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Sonderausgabe_Bergwerk_Auguste_Victoria

2 2 Mitbestimmung Steinkohle Au g u s t e V i c t o r i a Tradition und Transparenz: Stets im Dialog mit wichtigen Gästen, wie hier auf der Betriebsversammlung am 4. März 2007. Kampfgeist: Außerordentliche Betriebsversammlung auf AV am Kohleaktionstag, 29. September 2010. Mitbestimmung auf Auguste Victoria: Im Mit Mit einer unverkennbaren Bergwerkskultur, erwachsen aus jahrzehntelanger Solidarität zwischen Mitbestimmung, Belegschaft und Gewerkschaft, stellt Auguste Victoria als letztes Bergwerk im Kreis Recklinghausen seine Förderung ein. Der Betriebsrat wird seinen Teil dazu beitragen, den Abschied mit Stolz, Anstand, Würde und erhobenen Hauptes zu gestalten. Im Vordergrund steht dabei, sowohl die geleistete Arbeit aller Kolleginnen und Kollegen anzuerkennen als auch die Bergmannsehre zu wahren. Denn: Niemals geht man so ganz …  Ich habe immer gesagt, dass ich die politische Entscheidung, die Beendigung des deutschen Steinkohlenbergbaus, nach wie vor für falsch und energiepolitisch unvernünftig halte. Wir Bergleute haben unermüdlich und oft für den anderen Weg gekämpft . Das war auch gut so! Was wir letztendlich errungen haben, ist die Wahrung unserer Bergmannsehre in Form des sozialverträglichen Auslaufs. Denn eines war uns wichtig: wenn schon ein politisch beschlossenes Ende, dann mit Anstand und Menschenwürde. Alles vor 2018 wäre nicht sozial verträglich abgelaufen, das haben wir immer wieder deutlich gemacht. Ungeachtet der politischen Entscheidung haben wir viel und hart gearbeitet, was uns bis heute auszeichnet. Umso mehr liegt es mir am Herzen, auf das von Generationen von Bergleuten auf dem Bergwerk AV Geleistete zurückzublicken. Was haben wir geschafft , und was haben wir geschaffen!? Denn das ist es, wo rauf jede Kollegin und jeder Kollege mit gutem Recht stolz sein kann“, betont Betriebsratsvorsitzender Norbert Maus. Der Erfolg von AV, seien es Rekorde, Leistungsversuche, herausragende Unfallstatistiken oder die Bewältigung anspruchsvoller Auf- Bergmannsehre: AV-Kumpel auf dem Weg nach Düsseldorf am 1. Februar 2007, um der Politik ihre Meinung kundzutun. gaben, ist nie vom Himmel gefallen. All das versteht sich bis heute als Ergebnis eines funktionierenden Gemeinschaft swerks, das nur mit einer hoch motivierten Mannschaft ohne jegliche Anzeichen von Endzeitstimmung möglich ist. „Auch das haben wir uns über die Jahre hart erarbeitet: eine Bergwerkskultur, an welcher der Betriebsrat einen wesentlichen Anteil trägt und von der letztendlich alle profi tiert haben“, ergänzt der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Th omas Prinz. Harte Arbeit für ein großes Stück Bergwerkskultur Dazu zählt nicht zuletzt der Grundsatz, „Arbeitssicherheit geht vor Produktion“, der vor Jahrzehnten noch undenkbar gewesen wäre. Heute gilt er als Vorgabe seitens der Unternehmensleitung und ist als elementares Th ema der Betriebsratsarbeit folglich ein Verdienst der Mitbestimmung. Vielfältige Maßnahmen und Aktionen im Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz (AGU) sind von der Mitbestimmung zusammen mit dem Unternehmen entwickelt und niedergeschrieben worden. Mit Leben gefüllt wurden diese Konzepte letztendlich von der Belegschaft : „Die Null muss stehen“, „AV erleben“, „AV bewegt sich“, „Sicher & Gesund“ sind nur einige wenige Paradebeispiele erfolgreicher Sicherheitsarbeit. Ebenso hat das Th ema Mitarbeiterbeteiligung auf AV immer eine große Rolle gespielt. So hat sich der Betriebsrat stets für Innovationen oder Instrumente ausgesprochen, mit denen die Belegschaft an Prozessen mitwirken und teilhaben kann. Das betriebliche Vorschlagwesen sorgt bis heute dafür, dass alle Kolleginnen und Kollegen ihr Know-how mitteilen und weitergeben können. Lean Processing als ein Instrument hilft dabei, AGU und Leistung zu verknüpfen. Dass die Mannschaft von AV Leistung bringen kann, hat sie in der Vergangenheit mehrfach eindrucksvoll bewiesen: 333 Meter Vortrieb im Dezember 2011, 42.008 Tonnen Rohkohlenaufb ereitung im Mai 2012, 18.687 Tonnen Tagesförderung im März 2015 und 170 unfallfreie Tage auf AV im Juli 2015 sind die aktuellsten Rekorde, die AV zu verzeichnen hat. Neben allen Erfolgen, herausragenden Ergebnissen und Anstrengungen wurde ein Fokus nie aus den Augen verloren: der Mensch! Folglich hat der Betriebsrat stets dafür plädiert, nicht mit den guten Dingen aufzuhören, die AV erfolgreich gemacht haben. Weiterhin Gutes tun für die Kolleginnen und Kollegen war immer die Devise. Die Rede ist zum Beispiel von der Fortführung der Führungsinitiativen, Eckleuteseminare, Gesundheitszirkel, „Aktiv Vernetzen“ und, und, und. Die Mitbestimmung und das Unternehmen haben sich über die Jahre eine Kultur des Miteinanders erarbeitet. Ein regelmäßiger Dialog fand beispielsweise auf jeder „Die Mannschaft kann mit gutem Recht stolz sein.” Norbert Maus, Betriebsratsvorsitzender


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