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Nachhaltige Sicherung von Kompensationsflächen

Finden bauliche Eingriffe in Natur und Landschaft statt, müssen an anderer Stelle gesetzlich vorgeschriebene Kompensationsmaßnahmen auf dafür geeigneten Flächen durchgeführt werden. Entsprechende Eingriffe nimmt die RAG regelmäßig im Rahmen von Abschlussbetriebsplanverfahren vor, wenn im Zuge der Sanierung ehemaliger Bergbauareale zwischenzeitlich neu angesiedelte Flora und Fauna beeinträchtigt wird. Das systematische Management von Kompensationsflächen übernimmt seit dem Jahr 2011 die Landschaftsagentur Plus, eine gemeinsame Tochter von RAG Montan Immobilien und der HVG Grünflächenmanagement. Die Landschaftsagentur Plus agiert frei am Markt, hauptsächlich in Nordrhein-Westfalen und im Saarland. Mittelfristiges Ziel ist die Ausweitung der Aktivitäten auf alle „alten“ Bundesländer. Dazu bietet sie ein breites Dienstleistungsspektrum – von der Planung über die Durchführung bis zur nachträglichen Betreuung von Maßnahmen und Flächen – und kann auf einen umfassenden Flächenpool zurückgreifen. Die Agentur wird von zwei hauptamtlichen Geschäftsführern geleitet und hat im Jahr 2015 mit insgesamt 19 Mitarbeitern sieben Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet.

Das Spektrum der Maßnahmen umfasst beispielsweise die Renaturierung verbauter Fließgewässer und Auen, Entsiegelungsmaßnahmen, die Wiedervernässung ehemaliger Feuchtstandorte, die Extensivierung landwirtschaftlich intensiv bewirtschafteter Flächen, die Entwicklung naturnaher Wälder sowie spezielle Maßnahmen für den Artenschutz. Die Landschaftsagentur Plus legt mit den für diese Maßnahmen angerechneten Ökopunkten sogenannte Ökokonten an und verwaltet in unterschiedlichen Landschaftsräumen Flächenpools mit bereits umgesetzten oder kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen. Die Flächen werden von Biologen oder Landschaftsökologen auf ihre Eignung überprüft. Hierbei spielen der Biotoptyp, die spezifische Ausprägung, die Einbindung in die gesamträumliche Landschaftsbetrachtung und nachhaltige Entwicklungsmöglichkeiten eine wichtige Rolle.

Zu den wichtigsten Aktivitäten im Jahr 2015 gehören das Projekt „2Stromland“ in Nordrhein-Westfalen sowie die Renaturierung von Fisch- und Lasbach in der Gemeinde Quierschied im Saarland. „2Stromland“ ist ein Projekt der Initiative ZukunftsLAND Regionale 2016. Entwickelt werden etwa 500 Hektar zusammenhängende Auenlandschaft und Hutewald im Einzugsbereich von Lippe und Stever zwischen Datteln und Haltern am See eines insgesamt 8.000 Hektar großen Gebiets an der Schnittstelle zwischen Ruhrgebiet und Münsterland. Die Renaturierung von Fisch- und Lasbach wurde zum Teil als ökologischer Ausgleich für die Sanierung der Bergehalde Göttelborn durchgeführt und von der RAG finanziert.