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09.01.2018

RAG initiiert PCB-Pilotstudie

Blutuntersuchungen sollen Transparenz schaffen. RWTH Aachen übernimmt die unabhängige, wissenschaftliche Analyse.

Zum Jahresbeginn lädt die RWTH Aachen 200 Bergleute ein, an einer Blutuntersuchung auf PCB (polychlorierte Biphenyle) teilzunehmen. Die RAG stieß die Untersuchung an, um für Aufklärung zu sorgen. Peter Schrimpf, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der RAG betont: „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und wollen mit dieser Studie zur Transparenz beitragen.” 

Die Blutabnahmen sowie die Anamnese werden vom Arbeitsmedizinischen Zentrum der RAG (AMZ) durchgeführt. Um aussagekräftige Vergleiche mit der möglichen Belastung der Allgemeinbevölkerung zu erhalten, ist eine Auswahl von mindestens zweihundert Bergleuten erforderlich. Das AMZ leitet die Proben und Unterlagen an das Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Uniklinik der RWTH Aachen (IASU) weiter. Das Institut übernimmt – unter Federführung von Prof. Thomas Kraus – die Analysen. Prof. Kraus ist ein ausgewiesener Experte beim Thema PCB.

Das gesamte Verfahren erfolgt in enger Abstimmung mit einem breit angelegten Steuerkreis. Dieser hat das wissenschaftliche Konzept entwickelt, eine Ethikkommission eingebunden und datenschutzrechtliche Fragestellungen geklärt.

Im Zeitraum von den 60er Jahren bis Mitte der 80er Jahre wurden aus brandschutztechnischen Gründen unter Tage PCB-haltige Hydrauliköle eingesetzt. Nach einem Grubenunglück in Belgien in den 1950er Jahren wies die Bergbehörde alle Bergbaubetriebe an, auf schwer entflammbare Hydrauliköle umzustellen, die zu dieser Zeit PCB enthielten. Das Gefährdungspotenzial von PCB wurde damals anders eingeschätzt.