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Sonderausgabe_Bergwerk_Auguste_Victoria

A u g u s t e V i c t o r i a Steinkohle Geschichte 7 d das Ende Auguste Victoria kam erst 1991 zur RAG. Zehn Jahre später erfolgte der Verbund mit General Blumenthal. Ende 2015 fahren die Bergleute ihre letzte Schicht. Damit verabschiedet sich der aktive Bergbau aus Marl. schnell und fl exibel auch auf kleinere Auft räge reagieren konnte. Dabei belieferte das Bergwerk nicht nur Kunden innerhalb Deutschlands, sondern die „AV-Kohle“ gelangte bis nach Brasilien und Japan. Erst 1991 übernahm die RAG Auguste Victoria mitsamt den rund 5000 Beschäft igten. AV blieb zunächst ein rechtlich selbstständiges Unternehmen. Die BASF blieb als einer der größten Abnehmer eng mit Auguste Victoria verbunden. Zum damaligen Zeitpunkt war das Bergwerk in einem technisch guten Zustand und entsprechend leistungsfähig. Das sollte einer der Gründe sein, warum AV – neben Prosper-Haniel in Bottrop – als eine der letzten beiden fördernden Zechen des Ruhrbergbaus erhalten blieb. 1993 lag der Planvorrat in den drei Baufeldern West, Ost und Mitte bei insgesamt rund 126 Millionen Tonnen. Ab dem Jahr 1996 wurde das Bergwerk Auguste Victoria als Betrieb der Ruhrkohle Bergbau AG geführt. Trotz moderner Technik und hoher Leistungsfähigkeit blieb AV von den einbrechenden Weltmarktpreisen Ende der 90er Jahre nicht verschont. So beschloss die Deutsche Steinkohle AG (DSK) 1999 den Zusammenschluss der Schachtanlage Blumenthal/ Haard mit Auguste Victoria. Noch vor dieser Verbindung erreichte die Fördermenge von AV einen neuen Rekord. 3,54 Millionen Tonnen Kohle förderten rund 4000 Beschäftigte im Jahr 2000 zutage. Gute Ergebnisse bis zum Schluss Das 2001 entstandene Verbundbergwerk erhielt den Namen Auguste Victoria/Blumenthal. Eine untertägige Verbindung konnte durch das Baufeld Haltern des ehemaligen Bergwerks Blumenthal/Haard hergestellt werden. 2006 erzielten die Beschäft igten auf AV/Blumenthal mit etwa 3,4 Millionen Tonnen das zweitbeste Förderergebnis der Unternehmensgeschichte. Das Grubenfeld umfasste rund 227 Quadratkilometer. Die tiefste Teufe lag bei 1332 Metern. Nachdem alle ehemaligen Schächte von Blumenthal/ Haard stillgelegt waren, blieben die Schächte AV 3/7 und AV 8 bis zum Ende erhalten. Im letzten Jahr vor der Schließung förderten 2000 Beschäft igte über drei Millionen Tonnen Kohle zutage und lagen damit über den für das Jahr 2014 vorgegebenen Förderzielen. Im Dezember 2015 fahren die Bergleute ihre letzte Schicht auf Auguste Victoria. Damit verabschiedet sich der aktive Bergbau nach über 100 Jahren aus Marl und hinterlässt eine Stadt, die das Auf und Ab der Branche hautnah miterlebte. Die chemische Industrie bleibt der Stadt Marl, die heute über 85.000 Einwohner zählt, erhalten. Auf Auguste Victoria verbleiben 2016 noch etwa 450 Beschäft igte, die sich um verschiedene Aufgaben rund um die Abwicklung des Bergwerks über und unter Tage kümmern. Auch in schwierigen Zeiten war der Einsatz der Mitarbeiter stets vorbildlich. Im Zuge des deutschen Wirtschaftswunders erlebte auch Auguste Victoria einen Wiederaufstieg.


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