Auf uns ist Verlass. Jederzeit.

CultNature

Stadtquartiere durch produktive Parklandschaften ökologisch aufwerten: Ziele des Projekts

Bei dem Forschungsprojekt CultNature trägt die RAG sowohl mit ihrem Know-how als auch mit ihren vorhandenen Flächen zur nachhaltigen Stadt- und Regionalentwicklung in nordrhein-westfälischen Bergbaurückzugsgebieten bei. Die Konzerntocher RAG Montan Immobilien beteiligt sich dazu gemeinsam mit NRW.Urban an der Umsetzungsstudie von CultNature, die unter Federführung des Instituts für Arbeit und Technik der Fachhochschule Gelsenkirchen (IAT) erfolgt und vom Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wird. Die Beiträge von RAG Montan Immobilien dienen dabei als Modell für die künftige Schaffung von Bio-Montan-Parks im Revier, die dem regionalen Energiewandel sowie der nachhaltigen Quartiersentwicklung Rechnung tragen.

Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fördert das Vorhaben von CultNature. EFRE, der für den wirtschaftlichen Aufschwung in den Regionen sorgen soll, wählte das Projekt im Rahmen des ko-finanzierten operationellen Programm für NRW im Ziel „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ 2007-2013 aus.

Eine ganze Region gewinnt: Wege zu einer nachhaltigen Urbanität

Hinter dem Begriff „CultNature“ verbirgt sich ein innovatives Konzept zur Nutzung von Industriebrachen für eine ökologische Stadtentwicklung. Die Flächen sollen sich zu produktiven Parklandschaften entwickeln, die mit ihrer hohen Aufenthaltsqualität wiederum neue Räume für soziale und kulturelle Aktivitäten schaffen. Im Gegensatz zu kunstvoll gestalteten Parkanlagen klassischer Städte mit hohen Unterhaltskosten steht bei den sogenannten Bio-Energie-Parklandschaften von CultNature die Nachhaltigkeit, also die Balance aus ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Tragfähigkeit, im Fokus. Es gilt, die ehemaligen Industrieflächen so zu kultivieren, dass sich dort die Lebens-, Wohn- und Standortqualität verbessert und gleichzeitig ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet wird.

Bei einer sukzessiven Entwicklung der Fläche kann CultNature auch als sinnvolle Zwischenlösung für einzelne Parzellen dienen, bis später eine anderweitige Bebauung erfolgt. In den „Bio-Energie-Parks“ werden Felder für schnell wachsendes Gehölz wie Akazien, Pappeln oder Gräser in Parkanlagen eingebunden und Wege mit Plätzen, Zierpflanzungen und Freizeitanlagen geschaffen. Die Parkanlagen sollen neue Freizeitmöglichkeiten eröffnen. Die Gehölz- und Gräserpflanzungen lassen sich wirtschaftlich für die Erzeugung von Fernwärme, Strom, Ethanol und anderen Formen von Bio-Energie nutzen. Gleichzeitig dienen sie der Verbesserung der CO2 - Bilanz des Ruhrgebiets und schaffen Ausgleichsflächen.

CultNature vermittelt der lokalen und regionalen Wirtschaft anhaltende Innovations- und Wachstumsimpulse. Bei den Projekten setzen die Kooperationspartner auf eine konsequente Beteiligung von Studenten und Auszubildenden, um das Ruhrgebiet für junge, aufgeschlossene, engagierte und kreative Menschen noch interessanter zu machen. Langfristig sichert der Prozess nicht nur die ökologische, sondern auch die wirtschaftliche und soziale Zukunft der Region.

Um die Studie voranzutreiben, stellt RAG Montan Immobilien gleich mehrere ehemalige Bergbauflächen zu Forschungszwecken zur Verfügung. Bisher steht noch nicht in Gänze fest, ob sich die Betrachtungsobjekte für eine Nutzung im Sinne von CultNature eignen. Um das herauszufinden, steht die Konzerntochter nicht nur im engen Kontakt mit den Kooperationspartnern im Projekt, sondern arbeitet auch eng mit den jeweiligen Städten zusammen. Darüber hinaus gilt es, Akteursstrukturen und Interessenskonstellationen sowie planungsrechtliche Vorgaben zu beachten, die die Flächenentwicklung begleiten. Im Fokus der Arbeit steht, die Bedürfnisse aller Beteiligten aufzunehmen und schlussendlich maßgeschneiderte Konzepte zu realisieren. Mit der Kokerei Graf Bismarck in Gelsenkirchen und einer Teilfläche des Bergwerks Ost in Hamm bringt RAG Montan Immobilien gleich zwei Projekte in die Studie ein.

Zeche Heinrich Robert 1/2/4 in Hamm

Im September 2010 stellte das ehemalige Bergwerk Ost die Steinkohlenförderung ein. Damals arbeiteten auf der Zeche noch rund 1800 Mitarbeiter, die im Zuge der Stilllegung auf andere Bergwerke der RAG wechselten. Ein Teilbereich des Bergwerks Ost, entstanden aus den Verbünden der vorangegangenen Jahre, war die Zeche Heinrich Robert 1/2/4, die sich seit dem Jahr 1969 im Besitz der RAG befindet.

Die Teilfläche liegt im Siedlungsrandgebiet, im Südwesten der Stadt Hamm zwischen den Stadtteilen Herringen und Pelkum. Auf dem nordwestlichen Teil der Fläche befindet sich die rund zehn Hektar große Halde Humbert. Die Gesamtfläche beträgt circa 65 Hektar. Direkt im Anschluss der Stilllegung begann die RAG gemeinsam mit der Stadt Hamm die Planung der Folgenutzung. Der Plan sieht vor, Teilflächen des ehemaligen Bergbauareals im Sinne von CultNature zu nutzen. Dabei gilt es aber immer, das Gesamtentwicklungspotenzial der Fläche in Betracht zu ziehen. RAG Montan Immobilien arbeitet eng mit den Stadt- und den Kooperationspartnern von CultNature zusammen.

Bergwerk West in Kamp-Lintfort

Auch für das ehemalige Bergwerk West, das im Dezember 2012 seine Förderung einstellte, prüft RAG Montan Immobilien derzeit Möglichkeiten, Teilflächen nach dem Leitgedanken von CultNature zu gestalten. Eine finale Entscheidung steht jedoch auch hier noch aus. Im Rahmen der sukzessiven Entwicklung der Fläche ist es vorgesehen, einzelne, erst langfristig vermarktbare Baufelder, mit schnellwachsenden Gehölzen zu bepflanzen, um daraus Biomasse zu gewinnen. Das Stichwort dabei lautet „Natur auf Zeit“. Sobald eine bauliche Nutzung der Parzelle möglich ist, kann die Fläche dafür wieder freigemacht werden. Auch die im Osten des Areals geplanten Freiraumflächen lassen sich mit Energiepflanzen gestalten, welche zu unterschiedlichen Jahreszeiten blühen und in unterschiedlichen Zeitabständen geerntet werden.