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Glueckauf_Oktober2016

Dienstag, 25. Oktober 2016 GLÜCK AUF. WASSER 19 Reduzierung des PCB-Austrags durch Sedimentation PCB gilt im Wesentlichen als nicht wasserlöslich, sondern haftet an Schwebstoffen, die das Grubenwasser mit sich führt. Entscheidend für den Anteil an Schwebstoffen im Grubenwasser ist deren sogenanntes „Mobilisationspotenzial“. Das bezeichnet die Möglichkeit des Wassers, Schwebstoffe etwa durch Aufwirbelung mit sich zu transportieren. Bei der derzeitigen Wasserhaltung ist das Grubenwasser unter Tage in Bewegung, um den aktuell im Ruhrgebiet 13 zentralen Wasserhaltungen zuzufließen. Dabei mobilisiert es Feststoffe, die mit ihm an die Oberfläche gelangen. Diese Eigenschaft berücksichtigt das Grubenwasserkonzept der RAG, um den Schwebstoff- und damit den PCB-Gehalt im Grubenwasser weiter zu reduzieren: Durch das Anheben des Pumpniveaus und den Einsatz von Brunnenpumpen kommt das Grubenwasser unter Tage zur Ruhe und die Schwebstoffe können absinken. Dabei spricht man von „Sedimentation“. Wissenschaftler verschiedener Institutionen überprüfen diese Möglichkeit der Verringerung des PCBAustrags derzeit, unter anderem im Rahmen eines von der Landesregierung beauftragten Gutachtens. Daneben untersuchen sie weitere Möglichkeiten, den PCB-Gehalt im Grubenwasser weiter zu reduzieren. Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungsverfahren gegen RAG ein Im August 2015 stellte der Verein „Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland“ (BUND) Strafanzeige gegen die RAG wegen unbefugter Gewässerverunreinigung und dem besonders schweren Fall einer Umweltstraftat. Daraufhin befasste sich die Staatsanwaltschaft Bochum mit der Einleitung von Grubenwasser. Sie stellte fest, dass alle wasserrechtlichen Vorschriften durch die RAG eingehalten wurden. Die Ermittlungen stellte die Staatsanwaltschaft nach Prüfung der Untersuchungsergebnisse zum Grubenwasser ein, da sie weder Anhaltspunkte für eine Gewässerverunreinigung noch für ein strafbares Handeln der RAG sah: „Nach Prüfung der Sach- und Rechtslage ist von einem strafbaren Handeln verantwortlicher Personen der RAG AG nicht auszugehen. Es liegen insbesondere keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Gewässerverunreinigung gemäß § 324 des Strafgesetzbuches (StGB) vor. So ist schon nicht von einer unbefugten Einleitung des in Rede stehenden Grubenwassers auszugehen. Ferner ist auf Grundlage der vorliegenden Untersuchungsergebnisse eine relevante schädliche Veränderung eines Gewässers nicht feststellbar.“ Die Staatanwaltschaft stellte insgesamt unmissverständlich fest, dass die Vorwürfe des BUND in allen Punkten unbegründet sind. Die Messergebnisse des LANUV für die als bergbautypisch geltenden PCB-Kongenere 28 und 52 zeigen: In allen Flüssen, die Grubenwasser aufnehmen, wird die Umweltqualitätsnorm sicher eingehalten. GRAFIK: RAG Wasserhaltung unter Tage im aktiven Bergbau Die Pumpen stehen direkt in der Strecke. Das Wasser ist unter Tage in Bewegung und wirbelt Schwebeteilchen auf, die mit nach über Tage gepumpt werden. GRAFIK: DIETER DUNEKA Brunnenwasserhaltung nach Beendigung des Bergbaus „In allen untersuchten Oberflächengewässern wurde die Umweltqualitätsnorm von 20 Mikrogramm pro Kilogramm Trockensubstanz sicher eingehalten.“ Bericht zum LANUV-Sondermessprogramm 2015 PCB-Werte in Oberflächengewässern Tauchpumpen hängen mit Abstand zur Strecke in Hüllrohren. In den tieferen Schichten kommt das Grubenwasser zur Ruhe, so dass ein großer Teil der Schwebstoffe absinkt und nicht nach über Tage gelangt. GRAFIK: DIETER DUNEKA


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