Bergkamen. Der nun aufgefahrene, unterirdische Kanal besitzt einen Innendurchmesser von 3,20 Meter und dient als Hochwasserabschlagsleitung des Pumpwerks Oberaden. Das parallel verlaufende „Schwester“-Bauwerk nimmt das Grubenwasser von Haus Aden auf und leitet es ebenfalls in die Lippe ab. Die Vortriebsarbeiten beginnen in Kürze. Die zweite Baustufe – die Verlängerung der Medienkanäle bis zur Lippe – erfolgt im Nachgang.
Die Bergung der 100 Tonnen schweren Vortriebsmaschine erwies sich als Kraftakt und erforderte den Einsatz von schwerem Gerät. So kam, um die Maschine aus 17 Meter tiefen aus der Zielgrube zu heben, ein 350-Tonnen-Kran zum Einsatz. Nachdem Spezialisten das Schneiderad entfernt und gehoben hatten, folgte die eigentliche Maschine. Mit Fingerspitzengefühl lenkten sie sie auf einen Tieflader. Trotz aller Herausforderungen endeten die Arbeiten innerhalb nur eines Tages.
Mittlerweile befindet sich die Vortriebsmaschine wieder am Startschacht und wird auf einen kleineren Durchmesser von 2,80 Metern umgerüstet. Die Auffahrung des ebenfalls 340 Meter langen Grubenwasserkanals beginnt voraussichtlich im Juni. Die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts sehen die Planungen für das Jahr 2025 vor. Die Gesamtmaßnahme einschließlich der zweiten Baustufe endet voraussichtlich Anfang 2029.
Erforderlich macht die Auffahrung der neuen Kanäle das Alter der ehemaligen Grubenwasserleitung und die zukünftige Nutzung als ein zentraler Hebungspunkt im Ruhrgebiet. Die Grubenwasserfördermenge liegt bei rund 11,9 Millionen Kubikmeter pro Jahr. Um Synergien zu nutzen, wird im Zuge dieser Baumaßnahme die bestehende Hochwasserabschlagsleitung des Pumpwerks Oberaden – zur Sicherstellung der Niederschlagsentwässerung – ebenfalls erneuert.
Ein Video über die Bergung der Vortriebsmaschine findet sich hier: Ausbau Vortriebsmaschine Haus Aden (9,9 MB)