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Pumpen für die Ewigkeit Bis zum Jahr 2035 will die RAG ihre Grubenwasserhaltung umstellen. Das Vorhaben soll den Trinkwasserschutz gewährleisten, die Fließgewässer entlasten und gleichzeitig den Energieverbrauch verringern. Ein wichtiger Baustein des Konzepts: die Brunnenwasserhaltung mit leistungsstarken Tauchpumpen. Jeweils rund zwölf Meter lang und etwa 20 Tonnen schwer: Die doppelfl utigen Tauchmotorkreiselpumpen am zentralen Wasserhaltungsstandort Walsum sind ein beeindruckendes Beispiel für moderne Ingenieurskunst. Bestehend aus einer Pumpen- und einer Motoreneinheit hängen sie in einem Schacht des ehemaligen Duisburger Bergwerks. Ihre Aufgabe: Das Grubenwasser aus rund 800 Metern Tiefe nach über Tage zu fördern. Durch spezielle Ansaugöffnungen saugt die unter Wasser hängepumpe das Wasser zunächst an. Anschließend gelangt das Grubenwasser mit einem Druck von rund 80 bar über Steigrohre nach oben. Der Motor treibt die Pumpeinheit über eine durchgehende Pumpenwelle an. Auf diese Weise werden die Krafteinwirkung auf die Pumpe sowie die Strömungs- und Ansauggeschwindigkeit deutlich reduziert. Der Effekt dieses Systems ist eine geringere Wartungsintensität und damit ein dauerhaft verlässlicher Betrieb der Anlage. Und genau darauf kommt es an. 110 Millionen Kubikmeter jährlich Die Tauchpumpen von Walsum markieren den ersten Schritt in die Zukunft der Grubenwasserhaltung. Rund 110 Millionen Kubikmeter Grubenwasser muss die RAG in den Bergbauregionen jährlich heben und in die Flüsse einleiten, davon 70 Millionen Kubikmeter allein im Ruhrgebiet. Aktuell unterhält das Unternehmen dafür insgesamt 19 Wasserhaltungen. Nach dem Auslauf des deutschen Steinkohlenbergbaus will die RAG diese auf sieben reduzieren, sechs an der Ruhr und eine im Tecklenburger Land. Im Saarland soll ganz auf das Pumpen verzichtet und das gesamte Grubenwasser drucklos in die Saar eingeleitet werden. Damit das Grubenwasser über die sogenannte Wasserwegigkeit unter Tage zu den zentralen Wasserhaltungen fließen kann, muss es zunächst ansteigen. Die Planungen des Unternehmens sehen dabei vor, einen großen Sicherheitsabstand zwischen den Gruben- und den Trinkwasserhorizonten zu gewährleisten. „Der Trinkwasserschutz hat oberste Priorität für uns und ist maßgeblich für unsere Konzepte zur Grubenwasserhaltung im Ruhrgebiet, im Tecklenburger Land und im Saarland“, sagt Dr. Michael Drobniewski, Leiter der Grubenwasserhaltung bei der RAG. Die RAG betreibt an ihren Standorten derzeit hauptsächlich konventionelle Wasserhaltungen unter Tage. „Langfristig wollen wir alle sieben zentralen Standorte auf moderne, übertägige Brunnenwasserhaltungen umrüsten“, sagt Drobniewski. Walsum ist die erste Anlage dieser Art. Dort ist die Tauchpumpentechnik seit 2015 im Einsatz. Bereits ihr Einbau war eine technische Meisterleistung. Fachkräfte der RAG rüsteten das komplette Schachtgerüst um und bauten eine leistungsfähige Hebetechnik ein, die ein Gewicht von insgesamt 250 Tonnen tragen kann. Zuerst gelangte die Pumpe nach unter Tage. Stück für Stück setzten die Experten dann die zwölf Meter langen Steigrohre zusammen. Dabei nutzten sie ein eigens entwickeltes und patentiertes Steckmuf- 26 GRUBENWASSERHALTUNG


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