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Das Ziel heißt Null

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz nehmen bei der RAG schon seit Anfang der 1990er Jahre einen gleichrangigen Stellenwert mit Produktion und Wirtschaftlichkeit ein. Standen zunächst hauptsächlich technische Verbesserungen im Mittelpunkt, so folgten zahlreiche Veränderungen in der Organisation und die Beachtung des Menschen in seinem sicherheitlichen Verhalten. Dazu zählen verbesserte Vorschriften zur Unfallverhütung, die Einführung von Fachkräften für Arbeitssicherheit oder Risikoanalysen. Einen positiven Einfluss übten auch Gewerkschaft und Mitbestimmung und eine veränderte Unternehmenskultur aus. Und die Maßnahmen zeigten Erfolg: Seit dem Jahr 1995 sanken die Unfallzahlen dank zahlreicher Maßnahmen im Steinkohlenbergbau um über 90 Prozent auf das außerordentlich niedrige Niveau von 4,4 Unfällen pro eine Million Arbeitsstunden im Jahr 2015.

Doch dabei soll es nicht bleiben. Nach Ansicht der Arbeitsschutzorganisation ISSA Mining (International Social Security Association), mit der die RAG kooperiert, ist es auch in einer Industrie mit einem hohen Risikopotenzial wie dem Bergbau möglich, die Anzahl der Arbeitsunfälle systematisch und kontinuierlich zu senken. Es gilt, die Zahl der Unfälle in der Rohstoffindustrie durch geeignete Präventionsmaßnahmen weiter zu verringern. Und der erkennbar hohe Stellenwert, den die Arbeitssicherheit bei der RAG genießt, besteht auch im Auslaufbergbau weiter. Mit dem Konzept „Sicher bis 2018“ will das Unternehmen das gute Niveau des Arbeitsschutzes halten und möglichst weiter steigern. Das Know-how im Bereich Arbeitsschutz stellt die RAG im Rahmen des Engagements für ISSA Mining weltweit zur Verfügung.

„Mit unserem Engagement bei ISSA Mining unterstreichen wir die Bedeutung des Arbeitsschutzes, insbesondere auf dem Gebiet der Prävention.“

Peter Schrimpf, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der RAG

Arbeitssicherheit ist eine sehr komplexe Angelegenheit, denn zahlreiche Räder müssen reibungslos ineinandergreifen. Organisiert wird sie bei der RAG zusammen mit dem Gesundheits- und Umweltschutz nach der Konzernrichtlinie AGU (Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz). Strategische Entscheidungen werden im Konzernausschuss AGU getroffen. Für deren Umsetzung ist der sogenannte Koordinierungsausschuss AGU (bei der RAG Deutsche Steinkohle) verantwortlich, der seine Anweisungen an entsprechende Fach- und Arbeitskreise delegiert. Sämtliche AGU-Ziele werden in einem ganzheitlichen Konzept auf allen Ebenen verfolgt. Das reicht von Sicherheitsunterweisungen vor Ort über Führungskräfteentwicklung bis zu AGU-Programmen der Betriebe. So beschloss zum Beispiel der Bereichsleiterkreis des Bergwerks Prosper-Haniel eine Fahrwegkolonne unter der Führung der Sicherheitsabteilung zu gründen, um den Zustand der Fahrwege unter Tage zu optimieren. Immerhin resultiert etwa jeder dritte Unfall unter Tage aus Stürzen, Stolpern und Rutschen während der Fahrung. Das hat teilweise schwere Verletzungen und somit längere Ausfallzeiten der Betroffenen zur Folge. Zu den Maßnahmen gehört aber auch die konzernweite Arbeitsschutzkampagne, die im Jahr 2015 entwickelt wurde und bis Ende des Jahres 2018 die eigenen Mitarbeiter ebenso wie die Partnerfirmenmitarbeiter zu sicherem Handeln vor, während und nach der Arbeit anhalten soll.
 
Sicherheitsfachkräfte und Sicherheitsbeauftragte

Jedes Bergwerk der RAG verfügt über eine Arbeitsschutzfachabteilung mit mehreren Fachkräften für Arbeitssicherheit. Die RAG ist zertifiziert, diese Fachkräfte nach den Richtlinien der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) selbst aus- und fortzubilden. Neben den hauptberuflichen Sicherheitsfachkräften gibt es sogenannte Sicherheitsbeauftragte. Diese regelmäßig geschulten Mitarbeiter achten neben ihrer  regulären Tätigkeit ehrenamtlich gezielt auf die Einhaltung der betrieblichen Sicherheit. Sie beraten, informieren oder unterweisen zum Beispiel ihre Arbeitskollegen. Ihren Vorgesetzten steht es frei, einen dieser Mitarbeiter seine Arbeit als Sicherheitsbeauftragten auch hauptberuflich tun zu lassen. Die Führungskräfte im Bergwerk werden bei Ihrer Zielerreichung unter anderem auch an der Unfallkennziffer gemessen.

Die Herausforderungen für die Zeit bis zum Ende des Bergbaus 2018 sind zum einen die Veränderungsprozesse, allen voran nach dem konzernweiten „Lean Processing Program“. Beim Thema Sicherheit stoßen diese nicht selten an ihre Grenzen. Denn meist stellt sich die Frage, ob das, was verändert werden soll, genauso sicher ist oder gar zur Erhöhung der Sicherheit beiträgt. Wird ein Prozess zwar schneller, aber mit höheren Risiken erkauft, verzichtet das Unternehmen auf eine Prozessoptimierung an dieser Stelle. Zu den weiteren Aufgaben gehört es, den Verlust von Know-how zu stoppen und dafür zu sorgen, dass die erforderliche Vorsicht und Sorgfalt der Mitarbeiter nicht abnehmen.

Anzahl meldepflichtiger Unfälle