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Dienstag, 27. September 2016 Glück auf. Tecklenburger Land. // Seite 7 Spelle Hanekenfähr Hörstel Ibbenbüren Mettingen Recke Hopsten Es gibt aber auch weitere Auswirkungen: An anderen Bergwerksstandorten wurde mit dem Ansteigen des Grubenwasserspiegels an der Tagesoberfläche eine Hebung festgestellt. Diesen Effekt beobachteten wir auch beim Wasseranstieg im Westfeld. Der Dickenberg hat sich gleichmäßig um bis zu 10 Zentimeter gehoben. Die Hebungen sind nicht mit den durch aktiven Steinkohlenbergbau verursachten Senkungen ver- gleichbar. Durch den langsamen Bewegungsablauf über mehrere Jahre und die Gleichmäßigkeit konnten keine Bergschäden beobachtet werden. Auch im Ostfeld wird es zu geringen Hebungen kommen. Der Prozess wird durch Messungen begleitet und dokumentiert werden. Verändert sich die Zusammensetzung des Wassers beim Anstieg? Sowohl bei der erwarteten Wassermenge als auch bei den gelös- ten Inhaltsstoffen sind deutliche Veränderungen zu erwarten. Durch den sich einstellenden Gegendruck wird in den tiefen Bereichen kein Wasser aus dem Umland mehr in das Grubengebäude einsickern. Es ist eine Mengenreduzierung von bis zu Prozent und eine Abnahme der Salzfracht (NaCl) um bis zu 99 Prozent prognostiziert. Abhängig ist diese Prognose von der Wasserspiegelhöhe im Bergwerk. Dabei gilt: Je höher der Wasserspiegel steigt, desto geringer werden die beiden Werte. Allerdings ist eine Erhöhung der Werte für Eisen und Sulfat zu erwarten. Das liegt daran, dass diese beiden Stoffe vor allem aus den oberen Gesteinsschichten kommen, welche weiterhin durchsickert werden. Dabei nimmt auf Dauer nicht die absolute Stoffmenge der ausgewaschenen Minerale zu, sondern durch die wegfallende Menge der Grubenwässer aus der Tiefe werden diese Wässer weniger verdünnt. Dieser Ablauf war im Westfeld auch zu beobachten. Was bedeutet PCB im Grubenwasser, Herr Löchte? Polychlorierte Biphenyle (PCB) sind bis in die 80er Jahre im Bergbau unter Tage eingesetzt worden. Sie sind schwer entflammbar und sollten so die Grubensicherheit erhöhen. Bei Bekanntwerden der Gesundheitsgefährdung von PCB sind diese durch andere Flüssigkeiten ersetzt worden. Während Einsatzzeit kam es unter zu technischen Verlusten von PCB. Diese Leckage- mengen können wir heute in geringsten Mengen im Gruben- wasser nachweisen. Gefährdet PCB unser Trinkwasser? Eindeutig nein. Es gibt keine Verbindung zwischen der Trinkwasser- gewinnung und der Gruben- wassereinleitung. Das Gruben- wasser wird in die Ibbenbürener Aa eingeleitet. Regelmäßige Untersuchungen der Ibbenbürener Aa zeigen Werte deutlich unterhalb der relevanten Umweltqualitätsnorm für PCB. Darüber hinaus bestätigte uns der Geschäftsführer des Was- serversorgungsverbandes Tecklenburger Land, Johann Knipper, hinsichtlich der PCB-Untersuchungen in den Trinkwasser- gewinnungsgebieten. In den Proben des Trinkwassers aus den Gewinnungsgebieten Dörenthe und Lehen wurden keine PCBs nachgewiesen. Wer trägt die Kosten des Wassermanagement und wie lange, Herr Roth? Die RAG AG wird sich auch nach 2018 um die Folgen des industriellen Steinkohlenbergbaus der letzten rund 150 Jahre kümmern. Wir unterscheiden hier zwischen den endlichen Aufgaben, für die das Unternehmen selbst Rückstellungen gebildet hat, und den so genannten Ewigkeitsaufgaben. Zu den Ewigkeitsaufgaben gehört neben den Poldermaßnahmen und der Grundwasserreinigung insbesondere die langfristige Grubenwasserhaltung. Die Finanzierung dieser Ewigkeitsaufgaben erfolgt durch die RAG-Stiftung. Um die Ewigkeitsaufgaben ab 2019 finanzieren zu können, legt die RAG-Stiftung ihr Vermögen sicher und rentabel an. Ab dem Jahr 2019 muss sie jährlich geschätzte rund 220 Millionen Euro ausgeben, um die Ewigkeitsaufgaben zu finanzieren. Wer ist zuständig für die Umsetzung des Grubenwasserkonzeptes? Die Grubenwasserhaltung in den ehemaligen Bergbaugebieten zählt zu den wichtigsten Zukunftsaufgaben der RAG AG. Für die Entwicklung und Umsetzung der Konzepte für die langfristige Bearbeitung dieser Aufgabe auch über 2018 hinaus ist ebenfalls die RAG verantwortlich. Damit ist die Bewältigung dieser Aufgabe auch nach Beendigung des aktiven Steinkohlenbergbaus sichergestellt. Wie laufen die Genehmigungsverfahren für das Wasserhaltungskonzept ab? Die Umsetzung des Wasserhaltungskonzeptes der RAG erfolgt auf der Grundlage bergrechtlicher Zulassungen. Darüber hinaus sind für das Heben und Einleiten von Grubenwasser wasserrechtliche Erlaubnisse notwendig. Andererseits ist ohne Akzeptanz der betroffenen Öffentlichkeit und der politischen Entscheidungsträger in den Bergbauregionen eine Umsetzung nicht vorstellbar. Daher setzt die RAG auf eine umfassende Aufklärungsarbeit, um Verzögerungen in der Umsetzung zu vermeiden. So finden, wie auch im Ibbenbürener Raum, regelmäßig Informationsveranstaltungen statt. Wir werden weiterhin die Öffentlichkeit, die politischen Gremien sowie die Fachbehörden frühzeitig über die weiteren Schritte informieren. Denn aktive Kommunikation ist uns äußerst wichtig. en Wassergelöseutu e- 90 ahme bi rend der E Tage z vo g zw gewin i RAG-Stiftung finanziert Ewigkeits kosten Joachim Löchte und Johannes Wulfern im Zentrallabor Oeynhausen. Die Fließwege des Grubenwassers aus dem Bergwerk Ibbenbüren bis zur Ems


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