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Sonderausgabe_Bergwerk_Auguste_Victoria

1 7 Stammbaum Steinkohle Au g u s t e V i c t o r i a Bergwerk Auguste Victoria, Marl 1897–2001 Ein Bergwerk im Wandel der Zeit Bewegte Geschichte Das Bergwerk Auguste Victoria hat in seiner über 100-jährigen Geschichte zwei Weltkriege, unzählige technische und gesellschaftliche Entwicklungssprünge sowie den Aufstieg und das Ende des Ruhrbergbaus miterlebt. Einige der wichtigsten Wegpunkte fi nden sich in dieser Zeitleiste. Der Stammbaum des Verbundbergwerks Auguste Victoria/Blumenthal reicht zurück bis in das Jahr 1873. Die „Steinkohle” zeichnet die Verwandtschaftsverhältnisse des Bergwerks nach. I m Jahr 2001 kam es zum Zusammenschluss von Auguste Victoria und General Blumenthal/Haard. Das neue Verbundbergwerk erhielt die Bezeichnung Auguste Victoria/ Blumenthal. General Blumenthal/Haard brachte nicht nur Ressourcen in das Verbundbergwerk ein, sondern auch eine eigene Geschichte, die 1873 mit den ersten Abteufarbeiten begann. Es war Generalfeldmarschall Leonhard Graf von Blumenthal, der als Namensgeber für das in Recklinghausen beheimatete Bergwerk fungierte. 1879 nahm es die Förderung auf. In den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts förderten hier knapp 4500 Beschäft igte über eine Million Tonnen Kohlen pro Jahr. 1965 erfolgte die Verbindung mit der Zeche Shamrock in Herne-Wanne-Eickel. Nach der Stilllegung der Zeche Shamrock 1967 setzte General Blumenthal die Förderung in deren Zentralschacht 11 weiter fort. General Blumenthal war übrigens das Bergwerk, auf dem im Jahr 1966 das letzte Grubenpferd im Ruhrbergbau in den Ruhestand verabschiedet wurde. In den siebziger Jahren kam es zum Förderverbund mit der Nachbaranlage Ewald Fortsetzung. Die Zeche Ewald Fortsetzung hatte 1899 mit den Abteufarbeiten am ersten Schacht begonnen. Ab 1976 fuhr die Kohle von dort untertägig nach General Blumenthal. Die Zeche Ewald Fortsetzung begann währenddessen mit dem Abbau des Grubenfeldes Haard. Das hatte 1978 die Umbenennung von Ewald Fortsetzung in Bergwerk Haard zur Folge. Die Kohlenförderung des Bergwerks Haard ging von Beginn an direkt nach Blumenthal. Die höchste Förderung erreichte Haard im Jahr 1990 mit 1,57 Millionen Tonnen Kohle. Im gleichen Jahr lag die Kohlenförderung auf General Blumenthal bei rund 2,38 Millionen Tonnen. 1992 erfolgte der Zusammenschluss der Bergwerke General Blumenthal und Haard. Zum neuen Verbundbergwerk Blumenthal/Haard gehörten Schächte von General Blumenthal und Ewald Fortsetzung, die Schachtanlage Haltern 1/2 sowie die Haard- Schächte. Nach der Aufgabe des Haard-Feldes 1999 förderten knapp 3000 Beschäft igte ein Jahr später knapp zwei Millionen Tonnen Kohle aus den Feldern Blumenthal und Haltern zutage. 2001 kam es zum Zusammenschluss von Blumenthal/ Haard mit Auguste Victoria zum Verbundbergwerk Auguste Victoria/Blumenthal. Die untertätige Verbindung erfolgte über das Baufeld Haltern. Auguste Victoria war als Hauptstandort des Verbundbergwerks der letzte verbliebene Förderstandort im Kreis Recklinghausen. In den Folgejahren wurden alle Schächte bis auf AV 3/7 und AV 8 sowie der Wetterschacht AV 9 stillgelegt. Die letzten Schächte bleiben bis zum Ende von Auguste Victoria in Betrieb. 1897 uDer Kommerzienrat August Stein und der Ingenieur Julius Schäfer werden bei ihren Schürfbohrungen in Hüls fündig und legen 1898 Mutungen ein. 1899 uDie Grubenfelder Hansi I und Hansi II werden zum Grubenfeld Auguste Victoria zusammengefasst. Das Aufschließen der Berechtsame durch eine Zwillingsschachtanlage von zwei Doppelschächten wird beschlossen. 1905/06 uDer Schacht AV 1 nimmt Ende 1905 die Förderung auf. Anfang 1906 folgt die Verbindung mit Schacht AV 2. Die erste Sohle wurde bei einer Teufe von 603 Metern, die zweite Sohle bei 706 Metern angesetzt. FOTOS: BILDARCHIV STADT HERNE, DORTMUND2008/CC BY-SA 3.0, RAG-ARCHIV(14), G. SCHMIDT Verbundbergwerk Blumenthal/Haard, Kreis Recklinghausen 1992–2001 Verbundbergwerk Auguste Victoria/ Blumenthal 2001–2015 Nach Stilllegung aller ehemaligen Blumenthal-Schächte Rückkehr zur Bezeichnung „Auguste Victoria” (2006) Zeche Shamrock, Herne-Wanne-Eickel 1856–1967 Zeche Ewald Fortsetzung, Oer-Erkenschwick 1899–1978 (Umbenennung in Haard) Bergwerk General Blumenthal, Recklinghausen 1873–1992 Bergwerk Haard, Oer-Erkenschwick 1978–1992


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