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07.05.2020

Förderberg verfüllt

26.000 Kubikmeter Beton wurden in den Schrägschacht eingelassen. Eine der wohl bedeutsamsten Einrichtungen des ehemaligen Bergwerks Prosper-Haniel – der Schrägschacht am Standort Prosper II – ist verschlossen. Über ein Jahr nach Ende der Steinkohlenförderung in Deutschland gehen auch die Arbeiten an diesem Standort des Bergwerks dem Ende entgegen. Die Schächte 9 in Grafenwald und 10 in der Kirchheller Heide sind bereits verfüllt.

Die Verfüllung des Förderbergs ist abgeschlossen. Etwa 26.000 Kubikmeter Beton brachte die Mannschaft ein. Die Besonderheit hier: Der Beton wurde per Schlauch eingelassen und nicht wie bei den Schächten per Bandanlage. Der Förderberg wurde ab einer Länge von 1170 Metern verfüllt. Dort war zuvor ein Damm errichtet worden. Im gesamten Förderberg wurden nach Ausbau der Bandanlage auf einer Länge von 3600 Metern  zwei parallel verlaufende Rohrleitungsstränge eingebaut.  Hierfür musste die Mannschaft 2880 Stahlbetonrohre mit einer Länge von 2,5 Metern und einem Gewicht von 980 Kilogramm transportieren und verlegen. Da dieser Standort im Rahmen des Grubenwasserkonzepts der RAG ein Reservestandort ist, können diese Rohrleitungen bei Bedarf zur Wassereinleitung genutzt werden.

Mit Beginn der Auffahrung im Jahre 1985 zählte der Förderberg zu eine der wohl bedeutsamsten Neuerungen in der Geschichte des Bergwerks Prosper-Haniel. Der Schrägschacht mit einer Länge von rund 3,7 Kilometer setzte unter Bottrop-Eigen an und verband die 5. Sohle (768 Meter Teufe) mit der Aufbereitungsanlage von Prosper II. Mit einer Neigung von 21 Prozent war der Förderberg einzigartig im europäischen Steinkohlenbergbau. Im Beisein von zahlreichen prominenten Gästen, mit Vertretern aus Politik, Kirche und der Industriegewerkschaft Bergbau und Energie (heute IG BCE) ging der Förderberg am 3. November 1986 in Betrieb.

Der Schrägschacht galt als zukunftsweisend, da er die Umwelt schützte und gleichzeitig die Arbeitssicherheit erhöhte. Der Abbau von Steinkohle verlagerte sich mehr und mehr in Richtung Norden. Es mussten Konzepte entwickelt werden, um die Lagerstätte mit den vorhandenen Einrichtungen über Tage besser zu verbinden und die Förderwege zu vereinfachen. Am Standort Prosper II wurden bereits 75 Prozent der Gesamtförderung gehoben und in modernen Anlagen aufbereitet und verladen.

Die Entscheidung fiel auf eine geradlinige Verbindung von der 5. Sohle vom Kopf des Gesteinsbergs zur nordwestlichen Ecke des Betriebsgeländes. So ließ sich die gesamte Rohkohlenförderung an einem Förderstandort zusammenfassen. In einer riesigen Rundhalle wurde diese Rohförderung gemischt und dann in die Aufbereitungsanlage geleitet.

Zeitgleich mit der Auffahrung des Förderbergs lief die Entwicklung der Bandanlage, die ebenfalls gigantische Ausmaße hatte: Die Gesamtlänge des Fördergurts betrug rund 7600 Meter mit einem Gewicht von 800 Tonnen. Es war der bis dahin stabilste Gurt der Welt: Er hätte drei Jumbojets gleichzeitig beim Abheben am  Boden halten können. Da der Gurt nicht in einem Stück herzustellen und zu transportieren war, erfolgte die Lieferung in 21 Teilstücken von je 365 Meter Länge und 39 Tonnen Gewicht. Der Gurt bestand aus 72 Stahlseilen mit 12,5 Millimeter Durchmesser, die in Gummi eingebettet waren.

Die Bandanlage, die zu Spitzenzeiten rund 2000 Tonnen Rohkohlen pro Stunde förderte, verbesserte die Wirtschaftlichkeit des Bergwerks enorm. Die Rückführung der anfallenden Waschberge auf dem Untergurt in die Grube und der untertägige Transport bis zur Halde Haniel sorgten außerdem für einen aktiven Beitrag zur Umweltentlastung. Denn sonst hätten die Waschberge mit Lkw durch die Stadt Bottrop gefahren werden müssen.

Letztlich war auch der Förderberg Grund dafür, dass das Bergwerk Prosper-Haniel das letzte der RAG im Ruhrgebiet war, das dann im Dezember 2018 stillgelegt wurde. Auch der Förderberg ist jetzt nur noch Teil der Geschichte im Steinkohlenbergbau Bottrops.

Dr. Stefan Roßbach, Bereichsleiter Wasserhaltung, im Gespräch mit den Journalisten.

RAG-Pressesprecher Christof Beike und Dr. Stefan Roßbach begrüßen die Journalisten auf Prosper II.

Die Mannschaft verabschiedet sich von dem Förderberg.

Für das Grubenwasserkonzept der RAG bauten die Mitarbeiter Stahlbetonrohre ein.

Der Förderberg zu seinen aktiven Zeiten: Mit dem Jeep befuhren die Mitarbeiter den Schrägschacht.

Per Bandanlage kamen die Rohkohlen von unter Tage über den Schrägschacht in die Aufbereitung von Prosper II.

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