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Frühzeitige Planung verhindert Know-how-Verlust

Mit dem Wandel der RAG vom produzierenden Unternehmen hin zu einem Betrieb, der sich um den Nachbergbau kümmert, verringert sich auch die Mitarbeiterzahl. Neu ist der verantwortliche Umgang damit für das Unter-nehmen nicht: Seit Gründung der Ruhrkohle AG im Jahr 1968 musste die Zahl der Beschäftigten im deutschen Steinkohlenbergbau bereits um insgesamt 250.000 reduziert werden. Im Berichtszeitraum sank die Zahl auf 9.631 Mitarbeiter im RAG-Bergbaubereich. Bis zum Auslauf sinkt die Zahl der Mitarbeiter kontinuierlich und sozial-verträglich weiter auf 2.456 Mitarbeiter. Bis zum Ende der Steinkohlenförderung im Jahr 2018 und auch darüber hinaus steht die RAG daher nicht nur vor der Herausforderung, einen sozialverträglichen Personalabbau sicherzustellen. Sondern es gilt auch, benötigte Kompetenzen im Unternehmen zu halten, um jederzeit alle Aufgaben erfüllen zu können.

Der Personalsteuerung kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Verantwortlich hierfür sind die acht Mitarbeiter des Zentralbereiches Personalsteuerung und Controlling. Weitere Mitarbeiter in den 14 Geschäftsbereichen arbeiten dem Bereich zu, planen unter anderem aktuelle Schichtbedarfe, melden Anfahrfaktoren bei denen Abwesenheiten wie zum Beispiel durch Krankheit, Freizeit  aber auch Mehrarbeit an Wochenenden vorausschauend geplant werden. Auf Basis dieser Informationen werden dann die erforderlichen Schichten und Mitarbeiter an allen Standorten und in den einzelnen Statusgruppen festgelegt. Die Planungen gehen weit über den aktuellen Einsatz von Mitarbeitern hinaus: Der Mittelfristzeitraum reicht bis zum Jahr 2022, das heißt, dass bereits jetzt die personellen Bedarfe bis zu diesem Zeitpunkt ermittelt werden. Im Fokus steht dabei, die Produktion bis zum Auslauf im Jahr 2018 sicherzustellen und darüber hinaus die Personalbedarfe bis zum Jahr 2022 festzulegen.

 

Dem Know-how-Verlust entgegenwirken

Zeichnen sich Engpässe ab, kann die RAG diesen durch ihre langfristige Planung frühzeitig entgegenwirken. Beispielsweise können nicht alle Mitarbeiter zum frühestmöglichen Zeitpunkt freigestellt werden, wenn sie über bestimmte Spezialqualifizierung verfügen und ihr Know-how weiterhin benötigt wird. Auf diese Weise konnte etwa sichergestellt werden, dass in den Bergwerken Prosper-Haniel und Ibbenbüren bis Ende 2018 jeweils Spezialisten wie zum Beispiel Fördermaschinisten in erforderlicher Anzahl zur Verfügung stehen. Auch Qualifizierungsmaßnahmen koordiniert das Unternehmen frühzeitig. Im Jahr 2015 fand zum Beispiel der letzte Wettersteiger-Lehrgang statt. Wettersteiger zeichnen für die Versorgung mit frischer Luft unter Tage, die sogenannte Grubenbewetterung, verantwortlich und benötigen dafür eine spezielle Ausbildung. Durch die Qualifizierung von weiteren Mitarbeitern stehen der RAG für die nächsten Jahre ausreichend Wettersteiger zur Verfügung.

Daneben spielt die Verlegung der Mitarbeiter von einem Bergwerk zu einem anderen bei der Personalsteuerung eine wichtige Rolle. So sind beispielsweise insgesamt 1.000 Mitarbeiter des Bergwerks Auguste Victoria, das Ende 2015 die Förderung einstellte, mittlerweile an anderen Standorten für die RAG tätig oder werden im Jahr 2016 noch verlegt. Nach der Fördereinstellung an der Saar wurden die Mitarbeiter, die nicht in den Vorruhestand wechseln konnten, zu anderen Standorten der RAG verlegt. Ein Großteil von ihnen arbeitet heute auf dem Bergwerk Ibbenbüren.