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04.01.2021

Die RAG im Jahr 2020: Herausforderungen angenommen

Zwei Jahre ist es her, dass die letzten Bergwerke in Nordrhein-Westfalen geschlossen wurden. Am 21. Dezember 2018 überreichten RAG-Kumpel Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die letzte Kohle aus dem Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop. Heute hat die RAG alle Voraussetzungen dafür erfüllt, sich endgültig aus der Untertage-Welt zu verabschieden. „Das alles in schwierigen Zeiten – und dennoch unfallfrei“, lobt RAG-Vorstandsvorsitzender Peter Schrimpf seine Mannschaft. Und überhaupt ist das Unternehmen mit den Leistungen im Jahr 2020 zufrieden.

Auch für die beiden Bergwerke in Ibbenbüren und Bottrop, die noch bis zuletzt gefördert hatten, naht nun, rund zwei Jahre nach der Stilllegung der Produktion, mit dem endgültigen Abstellen der Pumpen der unwiderrufliche Abschied aus dem Grubengebäude. Während im Tecklenburger Land der Abschlussbetriebsplan zum Verlassen des Restgrubengebäudes bereits im April genehmigt worden war, erteilte die Bergbehörde diese letzte Genehmigung im November auch für Prosper-Haniel. Mit der zum Jahresbeginn erwarteten  Zulassung für die Abschlussbetriebsplanergänzung des ehemaligen Bergwerks Lohberg wird die RAG dem vollständigen untertägigen Rückzug und damit der Umsetzung des Grubenwasserkonzepts im Ruhrgebiet einen weiteren entscheidenden Schritt näherkommen, denn der Standort in Dinslaken ist im Konzept der RAG von ganz entscheidender Bedeutung. „Mit dieser Zulassung kann das Grubenwasser dort auf ein Niveau von -630 Meter ansteigen. Dies wiederum ist die Voraussetzung dafür, dass das Grubenwasser von Prosper-Haniel nach Lohberg überlaufen kann und nicht mehr in die Emscher eingeleitet werden muss“, erläutert Schrimpf. Damit sei ein wichtiger Schritt getan, die Emscher bis Ende 2021 vollständig von Grubenwasser zu befreien. So könne dann auch das Generationenprojekt Emscherumbau abgeschlossen werden.


Grubenwasserkonzepte: Umsetzung entlastet Flüsse im Ruhrgebiet und in Ibbenbüren

Neben den bergrechtlichen Genehmigungen gehen nun auch die wasserrechtlichen Genehmigungen für das Heben und anschließende Einleiten von Grubenwasser in die aufnehmenden Gewässer in die heiße Phase. Das Grubenwasserkonzept für das Ruhrgebiet sieht vor, Grubenwasser zukünftig nur noch an sechs Standorten mit großen Tauchpumpen aus großer Tiefe zu heben und in Ruhr, Lippe und im Wesentlichen in den Rhein einzuleiten. In Ibbenbüren soll das Grubenwasser über einen noch zu erstellenden Grubenwasserkanal in die Aa gelangen. Schrimpf: „Wir werden diese Prozesse offen und transparent gestalten. Am Ende geht es darum, möglichst viele Flusskilometer von Grubenwasser zu entlasten und so eine natürliche Entwicklung der Gewässer zu ermöglichen.“ Der Vorstandschef der RAG legt großen Wert darauf, dass das Unternehmen auch nach Ende des Steinkohlenbergbaus als Ansprechpartner der Bürger in den ehemaligen Bergbauregionen zur Verfügung steht. Schrimpf: „Wir sind da und bleiben auch. Wir stehen zu unserem Wort, die Folgen des Bergbaus verantwortungsvoll anzugehen.“


Personalanpassung nach Plan: Fast 33.000 Mitarbeiter seit 2007 sozialverträglich abgebaut

