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Sonderausgabe_Bergwerk_Auguste_Victoria

FOTOS: RAG-ARCHIV 4 Geschichte Steinkohle Au g u s t e V i c t o r i a Es ist fast geschaff t: die Abteufmannschaft vor dem Schacht AV 2, der 1906 in Betrieb ging. Von der ersten Schürfbohrung bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Mit der Aufnahme der Förderung im Jahr 1905 beginnt die wechselvolle Geschichte des Bergwerks Auguste Victoria. W ährend die Hellweg- und Emscherzone bereits von der Industrialisierung erfasst waren, lag Marl noch im Dornröschenschlaf und wartete darauf, mitsamt seinen Kohlevorkommen erweckt zu werden. Zum Ende des 19. Jahrhunderts waren es etwa 20 Bohrgesellschaft en, die sich um die Rolle des Prinzen bemühten. Am Ende setzte sich der Düsseldorfer Kaufmann und Kommerzienrat August Stein durch, der zusammen mit dem Ingenieur Julius Schäfer 1897 erfolgreiche Schürfbohrungen im Bezirk Hüls niederbrachte und Mutungen einlegte. Im Jahr darauf wurden die zwei 100-teiligen Gewerkschaften Hansi I und Hansi II zum Grubenfeld Auguste Victoria (AV) konsolidiert. Der Grubenvorstand beschloss den Bau einer Zwillingsschachtanlage mit zwei Doppelschächten. Die Teufarbeiten begannen im Jahr 1900, zunächst nach dem Senkschachtverfahren, wenig später nach dem Gefrierverfahren. Schacht AV 1 nahm 1905 die Förderung auf. Im ersten Jahr betrug die Fördermenge 1221 Tonnen Steinkohle. 1906 kam es zur Verbindung mit Schacht AV 2 auf der 1. Sohle. In diesem Jahr umfasste die Berechtsame der Gewerkschaft Auguste Victoria 23,45 Quadratkilometer, und rund 900 Mitarbeiter förderten 46.772 Tonnen Kohle zutage. Im darauff olgenden Jahr waren es 155.730 Tonnen. Die chemische Industrie übernimmt Mit der Aufnahme der Förderung war die Bergbauregion Marl wachgeküsst und der Name Auguste Victoria in der Region etabliert. Die Namensgeberin der Zeche, Auguste Victoria, Prinzessin von Schleswig-Holstein Sonderburg-Augustenburg, war die letzte deutsche Kaiserin und Königin von Preußen. Sie lebte von 1858 bis 1921 und heiratete 1881 den späteren Kaiser Wilhelm II. „Die Ver- dienste des Bergwerks bleiben unvergessen.” Bernd Tönjes, Vorsitzender des RAG-Vorstands


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