Mit der Region verbunden. Nachhaltig.

Sorgsamer Umgang mit finanziellen Mitteln 

Mit dem Rückzug aus dem aktiven Steinkohlenbergbau steht die RAG vor besonderen wirtschaftlichen Herausforderungen. Ihr Geschäftszweck wird sich in den kommenden Jahren von der Steinkohlenproduktion hin zur Bearbeitung von Altlasten und Ewigkeitsaufgaben fundamental verändern.

Im Jahr 2007 einigten sich der Bund, die Länder NRW und das Saarland sowie die RAG und die IG BCE, die subventionierte Steinkohlenförderung zum Ende des Jahres 2018 sozialverträglich zu beenden. Den Auslaufprozess und seine Rahmenbedingungen sowie die Bereitstellung von Subventionen regelt das Steinkohlefinanzierungsgesetz. Das unternehmerische Handeln der RAG wird geprägt durch die Bestimmungen dieses Gesetzes, der Bewilligungsbescheide und der Kohlerichtlinien. Es erfordert eine strikte Kostendisziplin. Das Gesetz sieht vor, den Absatz deutscher Steinkohle bis Ende des Jahres 2018 mit kontinuierlich sinkenden Plafondbeträgen aus öffentlichen Mitteln zu unterstützen. Die Plafondmittel dienen im Wesentlichen drei Finanzierungszwecken:

• Zur Vermarktung der Kohle

• Zur Stilllegung der Bergbaubetriebe

• Zur Finanzierung der endlichen Altlasten

Erforderlich sind Absatzbeihilfen zur Deckung der Differenz zwischen den Produktionskosten und den niedrigeren Erlösen aus dem Verkauf der produzierten Kohlen zum Weltmarktpreis. Schöpft die RAG die zugesagten Plafondmittel aufgrund höherer Markterlöse nicht vollständig aus, werden bei Bund und beim Land NRW zugesagte Haushaltsmittel nicht in Anspruch genommen. Dementsprechend hat das Unternehmen seit dem Jahr 2007 Beihilfen in Höhe von rund 2,7 Milliarden Euro nicht in Anspruch genommen.

Für den Stilllegungszeitraum der Bergbaubetriebe und für die Altlasten des Steinkohlenbergbaus nach dem Jahr 2018 hat die RAG die erforderlichen Rückstellungen gebildet. Die Finanzmittel dafür hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren aus den geleisteten Plafondmitteln angesammelt beziehungsweise wird sie von der öffentlichen Hand auf Basis des Steinkohlefinanzierungsgesetzes und ergangener Bewilligungsbescheide noch ausgezahlt erhalten. Mit den der RAG zufließenden Geldmitteln ist sichergestellt, dass die RAG jederzeit ihre Verpflichtungen gegenüber Dritten erfüllen kann.

"Die finanziellen Mittel für die Folgen des Steinkohlenbergbaus sind gesichert - auch über das Jahr 2018 hinaus."
Dr. Jürgen Rupp
Vorstand Finanzen RAG

Unternehmenssteuerung

Zuständig für die Unternehmensplanung der RAG ist ein Steuerkreis, der seit dem Jahr 2005 strategisch an den Vorstand berichtet. Ihm gehören Mitglieder aus den Bereichen Gesamtplanung/Unternehmenssteuerung, Rechnungs- und Beihilfewesen sowie Belegschaft an. Bei Bedarf werden Experten zu Sonderthemen wie beispielsweise Konzernentwicklung oder Steuern hinzugezogen. Die Unternehmensplanung bildet die Grundlage für das strategische und operative Handeln der RAG. In dem mehrstufigen Planungsprozess werden hierbei sowohl Daten zur Unternehmenssteuerung als auch für die Ergebnis- und Finanzplanung hergeleitet.

Der Bereich Beihilfewesen zeichnet für den Nachweis der Subventionen verantwortlich. Er erbringt jedes Jahr gegenüber dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die entsprechenden Nachweise (Absatzmengen, Produktionskosten, Stilllegungsaufwendungen etc.) und begleitet die anschließende Prüfung durch ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen, das durch das BAFA beauftragt wird. 2015 erhielt die RAG Subventionen in Höhe von 1,4 Milliarden Euro. Bereits heute beschäftigt sich das Unternehmen außerdem mit der Frage, wie die Nachweispfl icht und Auszahlung der Beihilfen ab dem Jahr 2019 geregelt werden sollen. Hierzu steht die RAG in enger Abstimmung mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie mit dem BAFA.

Erfolg optimieren - Schaden abwenden

In die Planungs-, Steuerungs-, Kontroll- und Berichterstattungsabläufe auf allen Konzernebenen eingebunden ist das Risiko-Chancen-Managementsystem (RCM) der RAG. Dieses betrachtet nicht nur die gesetzlich und regulatorisch verpflichtenden Aspekte, sondern wird gleichzeitig als strategisches und operatives Steuerungsinstrument eingesetzt, um den wirtschaftlichen Erfolg zu optimieren beziehungsweise wirtschaftlichen Schaden abzuwenden. Die Grundzüge des RCM hat der Vorstand in risikopolitischen Leitsätzen festgelegt, verantwortlich für definierte Risikofelder sind die Risikomanagementbeauftragte sowie ein Lenkungsausschuss. Die kontinuierliche und systematische Identifikation, Analyse, Bewertung und Dokumentation aller wesentlichen Chancen und Risiken sowie entsprechender Maßnahmen erfolgt in den unternehmensspezifischen Hauptrisikofeldern. Die RAG-Konzernrevision hat im Berichtszeitraum das Risikomanagement in mehreren Organisationseinheiten des Konzerns geprüft. Ergebnis: Die gesetzlichen und unternehmensinternen Anforderungen wurden erfüllt.

Finanzmittel und Risikomanagementsystem