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Abbau in schwierigem Umfeld Die große Flözmächtigkeit und der hohe Gasinhalt machen den Abbau von Flöz Zollverein 1/2 zu einer besonderen Herausforderung. Doch die jahrelangen Planungen zahlen sich aus: 2016 wurde die geplante Fördermenge sicher erreicht. 2,7 Millionen Tonnen Steinkohle befi nden sich unter Tage im Flöz Zollverein 1/2. Um sie abzubauen, müssen sich die Mitarbeiter von Prosper-Haniel in mehr als 1.200 Meter Tiefe begeben. Die kohleführende Schicht an Schacht 10 des Bergwerks ist zwischen 3,50 und 3,75 Meter dick. Die große Flözmächtigkeit stellt die Bergarbeiter vor ganz besondere Herausforderungen. Seit Ende 2010 wurde der Abbau des Flözes daher sorgfältig geplant. Ein entscheidender Faktor während der drei Jahre andauernden Planungsphase war die Einführung einer neuen technischen Ausrüstung. Der Walzenschrämlader hat gewaltige Ausmaße: Er ist 15 Meter lang, und der Durchmesser eines Walzenrades beträgt 2,30 Meter. Um den Streb bei der Steinkohlenförderung vor dem gewaltigen Druck des Deckgebirges zu schützen, reichten zudem die bisherigen Gruppe-B-Schilde nicht aus. Daher wurden eigens für dieses Projekt neue Gruppe-C-Schilde entwickelt, die mit 40 Tonnen Gewicht und einem Verstell Bereich von bis zu 5,20 Metern der großen Flözmächtigkeit und dem hohen Gebirgsdruck in der großen Tiefe Rechnung tragen. Internationale Arbeitsteilung Noch nie zuvor wurden derart mächtige Schilde im deutschen Steinkohlenbergbau eingesetzt. Und ebenfalls zum ersten Mal erfolgte die Herstellung der Bergbautechnik in internationaler Arbeitsteilung: Unter prüftechnischer Begleitung der RAG arbeiteten Unternehmen aus China, Tschechien und Deutschland gemeinsam an der Produktion der Schilde. Die neue technische Ausrüstung machte ein intensives Training der Mitarbeiter im Vorfeld der Abbaumaßnahmen nötig. Dafür führte die RAG regelmäßig Fortbildungen durch und bereitete die Bergleute dabei nicht nur auf die neue Technik, sondern auch auf die besonderen Bedingungen im Streb vor. Neben umfangreichen Schulungen an eigens produzierten Lehrfi lmen wurden die Mitarbeiter in der Zentralwerkstatt Prosper auf einer 25 Meter langen, realitätsnah ausgestatteten Übungsstrecke mit dem Equipment vertraut gemacht. In realistischen Simulationen konnten sie Arbeitsprozesse ausprobieren und so lange einstudieren, bis jeder Handgriff saß. Bereichsübergreifende Kooperation Von Anfang an stand dabei das Ziel im Vordergrund, die Belegschaft aktiv in die Entscheidungen und Arbeitsabläufe einzubinden: „Alle Mitarbeiter konnten dauerhaft ihre Ideen einbringen, um Prozesse weiter zu verbessern“, sagt Michael Göge, Leiter des Bereichs Abbau des Bergwerks Prosper-Haniel. Gerade aufgrund der schwierigen Bedingungen stellt der Abbau von Flöz Zollverein ein Gemeinschaftsprojekt dar, das erst durch die Kooperation von unterschiedlichen RAG-Abteilungen und -Tochtergesellschaften, externen Dienstleistern und öffentlichen Stellen möglich wird. „Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einer guten bereichsübergreifenden Zusammenarbeit der verschiedenen Abteilungen und Arbeitsgruppen. Alle waren sowohl in der Planungs- als auch in der Umsetzungsphase aktiv an den Entscheidungen beteiligt“, betont Göge. 14 BERGBAU


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