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11.09.2019

Fachtagung „Bergbau, Energie, Rohstoffe“ an der THGA: Podiumsdiskussion mit Minister Pinkwart

Wie kann die Weltbevölkerung dauerhaft, sicher, bezahlbar sowie umwelt- und sozialverträglich mit Energie und Rohstoffen versorgt werden? Dieser zentralen Zukunftsaufgabe widmet sich die Fachkonferenz „Bergbau, Energie und Rohstoffe 2019“.

Rund 400 Experten aus ganz Deutschland kommen vom 10. bis 13. September an der Technischen Hochschule Georg Agricola (THGA) in Bochum zusammen, um über Ansätze und Lösungen zu diskutieren. Auch das Thema Nachbergbau wird dabei einen Schwerpunkt bilden: Welche Risiken und Chancen die Bergbaufolgen mit sich bringen, wird am weltweit einzigartigen Forschungszentrum Nachbergbau (FZN) an der THGA interdisziplinär untersucht. Ausrichter der Tagung ist der Deutsche Markscheider-Verein (DMV). Die Schirmherrschaft hat Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie in Nordrhein-Westfalen, übernommen. 
 
Im Mittelpunkt steht das Thema Energiesicherheit in Deutschland und wie die Versorgung in Zeiten von Ressourcenknappheit aussieht. Ein grundlegender Wandel muss her, fordert auch Minister Pinkwart in seiner Keynote zum Auftakt der Veranstaltung: „Die Klimaschutzziele von Paris erfordern es, dass die Welt in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts weitgehend treibhausgasneutral wirtschaftet.“ Dieser Transformationsprozess stelle uns jedoch zugleich vor große Herausforderungen, so Pinkwart: „Aufgrund der weiterhin hohen Abhängigkeit von fossilen Energieträgern bei Strom, Wärme und im Verkehr werden sich künftig sowohl der Energiemix als auch die energiewirtschaftlichen Leistungsbeziehungen grundlegend verändern. Die bisherigen umfangreichen Importe von Erdöl, Steinkohle und Erdgas werden zunehmend durch erneuerbaren Energien erzeugten Strom und Wasserstoff sowie durch synthetische Gase und synthetische Kraftstoffe ersetzt. Dafür ist ein zügiger Netzausbau notwendig.“
 
Welche Herausforderungen und Chancen sich aus diesem Wandel ergeben, ist auch Thema der Podiumsdiskussion an der THGA, in der sich Prof. Dr. Andreas Pinkwart (FDP), Wibke Brems (B90/Die Grünen, MdL Nordrhein-Westfalen), Dr. Klaus Freytag (Beauftragter der brandenburgischen Landesregierung für die Lausitz), Dr. Thorsten Dierks (Hauptgeschäftsführer Vereinigung Rohstoffe und Bergbau e. V.) sowie Dr.-Ing. Walther Pelzer (Vorstandsmitglied des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, Leiter des DLR Raumfahrtmanagements) austauschen. 
 
An der THGA stehen Effizienz, regenerative Energien und ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen seit jeher im Fokus. Dabei haben Forschung und Lehre immer den gesamten Stoffkreislauf im Blick und natürlich die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt: „Rohstoffe und Energie sind für industrielles Wachstum, aber auch unser modernes Alltagsleben unverzichtbar“, sagt Hochschulpräsident Prof. Dr. Jürgen Kretschmann. „In jedem Handy, Auto oder Gebäude stecken natürliche Ressourcen. Bergbau und Energieversorgung bedeuten jedoch zwangsläufig Eingriffe in die Natur. Produktionsprozesse und deren Folgen sollten darum möglichst nachhaltig gestaltet werden. Diese zentralen Herausforderungen der Zukunft lassen sich unserer Auffassung nach nur interdisziplinär lösen – und mithilfe ganzheitlich denkender Fachleute, die wir an der THGA ausbilden.“ 

Über die Veranstalter: 
 
Der Deutsche Markscheider-Verein (DMV) organisiert im zweijährigen Turnus die Fachtagung „Bergbau, Energie, Rohstoffe“, um den fachlich-interdisziplinären Austausch aktueller technischer und geowissenschaftlicher Aspekte zur Energie- und Rohstoffversorgung zu unterstützen. Die rund 450 Mitglieder haben sich u.a. der Förderung von Wissenschaft, Forschung und Praxis im Markscheidewesen, der Weiterentwicklung von Berg- und Geotechnologien sowie der Vertretung des Berufsstandes verschrieben. 
 
Die THGA ist zum zweiten Mal Ausrichterin der Fachtagung. In den modernen Laboren der Hochschule entstehen Hightech-Materialien und Ideen für die Industrie 4.0. Die Bochumer Hochschule ist eine der führenden auf dem Gebiet der Rohstoffwissenschaften in Deutschland und kooperiert mit Forschungseinrichtungen rund um den Globus. Im weltweit einzigartigen Forschungszentrum Nachbergbau an der THGA liegt der Fokus momentan auf den so genannten Ewigkeitsaufgaben im Steinkohlenbergbau. Hier entwickeln die Expertinnen und Experten in einem interdisziplinären Team u. a. innovative Monitoring-Systeme oder neue Nachnutzungsideen. 
 
Weiterführende Informationen zur Tagung: www.energie-und-rohstoffe.org