RAG_Glueckauf_25102016_17

Glueckauf_Oktober2016

Dienstag, 25. Oktober 2016 GLÜCK AUF. WASSER 17 In den 1980er und 1990er Jahren prüfte die RAG gemeinsam mit den Behörden des Landes NRW einzelne Bergwerke daraufhin, Reststoffe aus Kohlenverbrennung sowie aus bergbaufremden Verbrennungsprozessen aufzunehmen. Hintergrund war zum einen, dass die RAG Hohlräume hinter dem Steinkohlenabbau zur Verbesserung des Brandschutzes und einer möglichen Reduzierung von Bergsenkungen schließen wollte. Zum anderen bestand die Notwendigkeit, Reststoffe aus der Industrie sicher zu verbringen. Grundlegende Untersuchungen wurden deshalb etwa durch die damalige Landesregierung in Form einer Machbarkeitsstudie, aber auch durch die RAG selbst in Form eines Universitätsgutachtens in Auftrag gegeben. Oberste Maxime der Untersuchungen: Reststoffe sollten nur dort unter Tage zum Einsatz kommen, wo sie langfristig kein Risiko für Mensch und Umwelt entwickeln können – auch bei einem möglichen Grubenwasseranstieg. Keine Risiken für die Umwelt Der Verbringung gingen Zulassungsanträge mit intensiven Prüfungen, auch für die Situation nach Ende des Bergbaus, sowie behördliche Genehmigungen voraus. Auf den Bergwerken Hugo/Consol in Gelsenkirchen, Haus Aden/Monopol in Bergkamen und Walsum in Duisburg wurden Bruchhohlräume mit Reststoffen nach dem Prinzip des vollständigen Einschlusses verfüllt. Alle Bereiche, in denen solche Stoffe eingebracht wurden, sind in den Risswerken der jeweiligen Bergwerke dokumentiert. Daneben wurden gering belastete Reststoffe auf neun weiteren Bergwerken mit Betonmassen verbracht. Auch hier wurden im Vorfeld umfangreiche Prüfungen durchgeführt und Genehmigungsverfahren durchlaufen. Bei den für eine Verwertung unter Tage zugelassenen Stoffen handelte es sich einerseits um Kraftwerksrückstände. Sie wurden immissionsneutral verbracht. Die Eigenschaften der Reststoffe gleichen dabei denen des umgebenden Gesteins. Außerdem wurden auch noch Rückstände aus Müllverbrennungsanlagen unter vollständigem Einschluss eingelagert. Das bedeutet, dass das Material dauerhaft von der Biosphäre ferngehalten wird. Mögliche Auswirkung der Reststoffverwertung Dass von den eingelagerten Stoffen keine Risiken für Mensch und Umwelt ausgehen, war schon damals oberste Bedingung für die Verwertung. Das kontinuierliche Monitoring des Grubenwassers behält deshalb ständig im Blick, ob Reststoffe in signifikanten Mengen an die Tagesoberfläche gelangen. In einem jährlichen Treffen aller Beteiligten werden dann die Ergebnisse des Grubenwasser Monitorings unter qualitativen und quantitativen Gesichtspunkten sowie nach den jeweils veränderten Standortgegebenheiten bewertet. Zudem gab die Landesregierung im Juli 2015 eine Studie in Auftrag, die noch einmal mögliche Auswirkungen der Reststoffverwertung überprüft und eine Risikoeinschätzung vornimmt. Dabei betrachten die Gutachter nicht nur die aktuelle Situation, sondern auch geologische Zeiträume von mehreren tausend Jahren. Ergebnisse werden noch in diesem Jahr erwartet. Die untertägige Verfüllung wurde zu Beginn des Jahrtausends eingestellt. Das hatte mehrere Gründe: Einerseits standen die Reststoffe zunehmend weniger zur Verfügung, andererseits war der Bedarf an Verfüllmaßnahmen stark rückläufig, da sie aus brandschutztechnischen Gründen nicht mehr benötigt wurden. Außerdem brachte die Verfüllung, auch was die Einwirkungen auf die Tagesoberfläche betraf, nicht die erhofften Verbesserungen. Risiken aus der Vergangenheit im Blick behalten Vor fast 30 Jahren wurden Reststoffe unter Tage verbracht. Davon darf auch langfristig kein Risiko ausgehen. Reststoffe unter Tage Die RAG hat in den 1980er Jahren in Abstimmung mit der Landesregierung und den zuständigen Behörden Reststoffe nach unter Tage verbracht. Schon damals wurde der Anstieg des Grubenwassers in einer entsprechenden Machbarkeitsstudie berücksichtigt. FOTO: WAZ FOTOPOOL Bergwerk Walsum: Bruchhohlräume wurden mit Reststoffen verfüllt. FOTO: HANS BLOSSEY Bergwerk Walsum in Duisburg Im Juni 1939 begann die Steinkohlenförderung in Duisburg- Walsum, 1998 betrug die tägliche Produktion ca. 12.500 Tonnen. Endgültig stillgelegt wurde das Bergwerk zum 1. Juli 2008. Dort sind 355.000 Tonnen Reststoffe verbracht worden.


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