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01.10.2019

Erlebnisbergwerk: Kooperation zwischen RVR, RAG und Stadt Recklinghausen sichert die Zukunft

Das Trainingsbergwerk (TBW) in Recklinghausen soll das größte Erlebnisbergwerk für Steinkohle in Deutschland werden. Dazu haben der Regionalverband Ruhr (RVR), die Stadt Recklinghausen und die RAG Aktiengesellschaft eine entsprechende Kooperationsvereinbarung getroffen.

Der RVR hat inzwischen das weiterhin unter Bergaufsicht stehende Areal des Trainingsbergwerks von der RAG übernommen. Der Kaufvertrag zwischen RVR und RAG wurde vor kurzem besiegelt. Der bereits gegründete Trägerverein hat das sieben Hektar große Areal übernommen, um es instand zu halten und für Besucherinnen und Besucher zu öffnen. Die landesweit für den Bergbau zuständige Bezirksregierung Arnsberg hat bereits dem Trägerverein den weiteren Betrieb des TBW genehmigt. Ende 2021 wird geprüft, ob das TBW dauerhaft als Besucherbergwerk betrieben werden kann.

Die RAG wird bis mindestens Ende 2021 das Trainingsbergwerk für Fortbildungsmaßnahmen, z.B. für die Grubenwehr, nutzen und dafür auch bezahlen. Die Stadt Recklinghausen verpflichtet sich, ein Defizit des Trägervereins bis zu einer Höhe von 40.000 Euro jährlich auszugleichen.

Zum TBW gehört ein Bergwerk, das auf 1.400 Metern Länge und 17 Metern Tiefe unter der Haldenspitze alles im Original beinhaltet, was den Steinkohlebergbau ausmacht. Dazu gehören drei Streckenvortriebe sowie Streben. Außerdem ist ein Tagesschacht vorhanden und das Stollensystem wird wie ein aktives Bergwerk bewettert. Die bergbautechnischen Geräte wie Hobel, Walzen- und Senklader, an denen früher die Auszubildenden der RAG übten, sind voll einsatzfähig. So können Besucher an funktionierenden Maschinen die Prozesse des Bergbaus hautnah erleben.

In Kombination mit dem Museum Strom und Leben, dem Landschaftspark Hoheward, dem Stadtteilpark Hochlarmark und der Drachenbrücke, die in unmittelbarer Nähe liegen, entsteht ein attraktives touristisches Angebot im Norden der Me-tropole Ruhr.

Die Kooperation zum Besucher- und Erlebnisbergwerk haben RVR, Stadt, RAG und Trägerverein heute (1. Oktober) vorgestellt.

Die Stimmen der Kooperationspartner zur Zukunft des Trainingsbergwerks


Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel vom Regionalverband Ruhr
„Der Steinkohlebergbau hat lange Zeit das Ruhrgebiet geprägt und eine Wirtschaftsregion mit fünf Millionen Menschen geformt. Mit dem Trainingsbergwerk bleiben die Geschichte der Industrialisierung und der Kumpel lebendig, insbesondere für kommende Generationen. Ich bin mir sicher, dass sich dieser mit allen Sinnen erlebbare Erinnerungsort zum touristischen Besuchermagneten der Metropole Ruhr entwickelt.“

Bürgermeister Christoph Tesche von der Stadt Recklinghausen
„Das ist heute ein guter Tag für Recklinghausen. Auch wenn bei uns die letzte Zeche bereits vor mehr als 18 Jahren den Betrieb eingestellt hat, gibt es in der Stadt immer noch eine sehr große Verbundenheit zum Bergbau. Ich freue mich deshalb, dass es gelungen ist, das Trainingsbergwerk als ein echtes Stück Zeitgeschichte zu bewahren. Ich erinnere mich noch sehr gut an meinen Besuch mit Bernd Tönjes im Dezember 2017 hier vor Ort, nach dem wir gemeinsam die Weichen zur Rettung dieser Anlage gestellt haben. Ganz sicher wird mit dem Trainingsbergwerk ein touristisches Alleinstellungsmerkmal im nördlichen Ruhrgebiet geschaffen, von dem Stadt und Region gleichermaßen profitieren.“

Peter Schrimpf, Vorstandsvorsitzender der RAG
„Das Trainingsbergwerk in Recklinghausen war ein wichtiger Stützpunkt in den Zeiten der Steinkohleproduktion. Hier wurden Innovationen getestet, Mitarbeiter aus- und weitergebildet. Zugleich war das Trainingsbergwerk auch schon immer ein Ort, an dem wir der Öffentlichkeit zeigen konnten, was wir im Steinkohlebergbau leisten. Ich freue mich sehr darüber, dass wir diesen Standort und auch die engagierten Mitarbeiter mit neuen Besitzern in die Zukunft führen können. Das Trainingsbergwerk wird Besucherbergwerk und zeigen, was uns im Revier stark gemacht hat.“

Klaus Gülzau, Vorsitzender des Vereins Trainingsbergwerk e.V.

„Die Mitglieder des Vereins Trainingsbergwerk Recklinghausen freuen sich, dass mit den heute anwesenden Partnern und Unterstützern der weitere Betrieb dieses Erlebnis- und Trainingsbergwerks ermöglicht wurde. Inzwischen engagieren sich 250 ehrenamtliche Vereinsmitglieder, um die Untertage-Welt für Besucher erfahrbar zu machen. Seit der Übernahme haben bislang über 4.000 Gäste die Arbeit des Bergmanns hautnah erleben können.“

v.l.n.r.: Peter Schrimpf (Vorstandsvorsitzender der RAG), RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel, Klaus Gülzau (Vorsitzender des Vereins Trainingsbergwerk e.V.), Nina Frense (RVR-Beigeordnete für Umwelt), Bürgermeister Christoph Tesche (Stadt Recklinghausen). Foto: RVR/Oberhäuser

Bei einer der Führungen durch das Trainingsbergwerk in Recklinghausen. Foto: RVR/Oberhäuser

Einer der rund 250 Ehrenamtlichen führt die Gruppe durch das Erlebnisbergwerk. Foto: RVR/Oberhäuser

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