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Dienstag, 27. September 2016 Glück auf. Tecklenburger Land. // Seite 13 STATEMENT Der Bergbau geht – sein Andenken bleibt Kumpel sein ist eine Lebenseinstellung. Das haben wir Beschäftigten in der Steinkohle über Generationen hinweg mit in die Wiege gelegt bekommen. Allein der Bergmannsgruß „Glück auf“ verkörpert seit Jahrhunderten unsere Tugenden wie Zusammenhalt, Zuverlässigkeit, Treue, Ehre, Respekt und Stolz. Die große Solidarität untereinander, sich gegenseitig Mut und Zuversicht zuzusprechen hat immer wieder, ob im beruflichen oder auch im privaten Bereich, Auswege aus schwierigen Situationen finden lassen. Der Zusammenhalt untereinander war und ist die Basis des gemeinsamen Handelns und Schaffens. Auch wenn der deutsche Steinkohlenbergbau 2018 unweigerlich zu Ende geht, sollten die Traditionen und die Kultur unseres ehrwürdigen Industriezweigs erhalten bleiben. Dazu stehen unsere drei Traditionsvereine: Der Musikverein „Glückauf“ Anthrazit Ibbenbüren, der Knappenverein Tecklenburger Land und das Bergbaumuseum. Dazu kommt, dass sich immer mehr Menschen jenseits des Bergbaus mit unserer Kultur auseinandersetzen und diese in verschiedenster Form bewahren möchten. Dies zeigen die Arbeiten der Fotografin Eva Rammes, der Konditorin Petra Ahrens sowie die künstlerischen Flaschen von Fritz Raßmann. „Getreu dem Motto: Der Bergbau geht – sein Andenken wird bleiben.“ Musik mit bergbaulichen Wurzeln Moderne und Tradition stehen nebeneinander Musik und Bergbau haben ben me eine lange gemeinsame Tradition. Dieses musikalische Erbe zu bewahren, hat sich der Musik- verein „Glückauf“ Anthrazit Ibbenbüren e.V. auf die Fah- nen geschrieben. Gegründet wurde er 2003 und entstand aus dem ehemaligen Werks- orchester der Preußag AG. Derzeit zählt der Musikverein zirka 150 Mitglieder. u ei es- Wasunter Der Verein gliedert sich in drei Bereiche: dem Sinfonieorches- ter, dirigiert von Christopher Was- muth, dem Blasorchester, unter der Leitung von Georg Stührmann,und dem Steigerchor mit Heinz Neumann. rmann, t Leiter Neben der Pflege des bergmännischen nnischen Liedgutes Liedhe haben alle drei Bereiche ein breites über die Musik usicals bis hin alles dabei Repertoire: Von der Sinfonie aus Opern, Operetten und Musicals zum schmissigen Schlager ist alles dabei. Besonders die Feierabendkonzerte sind aus dem Kulturleben von Ibbenbüren nicht mehr wegzudenken. In diesem Jahr feiert die Veranstaltungsreihe ihr 60-jähriges Bestehen. Was als musikalisches Angebot für die Belegschaft des Ibbenbürener Steinkohlenbergwerks 1955 begann, hat sich heute zu einer erfolgreichen Konzertmarke über die Grenzen des Tecklenburger Landes hinaus entwickelt. Durch und durch Bergmann Mitglieder des Knappenvereins bringen sich ein Wenn der Vorsitzende des Knappenvereins Tecklenburger Land e.V., Harald Böhm, von seinen Knappen berichtet, gerät er ins Schwärmen. „Ich bin durch und durch Bergmann und es ist toll, mich mit Gleichgesinnten austauschen zu können.“ Auch wenn er schon seit 2010 selbst nicht mehr auf dem Bergwerk arbeitet. Bunt gemischt ist der Verein: Aktive Kum- pel und Bergleute im Vorruhestand, Män- ner und Frauen, jung und alt. Gegründet wurde er im Jahr 2000 und zählt mittlerweile 372 Mitglieder. Und das nicht nur in der Region Tecklenburger Land, sondern auch über Ibbenbüren hinaus bis nach Bayern. Das Knappenheim liegt nahe der Zeche, direkt an der Osnabrücker Straße. 100 Jahre hat es schon auf dem Buckel und wurde nach und nach mit viel Herzblut saniert. Natürlich in Eigenarbeit der Mitglieder, die es sich nicht nehmen lassen, das alte Gebäude wieder in Schuss zu bringen. Hier finden die Sitzungen, Knappenstammtische und verschiedene Veranstaltungen wie das traditionelle Sommerfest statt.Rege sind sie, die Knappen von „Wir möchten das Brauchtum der bergbaulichen Musik und damit unsere Wurzeln bewahren. Gleichzeitig gehen wir aber auch neue Wege und versuchen, Moderne und Tradition zu kombinieren“, erklärt der Vereinsvorsitzende Robert Kropf. „Allerdings, wer bei uns mitmachen möchte, muss kein Bergmann sein“, betont Kropf. Schließlich benötigt der Verein auch jüngeren Nachwuchs. „Daher laden wir alle herzlich ein, die Spaß an guter Musik haben.“ Ibbenbüren: In verschiedenen Arbeitsgruppen findet jeder etwas, bei dem er oder sie sich engagieren kann. Es geht von der Instandhaltung von alten Bergbauexponaten, Gezähe und Industriedenkmälern über die Organisation von Veranstal- tungen bis hin zu Führungen von Besu cher grup pen auf den Berg bau wanderwegen. „Wir bringen uns in der Region ein und helfen, wo wir können“, sagt der Vorsitzende Böhm. Das ist ihnen wichtig, den Knappen von Ibbenbüren, die Tradition zu bewahren. Bergmännische Werte wie Zusammenhalt, Verlässlich- keit und Kameradschaft weiterhin zu leben. „Die Menschen brauchen eine Heimat“, betont Harald Böhm, „und wir Bergleute wollen daran erinnern, wo unsere Wurzeln sind. Und das über die Schließung des Steinkohlenbergbaus hinaus.“ Das Sinfonieorchester probt dienstags von 19.30 - 21.30 Uhr. Das Blasorchester probt donnerstags von 19.30 - 21.30 Uhr. Der Steigerchor probt montags von 20.00 - 22.00 Uhr. Der Probenraum des Musikverein „Glückauf“ Anthrazit Ibbenbüren e.V., befindet sich auf dem Werksgelände der RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH, Osnabrücker Straße 112, Tor 4, 49477 Ibbenbüren. www.musikverein-glueckauf.de Harald Böhm, Vorsitzender Knappenverein, mit seiner Tochter Anna Böhm bei der Restaurierung einer Ruhebank an einem Bergbauwanderweg. Betriebsratsvorsitzender Burkhard Bruns


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