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RAG_Ewigkeitsaufgaben_Ruhr

DAS BOXMODELL Bei der Umsetzung des Grubenwasserkonzepts der RAG, speziell bei der Planung der Reduzierung von Einleitstellen, kommt das sogenannte Boxmodell zum Einsatz. Dieses teilt das Ruhrgebiet in Wasserprovinzen ein, die als einzelne „Boxen“ dargestellt werden und die untertägig verbunden sind. Alle wichtigen Daten aus aktuell betriebenen und stillgelegten Zechen wie etwa wasserwegige Verbindungen, Förderraten, Pumpniveaus, Wasserspiegel oder flutbare Hohlraumvolumen sind in das Modell eingespeist. Auf dieser Basis können Grubenwassermengen und -strömungen, Fließwege und Wasserqualitäten simuliert werden. So lässt sich mithilfe des Boxmodells unter anderem analysieren, welche Auswirkungen die Anhebung eines Wasserhaltungsniveaus in einem Gebiet auf benachbarte Wasserhaltungen und Grubenfelder hätte. Im Mit dem Grubenwasseranstieg ist eine temporäre Zunahme von Methangasaustritten möglich, die jedoch systematisch erfasst und überwacht werden. Da das Wasser das Gas in den überstauten Bereichen einschließt, ist mit dem Anstieg davon auszugehen, dass die Gasmengen langfristig abnehmen. Auch von den im Zuge des Anstiegs möglichen Hebungen des Deckgebirges sind keine Schäden zu erwarten. Sollten dennoch hebungsbedingte aktiven Bergbau nutzt die RAG das Boxmodell schon lange für Berechnungen. Damit gelingt es den Ingenieuren im Bergbau, die Abbaubetriebe frei von Grubenwasser Schäden an Gebäuden eintreten, so sind dies Bergschäden, die entsprechend reguliert werden. Erderschütterungen können in Einzelfällen nicht ausgeschlossen werden, sind jedoch in geringerem Umfang als im aktiven Abbau zu erwarten. Wissenschaftliche Untersuchungen der Technischen Fachhochschule Georg Agricola zu Bochum (TFH) beschäftigten sich mit dem Grubenwasseranstieg und zeigten, dass mit diesen Auswirkungen nur in sehr geringem Maße zu rechnen ist und keine Schäden zu erwarten sind. Zur Abwägung aller Risiken soll neben der engen Abstimmung mit Politik und Behörden der Wasseranstieg auch von einem überregionalen Expertenkreis aus unabhängigen und erfahrenen Umweltchemikern, Hydrogeologen und Hydrologen wissenschaftlich begleitet werden (siehe Seite 7). Ein umfassendes Monitoringsystem überwacht zudem den Grubenwasseranstieg. zu halten. Aktive Bergwerke Grubenwasserniveau Dämme Wasserwege Bergwerke als Boxmodell Das Ruhrgebiet als Boxmodell Norden Stand: Dezember 2015 EWIGKEITSAUFGABEN RUHRGEBIET 13


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