Mit der Region verbunden. Nachhaltig.

Bergbauliche Infrastruktur für das neue Energiezeitalter

Mit ihren Aktivitäten auf dem Sektor der erneuerbaren Energien tragen die RAG und ihre Beteiligungsunternehmen zu den Energie- und Klimaschutzzielen Deutschlands bei. Dabei setzen sie auf verschiedene Faktoren:

  • jahrzehntelange Bergbauerfahrung und Ingenieurs-Know-how
  • vorhandene Ressourcen und Infrastrukturen, wie Halden, Flächen und Schächte
  • ein starkes Netzwerk aus Politik, Wissenschaft und lnvestitionspartnern
  • Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Regionen

 

71 Projekte für „grüne“ Energien

Derzeit engagiert sich die RAG in 71 Projekten zu regenerativen Energien. 46 davon sind bereits abgeschlossen, 11 befanden sich in der Umsetzung und 14 in Planung oder werden auf Machbarkeit geprüft. Dazu prüft, plant und realisiert der Konzern auch in Zukunft Projekte mit Geothermie,  Wärmespeichern, Photovoltaik sowie Windkraft.

Mit insgesamt acht Projekten – von der ökologischen Stadtentwicklung bis zum Energiepark – beteiligt sich der Konzern seit dem Jahr 2014 an unterschiedlichen Veranstaltungsformaten innerhalb der regionalen Initiative „klimametropole RUHR 2022“. Im Jahr 2019 sind die RAG und die RAG Montan Immobilien Partner der „Klima Challenge RUHR“, welche zivilgesellschaftliche Projektideen zum Klimaschutz und der ökologischen Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt stellt. Von der Landesinitiative KlimaExpo.NRW wurde das Projekt Kreativ. Quartier Lohberg als Vorzeige-Quartier für den Klimaschutz und die Energiewende in die landesweite Leistungsschau aufgenommen.

 

Geothermische Nutzung von Grubenwasser

In den Schächten der ehemaligen Bergwerke lassen sich tiefengeothermische Potenziale mobilisieren, wie auch die „Potenzialstudie warmes Grubenwasser“ vom LANUV bestätigt hat. Beispielhaft dafür stehen die bereits installierten Geothermieanlagen auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Zollverein in Essen sowie auf dem alten Bergbaustandort Zeche Robert Müser in Bochum, die die technische Umsetzbarkeit belegen. Für die Nutzung der erheblichen energetischen Potenziale des Grubenwassers bieten Neubaugebiete die besten Voraussetzungen.

 

Ziele/Ausblick Projekt Grubenwasser-Ruhr:

Darüber hinaus beteiligt sich RAG mit DMT, Eimer Projekt Consulting und dem Lehrstuhl Energiesysteme und Energiewirtschaft (LEE) der Ruhruniversität Bochum (RUB), bei dem die Leitung und Koordination des Projekts Grubenwasser-Ruhr (GW-Ruhr) liegt. Das Projekt GW-Ruhr hat sich zum Ziel gesetzt, eine klimafreundlichere Energieversorgung anhand von vorhandener Bergbauinfrastruktur zu realisieren. Der Fokus soll auf der Grubenwasserwärmenutzung in direkter Nähe zum Standort liegen. Mögliche Kältebedarfe, die durch die direkte Kühlung mit Grubenwasser bedient werden können, werden ebenfalls berücksichtigt. Die Wärme- bzw. Kälteangebote sind in entsprechende Netze zu integrieren und durch den Verbund mehrerer Akteure optimiert zu nutzen. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Projekt über 10 Jahre in 3 Phasen: Die Projektphase 1 dient der Konzeptentwicklung und einer  systemischen Planung. Im Anschluss sollen entwickelte Konzepte in der Projektphase 2 umgesetzt werden. Die Projektphase 3 soll die realisierten Konzepte erprobt und evaluiert. Das Gesamtziel des Projektes GW-Ruhr ist die konzeptionelle Erarbeitung und spätere praktische Umsetzung von Wärmenutzungskonzepten für die vorhandene Bergbauinfrastruktur im Ruhrgebiet. Die bereits in der Vergangenheit gewonnenen Erkenntnisse von RAG in dem umgesetzten Projekt „Robert Müser“ sowie die technischen Erfahrungen der Ruhr-Universität Bochum in dem Projekt „HEATLOOP“ werden in idealer Weise in das Projekt GW-Ruhr eingebracht und verwertet.

