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Dienstag, 27. September 2016 Glück auf. Tecklenburger Land. // Seite 3 2018 endet die Steinkohlenförderung in der Region Ibbenbüren. In der sogenannten Schnittstelle Kohlekonversion bündeln die Kohlekommunen des Tecklenburger Landes die Organisation zum Strukturwandel. Geschäftsführer Uwe Manteuffel spricht über bereits vollzogene Schritte, die nächste Phase, Ideen und Aussichten. Kohlekonversion, ein etwas sperriger Begriff. Was bedeutet er, worum geht es? Manteuffel: Konversion bezeichnet den Wechsel etwas, in diesem Fall den Schritt vom bestehenden Bergwerk zur Nachfolgenutzung. Und dieser Prozess muss begleitet werden von den verschiedenen Akteuren der Kohlekonversion. Die Potenzialanalyse, Teil des Prozesses, ist fertig, wurde an NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin übergeben. Was steht drin? Manteuffel: Wenn man sich mit solch einem komplexen Thema auseinandersetzt, müssen drei grundsätzliche Fragen beantwortet werden: Wo kommen wir her? Wo wollen wir hin? Was sind wir? Es geht um Raumbedarf, die Wirtschaftsstruktur der Region, Stärken und Schwächen, es geht um unsere Ziele, und es geht um unsere Identität, um die Frage, was uns einzigartig macht. Das alles steht in der Potenzialanalyse und schafft ein Bild für die Zukunft. Der Slogan lautet „Gute Aussichten! Zukunft.Ideen.Leben“. Klingt absolut optimistisch. Marketingstrategie oder begründete Zuversicht? Manteuffel: Es ist beides, so ehrlich müssen wir sein. Natürlich betreiben wir auch Standortmarketing. Wir müssen nicht nur eine Perspektive für die Region finden, wir brauchen auch Investoren, die überzeugt vom Standort sind. Aber der Slogan ist keine Worthülse. Wir haben wirklich gute Aussichten, sind in der Region gut aufgestellt. Der Begriff „kleines Baden-Württemberg mit hochdeutscher Sprache“ kommt nicht von ungefähr. Wir haben innovative Unternehmen und teils weltweit agierende Mittelständler. Und der Begriff „Gute Aussichten“ hat natürlich auch etwas mit der Lage zu tun, zum Beispiel der Halden. Hier gibt es in der Tat gute Aussichten für eine landschaftlich tolle Region. Teil 2 des Konversionsprozesses ist nun der Masterplan. Was steckt dahinter, was sind die Ziele? Manteuffel: Die Potenzialanalyse hat mögliche Wege aufgezeigt. Da gibt es Bilder und Vorstellungen, die nun mit weiteren Inhalten gefüllt werden müssen. In zweieinhalb Jahren ist das Ende des Bergbaus Wirklichkeit. Es wird also immer konkreter, die angerissenen Fragen müssen im Detail beantwortet werden: Wie sind die angerissenen Flächen zugeschnitten? Wie steht es um die verkehrliche Erschließung? Wie sichern wir die Bergbautradition?, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Dazu ist ein Zusammenwirken von vielen notwendig, das denkt sich nicht allein die Schnittstelle Kohlekonversion aus. Es wird Fachgremien geben, die versuchen, Rahmenbedingungen für Umsetzungen von Veränderungen zu schaffen. Wir reden bei den Schachtanlagen von Oeynhausen und Nordschacht von etwa 90 Hektar Fläche. Die müssen wir schrittweise entwickeln. Und dazu braucht es ein robustes System, das auch im Prozess Änderungen ermöglicht. Aber wie gesagt: Wir müssen private Investoren für die Flächen finden. Auf diesem Weg sind wir schon, das rückt jetzt immer mehr in den Fokus. Dabei können wir sicherlich mit der Wirtschaftsstruktur, der vorhandenen Unternehmerschaft, dem Landschaftsraum, den Flächen und dem industriellen Erbe wuchern. die Akteure, auf die künftig