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RAG_Ewigkeitsaufgaben_Ruhr

Auf ehemaligen Industrieflächen sind häufig Schadstoffe in den Boden gelangt, die das Erdreich verunreinigen. Vor allem von Ende des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts sowie durch Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg traten insbesondere bei Kokereien und Nebengewinnungsanlagen Schadstoffe wie Teer oder aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK, Benzol, Toluol, Xylol, Phenol) aus. Diese Kontaminationen führten über die Jahrzehnte zu einer Verunreinigung des Grundwassers an einigen Standorten. Diese sind zu überwachen und zu beheben. Das Ausmaß der Verunreinigungen sowie der Umfang der Monitoring- oder Sanierungsmaßnahmen werden nach Betriebsschließung im Abschlussbetriebsplan untersucht und mit der Bergbehörde abgestimmt. Neben dem Bundesberggesetz finden Bodenschutz, Wasser-, Immissionsschutz- und Naturschutzrecht sowie das Subventionsrecht Beachtung. RUND 2.100 MESSSTELLEN LIEFERN GRUNDWASSERDATEN Die RAG-Tochtergesellschaft RAG Montan Immobilien führt auf Flächen, die eine nachweisliche Verunreinigung aufweisen sowie auf denen ein latentes Potenzial hierfür besteht, ein Grundwassermonitoring durch. An fast 100 Standorten von Ahlen bis Kamp-Lintfort liefern rund 2.100 Messstellen Daten über die Qualität des Grundwassers. Die Analysen zeigen etwa, ob eine Verunreinigung des Grundwassers vorliegt, eine Grundwasserreinigung nötig oder Sanierungserfolg erkennbar ist. In der Regel erfolgt eine kombinierte Boden- und Grundwassersanierung der verunreinigten Areale. EWIGKEITSAUFGABEN RUHRGEBIET 31 Wasserproben vor und nach dem Reinigungsprozess. An einigen Standorten beinhaltet die Altlastensanierung unter Umständen auch die Errichtung eines Umlagerungsbauwerks, das die verunreinigten Böden überdeckt und mit speziellen Kunststoffdichtungsbahnen sicher einschließt, die sich in der Deponietechnik bewährt haben. Das Umlagerungsbauwerk wird dort angelegt, wo sich der größte Teil der Kontaminationen im Untergrund befindet (siehe Grafik Seite 29), und sorgt dafür, dass keine weiteren Schadstoffe in das Grundwasser gelangen. Das belastete Grundwasser fangen dann Drainagen oder Brunnen ab. Ein so erzeugter Absenktrichter verhindert, dass sich die bereits vorhandenen Verunreinigungen weiter ausdehnen können. Pumpen fördern das Wasser in die Reinigungsanlage, wo Aktivkohle die Schadstoffe herausfiltert (siehe Infobox Seite 29). Das gereinigte Grundwasser wird danach in die Kanalisation geleitet. Die Anlage saniert das Grundwasser nach und „ Grundwassermanagement ist ein sensibles Thema. Hier schauen wir ganz genau hin und kümmern uns um die Sanierung.“ Simone Konzelmann-Krause, Bereichsleiterin Grundwassermanagement bei RAG Montan Immobilien


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