Mit der Region verbunden. Nachhaltig.

Know-how sichern und Wissen weitergeben

In den vergangenen Jahrzehnten haben die RAG und ihre Mitarbeiter ein umfangreiches Bergbauwissen entwickelt. Hierzu zählen das Know-how und die Erfahrung der Bergleute ebenso wie die erprobten Technologien, die für die anspruchsvollen Kohlenreviere in Deutschland entwickelt wurden. Zugleich umfasst es spezialisierte Kenntnisse, deren Anwendungsmöglichkeiten weit über den Bergbau hinausreichen: etwa hinsichtlich Rohstoffversorgung, verantwortlicher Ressourcennutzung, Umweltmanagement, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Erzeugung erneuerbarer Energien sowie nachhaltiger Entwicklung von Flächen und Regionen.

Dieses Wissen spielt nicht nur für den aktiven Steinkohlenbergbau eine entscheidende Rolle, sondern soll auch über das Jahr 2018 hinaus vertieft und vermittelt werden. Damit führt die RAG die Tradition der Bergleute, überliefertes Wissen zu teilen und voneinander zu lernen, auf wissenschaftlicher Ebene fort. Dazu arbeitet das Unternehmen eng mit Bildungseinrichtungen und wissenschaftlichen Forschungs- und Lehrinstituten zusammen und engagiert sich in verschiedenen Kooperationen. So unterstützt die RAG zum Beispiel das Stipendienangebot „Ruhr Fellowship“, das Studierenden aus den USA die Unilandschaft und Wirtschaft im Ruhrgebiet nahebringt – Grubenfahrt inklusive.

Forschen für die Zukunft

Zunehmend stehen in der wissenschaftlichen Forschung Fragestellungen der bergbaulichen Nachsorge im Vordergrund, etwa an der Technischen Hochschule (TH) Georg Agricola zu Bochum. Die 1816 als Bergbauschule gegründete Einrichtung, die sich unter anderem mit den Ewigkeitsaufgaben, ehemaligen Bergbauflächen und dem Altbergbau beschäftigt, hat 2012 eine Kooperationsvereinbarung mit der RAG-Stiftung geschlossen. Das gemeinsame Ziel: Lehre, Forschung und Weiterbildung in den Bereichen Geoingenieurwesen und Nachbergbau zu fördern. So wird seit dem Jahr 2013 der Masterstudiengang Geoingenieurwesen und Nachbergbau angeboten, für den die RAG-Stiftung eine Stiftungsprofessur fördert. Der Studiengang bildet Nachwuchsfachkräfte dafür aus, in verantwortlicher Position die komplexen Vorgänge der Bergwerksschließung und der Nachsorge zu planen und durchzuführen. Zudem wurde im Oktober 2015 das Forschungszentrum Nachbergbau an der TH eröffnet. Das in Deutschland einmalige interdisziplinäre Zentrum soll Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zum Umgang mit Bergbaufolgen vorantreiben. Dabei stehen nicht nur technische Aspekte, sondern auch soziale Themen des Bergbaus und die Begleitung des Wandels in ehemaligen Förderregionen im Fokus. Teil des Forschungszentrums ist auch das bereits im Jahr 2013 eröffnete Labor für Geotechnik und Nachbergbau. Geforscht wird hier insbesondere zu Gas- und Wassermigration, Grubenwasseranstieg, Urban Mining, innovativen Monitoring-verfahren sowie klassischem Erd- und Grundbau.

Auch die Universität Duisburg-Essen zählt zu den Kooperationspartnern der RAG. Bei einem gemeinsamen Forschungsprojekt stehen erneuerbare Energien im Fokus, genauer gesagt die Zwischenspeicherung von Energie. Bei dem Projekt geht es um die Umwidmung untertägiger Anlagen des Steinkohlenbergbaus für diesen Zweck. Die Forschungsgruppe untersucht die Potenziale für verschiedene Ausführungen und Kombinationen von Unterflur-Pumpspeicherkraftwerken. Neben der technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit werden auch rechtliche und ökologische Bewertungen erstellt. Ziel ist es, ein Realisierungskonzept für die Nutzung solcher unterirdischer Kraftwerke zu entwickeln.

Am Deutschen Bergbau-Museum Bochum und der Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets, die sich dem Sammeln und Vermitteln von Bergbauwissen verschrieben haben, wird ebenfalls zu Bergbauthemen geforscht. Weitere Informationen zu der Arbeit dieser Einrichtungen finden sich hier.