 

Entwicklungsstand/weiteres Vorgehen Projekt Grubenwasser-Ruhr:

In der Projektphase 1 (01.03.2017-28.02.2019) wurden 110 Schächte der RAG im Ruhrgebiet hinsichtlich ihres geothermischen Potentials bewertet und mögliche Abnehmer identifiziert. Dass größte energetische Potenzial besteht bei den aktiven Wasserhaltungen (theoretisches Wärmepotenzial ca. 1.000 GWh/a). Besondere Schwerpunkte wurden den Standorten Haus Aden (Bergkamen, Wasserstadt Aden), Erweiterung Robert Müser (Bochum) und Amalie (Essen 51, ehemaliger Kruppgürtel) zugeordnet, da in ihrem Umfeld entsprechende Wärmesenken vorhanden sind oder neue Stadtquartiere entwickelt werden. Die technischen und energetischen Daten werden, in enger Abstimmung mit RAG, zwischen RUB und Herstellern von technischen Komponenten ermittelt. Nach energetischer und technischer Analyse hat sich das Konzept einer dezentralen Versorgung durchgesetzt. Bei der dezentralen Versorgungsvariante wird die Grubenwasserwärme mittels Wärmepumpen auf das Temperaturniveau des Heizungsvorlaufs und der Warmwasserbereitung gehoben. Dadurch kann der Anteil von Grubenwasser zur Wärmebereitstellung bei dezentralen Versorgungseinheiten bis zu 85 % betragen und der Primärenergiefaktor stark reduziert werden. Für die drei genannten Standorte läuft zurzeit die technische Planung dieser Varianten. Aktuell laufen die Vorbereitungen für die Projektphase 2, in der an den drei identifizierten Standorten die entwickelten Konzepte umgesetzt werden sollen. In dieser zweiten Projektphase werden die Gemeinschaftsstadtwerke Bergkamen, die Stadtwerke Bochum sowie die Thelen-Gruppe als Kooperationspartner zur Umsetzung an den Standorten, eingebunden.

Über die RAG Montan Immobilien bzw. deren Beteiligung an der montanSOLAR engagiert sich die RAG im Bereich der Photovoltaik (PV). In der Vergangenheit entstanden Windkraftanlagen in Gelsenkirchen, Herten, Marl und Dinslaken.

Auf PV-Anlagen setzt RAG Montan Immobilien im Wesentlichen im sonnenintensiveren Saarland. Zweckorientierte Beteiligungsgesellschaften planen und sichern Flächen, bevor die Anlagen projektiert und gebaut werden. Im Saarland sind bereits zehn PV-Anlagen in Betrieb genommen worden.

Neben der Projektierung und Errichtung einzelner Anlagen verfolgt RAG Montan Immobilien das Ziel, im Sinne eines integrierten Energiekonzepts unterschiedliche Träger erneuerbarer Energien an einem Standort sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Beispielhaft hierfür steht das Areal des ehemaligen Bergwerks Lohberg, auf dem gemeinsam mit der benachbarten Gartenstadt Deutschlands größter Energie-Plus-Standort entsteht.

Stichwort CO2-Äquivalent

Stoffe,  die zum Treibhauspotenzial beitragen, werden mit einem Faktor in CO2-Äquivalente umgerechnet. So besitzt beispielsweise Methan (CH4) ein 25-fach höheres Treibhauspotenzial als CO2. Konkret bedeutet dies, dass die Emission von je 1 Kilogramm CO2 und 1 Kilogramm CH4 in Summe zu einem Netto-Treibhauspotenzial von 26 Kilogramm CO2-Äquivalenten führt.