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Besondere Rücksicht nahm die RAG auf die Anliegen der Öffentlichkeit. So wurde bereits vor mehreren Jahren entschieden, die Abbautätigkeit im Baufeld Prosper-Nord zu reduzieren, um so das bebaute Gebiet zwischen den Stadtteilen Grafenwald und Kirchhellen zu entlasten. Bei der Planung und Durchführung der Stein kohlenförderung spielte der Servicebereich Technik- und Logistikdienste eine wichtige Rolle. Experten aus unterschiedlichsten Fachrichtungen bereicherten die Arbeitsprozesse mit ihrem Know-how – bei Fragen zur Beherrschung des Gebirges, zum Einsatz von Gewinnungsmitteln und zum Ausbau der Strebe. Zudem entwickelten sie ein Bewetterungs- sowie Flucht- und Rettungskonzept und befassten sich eingehend mit der Ausgasung des in den Kohleschichten enthaltenen Methans. Der hohe Gasinhalt im Flöz stellt nämlich eine weitere große Herausforderung für die Bergleute dar. So erfordert der Ausstoß von Methan höchste Vorsicht und strenge Schutzmaßnahmen beim Abbau. Damit die Sicherheit aller Beteiligten gewährleistet ist, arbeitete die RAG gemeinsam mit der Bezirksregierung und zuständigen Sachverständigenstellen schon im frühen Stadium der Planungen ein ganzheitliches Schutzkonzept aus: „Die Sicherheit unserer Mitarbeiter hat oberste Priorität. Deswegen dienen die Schutzaufl agen dem primären Ziel, die Gasausbruchsgefahr im Vorfeld und während des Betriebs zu minimieren“, sagt Göge. Schutz vor erhöhter Gaskonzentration Damit während des Abbaus weniger Methan austritt, nahm der Bereich Belegschaftsschutz vor dem ersten Abbau eine leistungsstarke und ergonomische Vorabsaugung mit Bohrlochlängen von über 200 Metern vor. Außerdem wurde ein Methanmessgerät auf dem Walzenschrämlader eingesetzt, das auf eine erhöhte Gaskonzentration in der Luft anhand von festgelegten Grenzwerten reagiert. Werden bestimmte Grenzwerte überschritten, schalten die Antriebe der Walzen automatisch ab. Im Extremfall wird der ganze Abbaubetrieb spannungsfrei – ein wichtiger Faktor für die Sicherheit der Bergleute. Die erste Abbauphase begann Ende des Jahres 2014. In logistischer Präzisionsarbeit wurden die Schilde 1.250 Meter tief unter Tage transportiert. Die Dieselkatzen des Typs DZ 2000 wurden für den Transport extra umgebaut, damit sie mehr Gewicht tragen können. Neben erfahrenen Bergleuten von Prosper-Haniel wurden Beschäftigte anderer Schachtanlagen erfolgreich in die Mannschaft integriert. Ausführliche Planungen im Vorfeld nach den Vorgaben des Lean Processing sorgten dafür, dass die Abläufe ohne Probleme aufeinander abgestimmt werden konnten. Reibungsloser Umzug Der erste Abbau in Bauhöhe 123 endete im Herbst 2015 zufriedenstellend. Nach diesem ersten Abbau fand bis Mai 2016 der Umzug zur Bauhöhe 121 statt. Wegen des aufwändigen technischen Equipments und den besonderen Sicherheitsvorkehrungen stellte der Direktumzug eine zeitintensive Herausforderung für die Bergleute dar. „Der Umzug verlief reibungslos und nahm weniger Zeit in Anspruch, als wir erwartet hatten. Damit haben wir wertvolle Zeit gespart und konnten vorzeitig mit dem Abbau beginnen“, zeigt sich Göge zufrieden. Durch dieses effi ziente Vorgehen wurde das geplante Förderziel im Jahr 2016 sicher erreicht: „Da wir das erste Mal unter diesen speziellen Bedingungen arbeiten, sind wir über das Ergebnis des vergangenen Jahres besonders froh.“ Bis Mitte 2017 läuft der Abbau auf Bauhöhe 121 noch auf Hochtouren. Dann steht der dritte und letzte Umzug zur Bauhöhe 124 an. Das Flöz ist mit 3,50 Metern auch hier noch ungewöhnlich dick und erfordert höchste Konzentration von jedem einzelnen Mitarbeiter. Die gesamte Förderung läuft bis Dezember kommenden Jahres – danach wird der Betrieb auf Prosper-Haniel eingestellt. 16 BERGBAU


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