Page 10

Sonderausgabe_Bergwerk_Auguste_Victoria

1 0 Folgenutzung Steinkohle A u g u s t e V i c t o r i a Die Halde ist noch nicht für die Öff entlichkeit zugänglich. Einzelne Besuchergruppen zeigen sich bei der Haldenführung aber schon begeistert. Erholung auf Brinkfortsheide  D ie Geschichte der Halde Brinkfortsheide reicht zurück bis ins Jahr 1952 – zunächst wurde sie mit Flotationsbergen aus der Erzaufb ereitung aufgeschüttet, ab 1958 mit Grubenbergen. Unter Bergen ist in diesem Zusammenhang taubes Gestein zu verstehen, das einen Bestandteil der Rohkohle bildet. Dieses taube Gestein wird zum Teil für den Straßen- und Wasserbau verwendet, der Rest landet auf der Bergehalde. Die Halde Brinkfortsheide befi ndet sich auf Auguste Victoria nördlich des Geländes AV 1/2. Da der ursprünglich geplante Deponieraum nicht ausreichte, besteht die Halde heute aus zwei Teilen. Zwischen dem alten und dem neuen Teil verläuft der insgesamt rund elf Kilometer lange Silvertbach. Die Halde Brinkfortsheide liegt auf dem Gebiet der Stadt Marl und wird von Teilen der Bundesautobahnen A43 und A52 umrahmt. Im Norden grenzt die Halde an den Naturpark Hohe Mark, im Süden an ein Gewerbegebiet, im Osten an die A43 und im Westen an den Stadtteil Marl-Hamm. In mehr als sechs Jahrzehnten wuchs die Halde auf 124 Hektar Grundfl äche an. Rund 90 Millionen Kubikmeter geschüttetes Material befi nden sich auf Brinkfortsheide. Der Gipfel der Halde liegt auf einer Höhe von 130 Metern. Von dort lässt sich erkennen, dass es sich bei der Halde nicht um einen wahllos aufgeschütteten Berg handelt, sondern um einen eigenen Wirtschaft sbetrieb mit komplexen Abläufen. Das Aufschütten und kontinuierliche Erweitern einer Halde setzt ein hohes Maß an logistischer Fachkompetenz voraus. So mussten zeitweise bis zu 15.000 Tonnen Gestein pro Tag auf der Halde verbracht werden. Umgerechnet entspricht dies etwa 700 Lkw-Ladungen. Imposante Flora und Fauna Während die Halde selbst also das Ergebnis harter Arbeit ist, soll sie für die Anwohner mittelfristig das genaue Gegenteil bedeuten: Erholung. Denn es ist von langer Hand geplant, die Halde nicht als unwirtliche Landmarke zu hinterlassen, sondern als Naturraum und Naherholungsgebiet. Die stillgelegten Areale der Halde sind bereits teilweise begrünt und beheimaten eine imposante Flora und Fauna. Hier gesellen sich Eiche, Ahorn, Kastanie und Holunder zu Haselnuss, Himbeere und diversen weiteren Bäumen, Sträuchern, Gräsern und Pfl anzen. Dazwischen tummeln Die Windräder auf dem Dach der Halde können rund 5300 Dreipersonenhaushalte pro Jahr mit Strom versorgen.


Sonderausgabe_Bergwerk_Auguste_Victoria
To see the actual publication please follow the link above