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Verwerten geht vor deponieren

Bei der RAG fielen in den Bereichen Bergwerke, Wasserhaltungen, Rückbau und sonstige Betriebe im Jahr 2015 rund 109.000 Tonnen Abfall an, verteilt auf circa 84 verschiedene Abfallarten. Davon waren nach Abfallverzeichnisverordnung etwa 7.600 Tonnen gefährliche Abfälle und knapp 102.000 Tonnen nicht gefährliche Abfälle. Im Berichtszeitraum war damit das Gesamtabfallaufkommen um knapp 9.000 Tonnen höher als im Vorjahr. Die Schwankungen ergeben sich hierbei durch unterschiedlich hohe Abfallaufkommen bei Rückbau beziehungsweise Sanierung von Standorten.

Zu den gefährlichen Abfällen bei der RAG zählen beispielsweise Boden und Steine, Gemische oder getrennte Fraktionen aus Beton, Ziegeln, Fliesen und Keramik, Glas, Kunststoff und Holz, Verpackungen aus Papier und Pappe, die jeweils gefährliche Stoffe enthalten, ölhaltige Abfälle, Gemische aus Öl-/Wasserabscheidern, Aufsaug- und Filtermaterialien, Bleibatterien sowie Hydrauliköle.

Nicht gefährliche Abfälle sind unter anderem Boden und Steine, Gemische aus Beton, Ziegeln, Fliesen und Keramik, die jeweils keine gefährlichen Bestandteile enthalten, Eisen und Stahl, gemischte Bau- und Abbruchabfälle, Kunststoffe und Gummi, Kabel, Verpackungen sowie Papier und Pappe.

Die meisten der oben genannten Fraktionen sind dabei besonders charakteristisch für den Bereich des Rückbaus beziehungsweise der Sanierung von Standorten, kommen aber genauso auch auf aktiven Standorten vor.

Das Management der Abfälle der RAG Aktiengesellschaft wird für alle abfallerzeugenden Betriebe der RAG Aktiengesellschaft durch eine Umweltverfahrensanweisung (UVA) beschrieben. Alle an den Entsorgungsmarkt abgegebenen Abfälle werden in dem Abfallmanagementsystem der RAG digital in SAP erfasst und können so jederzeit abgerufen werden. Eine Meldung der entsorgten Mengen einzelner Betriebe erfolgt dabei, neben den teilweise betriebsplanmäßig geforderten bergbehördlichen Meldungen, jährlich auch über die Meldungen des Schadstoffverbringungs- und Freisetzungsregister an Länder, Bund und die EU, sowie alle vier Jahre an die Landesämter für Statistik. Diese Meldungen sind gesetzlich vorgeschrieben.

Überdurchschnittliche Verwertungsquote

Ab dem Jahr 2020 ist gemäß Abfallgesetzgebung für sogenannte Siedlungsabfälle eine Verwertungsquote von 65 Prozent und für nicht gefährliche Bau- und Abbruchabfälle von 70 Prozent vorgeschrieben. Beide Verwertungsquoten lagen bei der RAG im Berichtszeitraum im Mittel bei 100 beziehungsweise 94 Prozent und damit bereits jetzt schon über den geforderten Quoten. Dies ist exemplarisch für den Grundsatz der RAG Abfälle vorrangig einer Verwertung zuzuführen d.h. die Verwertung von Abfällen geht also vor  Deponierung. Dies unterstützt die Kreislaufwirtschaft und ist konform zum Kreislaufwirtschaftsgesetz.

Für alle unter Tage anfallenden Abfälle, wie Öle, Hausmüll, verschmierte Putzlappen, gebrauchte Klebepatronen etc., gibt es geeignete und gekennzeichnete Sammelsysteme. Stoffe, die beim Rückzug aus dem Grubengebäude anfallen, werden gemäß RAG-Regelung „Umgang mit Sachen und betrieblichen Einrichtungen beim Rückzug aus dem Grubengebäude“ geraubt. Die geraubten oder gesammelten Stoffe werden nach über Tage transportiert, dort ggfs. noch einmal sortiert und ordnungsgemäß extern entsorgt.

Über die große Menge Abfälle gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz hinaus gibt es aber noch eine weitere kleinere Stofffraktion. 2015 sind auch ungefähr 6.000 Tonnen bergbauliche Reststoffe nach Allgemeiner Bundesbergverordnung angefallen. Es handelt sich dabei hauptsächlich um ausgefallene, geogene Sedimente aus den untertägig betriebenen Wasserhaltungen und den Grubenwasserleitungen. Eine Verbringung erfolgt dabei, quasi an ihrem Entstehungsort, in betriebsplanmäßig genehmigte und auch per Abfallbewirtschaftungsplan angezeigte Strecken unter Tage. Jede Einlagerung muss dabei dokumentiert werden und wird direkt von den Betrieben an die Bezirksregierung Arnsberg oder das Bergamt Saarbrücken gemeldet. Nach Ende der Einlagerung werden diese Strecken dann mit Dämmen fest verschlossen.

Verteilung des Abfallaufkommens auf die Funktionsbereiche