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Glueckauf_Oktober2016

18 GLÜCK AUF. WASSER Dienstag, 25. Oktober 2016 Damals wie heute versorgen Hydlauliksysteme Maschinen und Geräte unter Tage mit Druck. FOTO: RAG Gewissenhafter Umgang mit Begleitstoffen im Grubenwasser PCB sollte den Bergmann schützen – heute wissen wir um die Umweltgefährlichkeit des Stoffes Im Jahr 1956 ereignete sich bei Marcinelle das schwerste Grubenunglück Belgiens mit 262 toten Bergleuten. Die Ursache war Hydrauliköl, das aus einer gerissenen Leitung austrat und sich entzündete. Daraufhin wurden sogenannte polychlorierte Biphenyle (PCB) in sämtlichen unter Tage eingesetzten Hydraulikflüssigkeiten als schwer entflammbare Mittel behördlich vorgeschrieben. Die Umweltgefährdung durch die damals als übliches Brandschutzmittel eingesetzten PCB war zu der Zeit nicht bekannt. Als in den 1980er Jahren gesundheitliche Bedenken gegen PCB aufkamen, wurde es von der RAG nicht mehr eingesetzt. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass über die mehr als zwanzigjährige Einsatzzeit bis zu 12.500 Tonnen dieser Hydrauliköle durch Flüssigkeitsverluste wie Leckagen, Defekte oder maschinelles Abspritzen unter Tage verbraucht wurden. Deshalb finden sich heute im Grubenwasser, das die RAG zum Schutz höher liegender Trinkwasserschichten langfristig fördern muss, Spuren von PCB. Überwachung der Werte in Abstimmung mit den Aufsichtsbehörden: Keine Gefahr für Mensch und Natur Im Grubenwasserkonzept der RAG steht der Trinkwasserschutz an oberster Stelle. So lassen RAG und auch die Aufsichtsbehörden das Grubenwasser regelmäßig durch unabhängige, akkreditierte Messinstitute untersuchen. Dieses Grubenwasser durchfließt bereits seit Jahren auch Bereiche, in denen PCB eingesetzt wurde. Seit den 80er Jahren werden Grubenwasser und auch die jeweiligen Gewässer auf PCB beprobt. Die Messergebnisse zeigen, dass PCB im Grubenwasser nur in geringen Mengen enthalten ist. Es gilt sicherzustellen, dass durch die Einleitung von Grubenwasser in die Oberflächengewässer keine Gefährdung für Mensch oder Umwelt ausgeht. Für die aufnehmenden Flüsse gilt eine Umweltqualitätsnorm, die einen PCB-Wert von maximal 20 Mikrogramm PCB pro Kilogramm Schwebstoff vorgibt. Die Messergebnisse des Landesamtes für Natur- Umwelt- und Verbraucherschutz des Landes NRW (LANUV) in den Flüssen bestätigen, dass dieser Wert sicher eingehalten wird. Die Überwachung der PCB-Werte im Grubenwasser geschieht in einem bewährten und gesicherten Prozess in enger Abstimmung mit den Aufsichtsbehörden und ist integraler Bestandteil des Wasserhaltungskonzepts der RAG. Gesundheitliche Bedenken: 1996 wurden PCB offiziell verboten. FOTOS: RAG Weniger PCB K Die Landesregierung gab ein Gutachten in Auftrag, das überprüfen soll, welches Risiko von PCB im Steinkohlebergbau ausgeht. Außerdem wird nach weiteren Möglichkeiten gesucht, um den PCB-Gehalt im Grubenwasser zu verringern. Auch unabhängige Forscher beschäftigen sich damit und begleiten das Grubenwasserkonzept der RAG. Warum PCB eingesetzt wurde 1956 ereignete sich bei Marcinelle durch einen Brand das schwerste Bergwerksunglück Belgiens mit 262 toten Bergleuten. Da unter anderem eine gerissene Ölleitung die Ausbreitung des Brands verursachte, wurden als Folge daraus ab den 1960er Jahren PCB als Brandschutzmittel für alle eingesetzten Hydrauliköle unter Tage behördlich vorgeschrieben – auch in Deutschland.


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