RAG_Glueckauf_25102016_05

Glueckauf_Oktober2016

Dienstag, 25. Oktober 2016 GLÜCK AUF. GESCHICHTE 05 Steinkohlenbergbau im Wandel 13. JHD. 16. JAHRHUNDERT Beginn der Steinkohlengewinnung im Stollenbau. Die größte Herausforderung dabei: die Beherrschung des Grubenwassers. SPÄTES 13. JAHRHUNDERT Erste urkundliche Erwähnung von Kohlengräberei an der Ruhr. 19. JAHRHUNDERT Die Industrialisierung ermöglicht Steinkohlenabbau in großem Umfang, Tiefbauzechen entstehen. Den Durchbruch bringt der Einsatz von Dampfmaschinen, mit deren Hilfe insbesondere das Grubenwasser schneller und einfacher abgepumpt werden kann. 1950ER JAHRE Blütezeit des deutschen Steinkohlenbergbaus mit rund 150 Millionen Tonnen Jahresförderung und über 600.000 Beschäftigten. Die Steinkohle ist ein wichtiger Treiber des Wirtschaftswunders. 1958 trifft die Kohlekrise den Bergbau. 1968 Die Ruhrkohle AG wird als Konsolidierungsunternehmen der Steinkohlenbergwerke im Ruhrrevier gegründet. 1970ER JAHRE Die heimische Steinkohle gewinnt während der ersten Ölkrise als nationale Energiereserve an Bedeutung. 1980ER JAHRE Im Jahrhundertvertrag wird die Lieferung heimischer Kohle zur Verstromung bis 1995 vereinbart. Die deutsche Steinkohle bleibt aber nicht konkurrenzfähig zur Importkohle. Zwei Kohlerunden einigen sich 1983 und 1987 auf Senkungen der Förderkapazität, die Zahl der Mitarbeiter soll angepasst werden. 1990ER JAHRE Die Zeit ist geprägt von Anpassungen und Stilllegungen. 220.000 Menschen demonstrieren mit dem „Band der Solidarität“ im Ruhrgebiet für den Erhalt der Arbeitsplätze im Bergbau. Verhandlungen führen zum „Kohlekompromiss”, der die Kohlehilfen regelt und eine Verringerung der Bergwerke vorsieht. 1997 erfolgt die Umfirmierung der Ruhrkohle AG in RAG Aktiengesellschaft, die in den folgenden Jahren sämtliche Steinkohlenbergwerke in Deutschland unter ihrem Dach bündelt. 2007 Gründung der RAG-Stiftung, um den Beteiligungsbereich zu kapitalisieren und aus den Erlösen die Ewigkeitsaufgaben zu finanzieren. Inkrafttreten des Steinkohlefinanzierungsgesetzes, das den Auslauf des deutschen Steinkohlenbergbaus bis zum Jahr 2018 regelt. 2010 Die EU-Kommission fordert ein Ende von Subventionen für den Steinkohlenbergbau bis zum Jahr 2014. Tausende Bergleute fordern in Brüssel die Einhaltung des Steinkohlefinanzierungsgesetzes und des sozialverträglichen Auslaufs – mit Erfolg. Das Gesetz bleibt gültig, allerdings wird die Revisionsklausel, die eine Prüfung des Auslaufs im Jahr 2012 vorsah, gestrichen. 2015 Am 31. Dezember stellt das Bergwerk Auguste Victoria in Marl die Förderung ein. Bis Ende des Jahres 2018 fördern noch die Bergwerke Prosper- Haniel in Bottrop und Anthrazit Ibbenbüren im Tecklenburger Land Steinkohle. 16. JHD. 19. JHD. 1950 1968 1970 1980 1990 2007 2010 2015


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