Dazu hat sich die RAG neu aufgestellt. Zurzeit sind noch knapp 1240 Mitarbeiter bei der RAG beschäftigt. 2007, als die politische Entscheidung fiel, den Steinkohlenbergbau zu beenden, waren es noch 34.000. Fast 33.000 Mitarbeiter konnten somit sozialverträglich abgebaut werden. All denen, die nicht in den Vorruhestand wechseln konnten, wurden mehrfach neue alternative Arbeitsplätze angeboten. Rund 160 ehemalige Bergleute haben alle Angebote ausgeschlagen und klagen nach betriebsbedingter Kündigung gegen die RAG. Schrimpf: „Das Verhalten der Kollegen hat mich persönlich tief getroffen. Es ist durch und durch unsolidarisch. Dafür habe ich kein Verständnis. Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Rechtsmittel prüfen!“ 


Neuausrichtung: RAG Verkauf und RAG Mining Solutions verabschieden sich vom Markt

Zur Neuausrichtung der RAG gehört auch, dass sich der Konzern von Geschäftsaktivitäten trennen musste. Beispielsweise von der RAG Mining Solutions: Seit 2009 vermarktet das Unternehmen nicht mehr benötigtes RAG-Bergbauequipment weltweit. Insgesamt konnten so über 70 Millionen Euro erwirtschaftet werden. Schrimpf: „Dies hat einmal mehr gezeigt, welch hervorragenden Ruf deutsches Bergbau-Know-how und -equipment international genossen hat.“

Am 31. Dezember stellt auch der ehemalige Vermarkter heimischer Steinkohle und einst größte deutsche Kohlenimporteuer, die RAG Verkauf, ihre Tätigkeit ein. Fast sieben Jahrzehnte lang leistete das Unternehmen einen wesentlichen Beitrag zur Energiesicherheit in Deutschland. „RAG Verkauf hat immer eine entscheidende Rolle für den RAG-Konzern gespielt“, sagt der RAG-Vorstandschef. „Hätte die RAG Verkauf unsere Kohle nicht vermarkten können, wäre der gesamte Auslaufprozess des deutschen Steinkohlenbergbaus sozialverträglich nicht möglich gewesen. Denn die notwendigen öffentlichen finanziellen Hilfen gab es nicht für die geförderte, sondern für die verkaufte Tonne Steinkohle.“ Seit Mitte der 90er Jahre vermarktete RAG Verkauf zusätzlich zur deutschen auch internationale Steinkohle und entwickelte sich zu einem bedeutenden, in 1998 sogar zum größten Kohleimporteur Deutschlands.


Immobilienwirtschaft: RAG Montan Immobilien leistet weiterhin wichtigen Beitrag zum Strukturwandel

Vorangeschritten ist auch die organisatorische Optimierung der immobilienwirtschaftlichen Aufgaben. Alle Aktivitäten, die dem Nachbergbau zugeordnet sind, wie die Sanierung ehemalig genutzter Bergbauflächen oder die Reinigung von Grundwasser an ehemaligen Kokereistandorten, sollen zukünftig direkt durch die RAG bearbeitet werden. Nach der Neuorganisation bleibt die für neue Ansiedlungen dringend benötigte Flächenentwicklung in den ehemaligen Bergbauregionen an der Ruhr, in Ibbenbüren und im Saarland jedoch weiterhin Kerngeschäft der RAG Montan Immobilien. Schrimpf: „Sie leistet damit einen wesentlichen Beitrag zum Strukturwandel.“

Das Jahr 2020 stand natürlich auch bei der RAG im Zeichen von Corona. Schrimpf: „Die Pandemie hat uns gezeigt, wie verletzlich vor allem Menschen, aber auch wirtschaftliche Prozesse sind. Wir haben uns wieder daran erinnern dürfen, wie wichtig es ist, zusammenzuhalten. Gemeinsam sind wir die Herausforderungen angegangen und haben die notwendigen Geschäftsprozesse aufrechterhalten und gleichzeitig unsere Mitarbeiter schützen können.“

Einbringen von Hüllrohren im Rahmen der Schachtverfüllung am Standort Haus Aden. Foto: Ina Fassbender

Einbringen von Hüllrohren im Rahmen der Schachtverfüllung am Standort Haus Aden. Foto: Ina Fassbender

Einbringen von Hüllrohren im Rahmen der Schachtverfüllung am Standort Haus Aden. Foto: Ina Fassbender

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