Mit der Region verbunden. Nachhaltig.

Poldermaßnahmen

Poldermaßnahmen regulieren Wasser an der Oberfläche. Pumpwerke sorgen für den richtigen Fluss von Gewässern.

Der industrielle Bergbau prägte über 150 Jahre lang das Ruhrgebiet – auch landschaftlich. Durch den Steinkohlenabbau senkte sich die Tagesoberfläche. Einige Bäche können dadurch nicht mehr frei abfließen. Es entstanden sogenannte Polderflächen, die künstlich entwässert werden. Diese Aufgabe übernimmt die RAG zusammen mit den Wasserverbänden in der Region. Sie gehört zu den Ewigkeitslasten des Steinkohlenbergbaus.

Wasserwirtschaftlich unterteilt sich das Ruhrgebiet heute in einzelne Regionen, begrenzt durch die Einzugsgebiete von Lippe, Emscher, Ruhr und Rhein. Mit der Industrialisierung gründeten sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts Wasserverbände zur gemeinsamen kommunalen und industriellen Wasserbewirtschaftung. Sie betreiben Pumpwerke, die Polderflächen entwässern. Darüber hinaus betreibt die RAG eigene Anlagen. Das Unternehmen übernimmt die Verantwortung für die Polder überall dort, wo der Bergbau Verursacher von Entwässerungsproblemen ist.

Die Veränderung der Tagesoberfläche kann verschiedene Auswirkungen haben. So kann sich das Gefälle eines Baches ändern. Er müsste dann „rückwärts“ fließen oder überschwemmt Mulden. In diesem Fall sorgen Pumpwerke an der tiefsten Stelle des Gefälles für den ursprünglichen Fluss des Wassers. Zudem kann an größeren Fließgewässern eine Erhöhung der Deiche zum Schutz vor Hochwasser erforderlich sein. Die Senkungen können auch zu Vernässungen führen, wenn sich der Abstand zwischen Grundwasserniveau und Oberfläche verringert. Auch hier regulieren Pumpen das Wasser. Neben den Pumpwerken unterhalten die Wasserverbände auch Rückhaltebecken und Deiche und renaturieren Gewässer. Als Mitglied der Verbände trägt die RAG die bergbaubedingten Kosten. In einigen Gebieten bringen die Veränderungen der Topographie auch positive Auswirkungen mit sich: Wassernahe Flächen sind in unserer Kulturlandschaft selten geworden. Sie bieten als naturnahe Biotope Pflanzen und Tieren Lebensraum und werden in Kooperation mit Behörden und Naturschutzverbänden erhalten.

So trägt der Bergbau neben der wirtschaftlichen Verantwortung für die dauerhafte Entwässerung auch zur landschaftsökologischen Entwicklung bei.