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RAG_Ewigkeitsaufgaben_Ruhr

Gewässerqualität systematisch verbessern Der Steinkohlenbergbau beeinflusst die Qualität von Oberflächengewässern vorrangig durch Begleitstoffe des eingeleiteten Grubenwassers. Bei den Begleitstoffen handelt es sich vor allem um Salze, Metalle und Mineralien, die natürlichen Ursprungs sind, weil sie vom Regenwasser auf dessen Weg unter Tage aus den Gesteinsschichten gelöst werden. Um die Inhaltsstoffe immer im Blick zu haben, betreibt die RAG ein Grubenwassermonitoring, bei dem das Wasser auf einen umfangreichen Katalog an Begleitstoffen getestet wird (siehe auch Seite 10). Überprüft werden dabei auch Substanzen wie polychlorierte Biphenyle (PCB), die als vorgeschriebenes Brandschutzmittel bis Mitte der 1980er Jahre in Hydraulikölen enthalten waren. Das Konzept der RAG sieht vor, Grubenwasser zukünftig oberflächennäher – aber mit ausreichend Abstand zu Trinkwasserschichten – zu heben, damit das versickernde Wasser einen kürzeren Weg in den Untergrund zurücklegen und dabei weniger Stoffe lösen kann. GUTER ZUSTAND BIS SPÄTESTENS 2027 Vom eingeleiteten Grubenwasser sind Rhein, Ruhr, Lippe, Emscher und zum Teil auch noch kleinere Nebenflüsse betroffen. Die genannten Begleitstoffe können sich auf die chemische und biologische Qualität der Fließgewässer, insbesondere mit Blick auf die Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, auswirken. Diese schreibt vor, dass die Gewässer – egal ob natürlich oder künstlich geschaffen – bis spätestens 2027 einen guten ökologischen und chemischen Zustand bzw. ein gutes ökologisches Potenzial erreichen sollen. Im Abstand von sechs Jahren werden dazu Bestandsaufnahmen gemacht und in Bewirtschaftungsplänen festgehalten. Einen „guten ökologischen Zustand“ besitzen Oberflächengewässer, wenn unter Berücksichtigung der an diesem Ort üblicherweise heimischen Arten die vorgefundenen Fische, Kleinlebewesen und Pflanzen in etwa dem natürlichen Vorkommen entsprechen. Ein „guter chemischer Zustand“ bedeutet bei Oberflächengewäs- PCB steht für polychlorierte Biphenyle. Die chemischen Chlorverbindungen kamen vor allem in Hydraulikanlagen, Transformatoren und Getrieben zum Einsatz, weil sie nicht brennbar sind. Sie dienten somit dem Schutz der Bergleute und waren bergbehördlich vorgeschrieben. Ihre schädlichen Wirkungen auf Gesundheit und Umwelt wurden erst spät erkannt. Im deutschen Berg bau werden sie schon seit Mitte der 1980er Jahre nicht mehr verwendet. Während des Einsatzes unter Tage kam es zu Flüssigkeitsverlusten durch Lecka gen, Defekte oder maschinelles Ab spritzen aus Sicherheitsgründen. Wie viel von den mehreren Tausend Tonnen PCB-haltiger Flüssigkeiten unter Tage zurückblieb, ist heute kaum noch zu bestimmen. Deshalb lässt die RAG das Grubenwasser regelmäßig durch unabhängige Messinstitute untersuchen, denn es durchfließt bereits seit Jahrzehnten Bereiche, in denen PCB zum Einsatz kamen. Darüber hinaus überprüft auch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) das Grubenwasser der RAG. Zudem werden von der RAG an den Wasserhaltungsstandorten Flächen vorgehalten, auf denen im Bedarfsfall Grubenwasseraufbereitungsanlagen installiert werden können. Mit dem geplanten Anstieg des Grubenwasserniveaus wird der größte Teil des PCB voraussichtlich nicht an die Oberfläche gelangen können, da es sich an Feststoffen anlagert und somit in den tieferen Schichten verbleibt. Stichwort PCB EWIGKEITSAUFGABEN RUHRGEBIET 16


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