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14.05.2019

Der Weg in die Ewigkeit

Auftakt für die abschließenden Genehmigungsverfahren zum Grubenwasserkonzept NRW

Das Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus ist zugleich Auftakt für die finalen Umsetzungsschritte des Grubenwasserkonzepts der RAG in Nordrhein-Westfalen, das eine Reduzierung der Wasserhaltungsstandorte

an der Ruhr von elf auf sechs vorsieht. Im ersten Quartal 2019 erfolgt mit Einreichung der Planerischen Mitteilung für den Standort Haus Aden der erste Schritt. Sie stellt den Beginn des Planfeststellungsverfahrens mit Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) dar, die die möglichen Auswirkungen des Hebens und Einleitens von Grubenwasser auf Mensch und Umwelt untersucht.

Der Standort im östlichen Ruhrgebiet steigt dabei als erster im Rahmen des Grubenwasserkonzepts für das Ruhrgebiet in das Genehmigungsverfahren ein. Im Anschluss an die Vorlage und Verteilung der Planerischen Mitteilung an die sogenannten Träger öffentlicher Belange (TÖBs) – Ämter, Behörden oder Verbände – erfolgt anlässlich eines Scoping-Termins die Festlegung des Untersuchungsrahmens. In diesem Zusammenhang bringen die TÖBs Forderungen und Anregungen in Bezug auf den Untersuchungsumfang zur Sprache. Aus den Ergebnissen leiten sich der seitens des Unternehmens zu leistende Umfang und Zeitraum der Untersuchungen und Gutachten ab.

Zu jeder Zeit transparent

Der anschließenden Antragstellung durch die RAG folgen eine öffentliche Auslegung von Antrag und Untersuchungsergebnissen sowie ein angemessener Einwendungszeitraum, in dem Betroffene angehört werden. „Wir nehmen die Fragen und Sorgen aller Bürger und sonstiger Betroffener sehr ernst, bemühen uns aber um eine Versachlichung der Diskussion“, betont Bereichsleiter Grubenwasserhaltung Planung Markus Roth. Der Grubenwasseranstieg sei ökonomisch, aber vor allem ökologisch der richtige Schritt.

Die Vorgaben und Untersuchungen gelten für alle Gewässer, in die das Unternehmen in Zukunft Grubenwasser einleitet, also Lippe,Ruhr und Rhein. Einen wichtigen Meilenstein des Genehmigungsverfahrens stellt der Erörterungstermin dar. Hier werden die gemachten

Einwendungen noch einmal erörtert und vertieft Im Saarland, wo ein vergleichbares Genehmigungsverfahren bereits seit 2015 läuft, soll der Termin Mitte des Jahres stattfinden. Den Abschluss bildet die Entscheidung der zuständigen Bergbehörde, die letztinstanzlich die wasserrechtliche Erlaubnis zur Einleitung des Grubenwassers in die Saar erteilen muss.

Auf den kontrollierten Grubenwasseranstieg müssen sich sämtliche untertägigen Betriebe

vorbereiten. Daher laufen parallel zu den UVP-Verfahren auch die Genehmigungsverfahren der Abschlussbetriebspläne (ABP) für die verbliebenen Standorte. „Wir ziehen die untertägigen Grubengebäude nach und nach leer, dämmen Strecken ab und verfüllen die Schächte“, erklärt Bereichsleiter Grubenwasserhaltung Rückzugsprojekte Guido Heinz. Das endgültige Verschließen der Grube setze eine Genehmigung des zugehörigen ABP durch die zuständige Genehmigungsbehörde voraus. Auch wenn die ABP-Verfahren keine öffentliche Beteiligung vorschreiben, informiert die RAG transparent und umfangreich.

Das Verlassen der Gruben und der Umbau zur Brunnenwasserhaltung stellen die zentralen Bausteine zur Wahrnehmung der Ewigkeitsaufgaben dar. „Wir übernehmen Verantwortung für die Bergbauregion. Eine Voraussetzung dafür sind geordnete und erfolgreiche Genehmigungsverfahren“, unterstreicht Betriebsdirektor Grubenwasserhaltung Dr. Michael Drobniewski die Bedeutung der laufenden Prozesse. Nur bei vollumfänglicher Genehmigung könne das Unternehmen der langfristigen Optimierung der Wasserhaltung gemäß Erblastenvertrag nachkommen. Rund 240 Flusskilometer in NRW würden durch die

angepasste Wasserhaltung frei von Grubenwasser. Dies betrifft neben kleineren Gewässern

auch die Emscher, deren vollständige Renaturierung ein Ende der Grubenwassereinleitung voraussetzt. „Die Umsetzung des Wasserhaltungskonzepts verbessert die Gewässerqualität kleinerer Flüsse erheblich“, so Roth. „Für die ehemaligen Reviere bedeutet das einen Zuwachs an Lebensqualität.“

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