ankommt? Manteuffel: Die komplette Liste wäre lang. Hauptakteure seit Beginn des Konversionsprozesses sind die RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH, die RAG Montan Immo- bilien GmbH, die Bür- germeister der Kohle- kommunen, das NRW- Wirtschaftsministerium, die Bezirksregierung, die Wirtschaftsförderung des Kreises Steinfurt und die Kommunalverwaltungen – sie bilden das Kernteam. Je nach Fragestellung kommen weitere Akteure hinzu, nicht zu vergessen die Bürger, die wir als Experten vor Ort haben. Wenn man schaut, wer sich bislang in Workshops, bei Regionalveranstaltungen und in Foren beteiligt hat, sind wir ganz locker im vierstelligen Bereich. Welche Rolle spielt die RAG, was erwarten Sie, die Kommunen von der RAG? Manteuffel: Ich möchte an dieser Stelle deutlich machen, dass die RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH und RAG Montan Immobilien GmbH mit großer Offenheit und Transparenz im Prozess arbeiten. Wir tauschen uns auf Augenhöhe aus. Dabei ist die Rolle der RAG vielfältig. Sie muss mit Verantwortung die jetzige Nutzung bis Ende 2018 weiterführen und gleichzeitig dazu beitragen, die neuen Perspektiven auch umzusetzen. Dabei ergeben sich durchaus auch unterschiedliche Hauptziele. Die RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH muss die Förderung bis Ende 2018 aufrechthalten und danach mit dem Rückbau beginnen. Und die RAG Montan Immobilien GmbH muss die Flächen einer neuen Nutzung zuführen und zwar auch unter wirtschaftlichen Aspekten. Wir als Kommunen haben in erster Linie Verantwortung für die Region. Dabei ist die Manpower, die die RAG für unsere Unterstützung bietet, beeindruckend. Wir bekommen immer und zeitnah kompetente Ansprechpartner auf allen Ebenen. Was sind die wichtigen Rahmenbedingungen, um Zechengelände und Halden entwickeln zu können? Manteuffel: 1. Es muss einen Bedarf für die Nutzung geben. 2. Es muss eine Liste von Rahmenbedingungen je nach Nutzung geben – die sieht bei Wohnen natürlich anders aus als bei der Industrie. Ein Beispiel: Wenn wir eine gewerbliche Nutzung wollen, brauchen wir den Weiterbau der K24n bis zur Osnabrücker Straße. Oder: Wie sieht eine Erschließung aus, wie müssen die Abstände zur Wohnbebauung sein? Wir müssen Ziele formulieren, wo wir hinwollen und dann müssen wir uns mit den Rahmenbedingungen und möglichen Bedenken auseinandersetzen – nicht umgekehrt. Gibt es einen anvisierten Zeitplan, an dem GLH%HUJZHUNVÁlFKHQHQWZLFNHOWVHLQVROOHQ" Manteuffel: Der Termin Ende 2018 ist schon ein Meilenstein, denn damit verändert sich die Nutzung eines Großteils der Gebäude. Danach, denke ich, dass nach einem weiteren Abschnitt von etwa drei bis fünf Jahren Veränderungen auf den Zechengeländen sichtbar werden müssen – also zwischen 2021 und 2023. Die Flächen länger liegen zu lassen, tut nicht gut. Das ist bei den Halden anders, die werden als Landschaftsraum so oder so genutzt werden, diese Flächen werden von den Bürgern angeeignet werden. eht on von n 1 urde t Wer sind di es künf Ma L k W Bezir h ft fö Gute Aussichten! Zukunft. Ideen. Leben. ANSPRECHPARTNER Uwe Manteuffel Geschäftsführer Schnittstelle Kohlekonversion Monika Umlauf Stellvertretende Geschäftsführerin Schnittstelle Kohlekonversion Marcella Matzke Stellvertretende Geschäftsführerin Schnittstelle Kohlekonversion Annika Feldhues Sekretariat Schnittstelle Kohlekonversion Slogan ist keine Worthülse Schnittstelle Kohlekonversion – Uwe Manteuffel im Interview


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