Mit der Region verbunden. Nachhaltig.

Ausgezeichnet strukturiert und organisiert

Ein verantwortungsvoller Umgang mit Energie ist für die RAG mehr als ein Tribut an den Zeitgeist, schließlich fördert das Unternehmen mit Steinkohle einen wichtigen Energieträger. Bereits sechs Jahre vor der Einführung eines Energiemanagementsystems hat sich ein Arbeitskreis Energie zielgerichtet mit dem Thema Energieeffizienz beschäftigt und damit nicht nur für Kostenersparnis gesorgt, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Im Jahr 2012 wurden die bereits nach internationaler Norm zertifizierten Strukturen in ein standardisiertes Energiemanagementsystem (EnMS) nach DIN EN ISO 50001 für alle Bergwerke, Wasserhaltungs- und Verwaltungsstandorte, die Zentralwerkstatt sowie sonstige Hilfsbetriebe integriert. Vom EnMS werden mehr als 99 Prozent des Energieverbrauchs der RAG erfasst.

„Energie fördern und sorgsam damit umgehen“
Leitsatz des RAG-Energiemanagementsystems

Die DIN-Norm legt die Anforderungen für Energiemanagementsysteme fest und unterstützt Unternehmen dabei, die Energieeffizienz zu verbessern, die Emissionen von Treibhausgasen und anderen Umweltbelastungen zu reduzieren sowie Kosten zu mindern und Ressourcen zu schonen. Das Ziel lautet, die Energiepolitik des Unternehmens festzulegen, mit geeigneten Maßnahmen umzusetzen und diese Umsetzung zu überwachen. Um die Belegschaft mit der neuen Norm vertraut zu machen, wurden über 4.000 Mitarbeiter geschult – vom Steiger über Bergwerksdirektoren bis zum Vorstand. Darüber hinaus spielt das Thema in den unternehmensinternen Medien eine bedeutende Rolle. So sind seit Einführung des Systems allein im Mitarbeitermagazin „Steinkohle“ rund 200 Artikel erschienen. Zudem informiert die RAG ihre Lieferanten über ihr Energiemanagementsystem. Bereits im Jahr der Einführung konnten durch technische Modifikationen, die auf Vorschlag von Mitarbeitern zustande kamen, über fünf Gigawattstunden Strom eingespart werden. Dieser Trend setzt sich kontinuierlich fort.

Folgende strategische Ziele stehen im Vordergrund:


- das Energiebewusstsein und das persönliche Einbringen der Mitarbeiter zu verstärken und zu fördern

- den Energieverbrauch und -einsatz mit besonderem Blick auf die Grundlast zu reduzieren

- der Energieeffizienz im Auslauf eine besondere Bedeutung zuzuweisen

Hinsichtlich der verschiedenen Energieträger wie Strom, Druckluft, Kraft- oder Brennstoffe sowie Dampf und Fernwärme die bei der RAG zum Einsatz kommen, wurden folgende Verpflichtungen eingegangen:

- die energiebezogene Leistung ständig zu verbessern

- die energieintensiven Anlagen intern zu bewerten und Prozesse regelmäßig hinsichtlich möglicher Einsparungspotenziale und den Einsatz alternativer Technologien zu prüfen

Erfolgreiche Zertifizierung


Die RAG lässt das EnMS an allen Standorten jährlich mit internen wie externen Audits überprüfen. Mit Erfolg: Die Auditoren vom TÜV Nord Cert bescheinigten dem Unternehmen beim externen Audit im Jahr 2015 nicht nur einen sorgsamen Umgang mit Energie, sondern auch eine vorbildliche Leistung der gesamten RAG-Mannschaft: Das Energiemanagementsystem der RAG sei über alle Standorte hinweg ausgezeichnet strukturiert und organisiert. Es sei offensichtlich, dass alle Verantwortlichen mit hoher Motivation an den anspruchsvollen energetischen Zielen arbeiten. Zudem betonten die Auditoren, dass in allen Organisationen das Thema EnMS in das RAG-weite Lean Processing sehr gut integriert wurde, um energetische Prozesse systematisch zu verbessern.

Neben dem Energiemanagementsystem der RAG tragen auch die nach dem Energiedienstleistungsgesetz vorgeschriebenen und im Jahr 2015 erstmalig durchgeführten Energieaudits, zur positiven Energiebilanz der RAG bei. Im Berichtszeitraum 2015 bildete Strom mit 84 Prozent den größten Anteil aller eingesetzten Energieträger bei der RAG*. Umgerechnet entspricht das einer CO2-Emission von rund 481.000 Tonnen. Durch Rückzugsmaßnahmen und Aktionen im Rahmen des Energiemanagementsystems sparte das Unternehmen im Berichtszeitraum rund 20.000 Megawattstunden ein. Bedingt durch den Auslaufprozess beträgt die Energieeinsparung zum Vorjahr insgesamt rund 81.000 Megawattstunden.

Verantwortlich für das EnMS ist ein vom RAG-Vorstand bestellter Energie-managementbeauftragter. Er führt mit seinem Stellvertreter ein Team aus insgesamt 15 Energiebeauftragten und -unterstützern. Die Energiebeauftragten sind in der Regel Ingenieure und Techniker und arbeiten in den Bergwerken und Servicebereichen. Sie dokumentieren, planen den gesamten Energieeinsatz und sorgen für das Controlling und die Energieanalysen. Sie bewerten regelmäßig die energieintensiven Anlagen und Prozesse, insbesondere der Bergwerke und der Wasserhaltung. Außerdem prüfen sie im Rahmen der Wirtschaftlichkeit den Einsatz alternativer Technologien. Die Energieunterstützer sind in den Verwaltungen vor allem als Multiplikatoren kommunikativ tätig.

Die Ziele der RAG sehen vor, auch in Zukunft den Energieverbrauch weiter zu senken. Dazu wird zum Beispiel ein neues E-Learning-Programm mit verpflichtendem Abschlusstest für alle angestellten Mitarbeiter des Unternehmens beitragen. Einen ganz wesentlichen Beitrag wird zudem die Umsetzung des Grubenwasserkonzepts leisten. Durch eine Anhebung des Grubenwasserspiegels lassen sich die Pumphöhe sowie die Wasserhaltungsstandorte und damit auch die Zahl der Pumpen reduzieren. Diese Maßnahme sorgt zusammen mit der geplanten Umstellung auf Tauchpumpenbetrieb für eine wesentliche Energieeinsparung und damit für einen wertvollen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz.

*Diese Angabe umfasst alle RAG-Bergwerke (mit Ausnahme der Beteiligungs-gesellschaft RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH), die Wasserhaltungs- und Verwaltungsstandorte, die Zentralwerkstatt sowie die sonstigen Hilfsbereiche.

Erfassung und Analyse aller eingesetzten Energieträger*