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Seite 12 // Glück auf. Tecklenburger Land. Dienstag, 27. September 2016 Solidarität, Zuverlässigkeit, Respekt und Treue sind Tugenden, die der Bergbau verkörpert. Sie prägen diesen Industriezweig, seine Menschen, seine Traditionen und Kultur. Zusammengefasst haben diese Tugenden eine unvergleichliche Bergbaumentalität geschaffen: das „Kumpelsein“. Eine Mentalität, die nicht nur auf dem Bergwerk zu finden ist, sondern auch in den Familien der Kumpel und in den Bergbauregionen. Sie wird mit Stolz gelebt und soll auch 2018, dann, wenn der Deutsche Steinkohlenbergbau beendet ist, weiterleben. Daran arbeiten zum einen die drei Ibbenbürener Traditionsvereine, der Musikverein Glückauf Anthrazit Ibbenbüren, der Knappenverein Tecklenburger Land und das Berg- baumuseum. Sie pflegen das bergmännische Brauchtum und engagieren sich viele Stunden ehrenamtlich, um das Kulturgut des Bergbaus durch Veranstaltungen, Aktionen, Musik und vielem mehr zu erhalten. Zum anderen sind es Menschen, die durch ihre Arbeit oder ihr Hobby dem Bergbau verbunden sind. Oftmals Bewohner aus den Bergbaugemeinden, für die der Steinkohlebergbau nicht mehr aus dem Bild der Umgebung wegzudenken ist. Das sind Fotografen wie Eva Rammes aus Ibbenbüren, die für ihre Masterarbeit den Bergbau in einem eigenen Bildband in Szene setzte. Oder Hobbybastler wie Fritz Raßmann, der in seinen „Geduldsflaschen“ ein kleines Stückchen der Bergbauwelt verewigt. Oder auch Petra Ahrens, die mit ihren Anthrazitsplittern aus feinster Schokolade und Mandelstückchen die „süße“ Seite des Bergbaus vertritt. Sie seien exemplarisch für weitere Künstler in und um die Bergbauregion genannt, die dem deutschen Steinkohlebergbau auf dem Schafberg und seiner hochwertigen Anthrazitkohle ein Denkmal setzen. Tradition und Kultur leben – Erinnerungen an den Bergbau bewahren Auch außerhalb des Bergwerks lebt der Bergbau: Künstler und Vereine setzen mit ihrem Wirken ein Denkmal. Vor 30 Jahren entstand die Idee: Interessierte sollten die Geschichte des Ibbenbürener Steinkoh le - bergbaus hautnah erleben können. Das Bergbaumuseum bekam seinen Standort in der ehemaligen Turbinenhalle und weiteren Nebenräumen des ehemaligen 100-Megawatt-Kraftwerks auf dem Gelände der RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH. Heute können die Besucher mehrere hundert Exponate, vorwiegend aus dem 18. bis 20. Jahrhundert, die die technischen Innovationen im Ibbenbürener Steinkohlebergbau zeigen, bestaunen. Bergbaumaschinen und Arbeitsgeräte, Strecken- und Strebausbau sowie Wechselausstellungen dokumentieren das Leben der Bergleute. „Wir sind stolz darauf, dass wir im Laufe der Jahre so viel Anschauungsmaterial zusammengetragen haben, um die besondere Welt des Bergbaus präsentieren zu können“, erklärt der Leiter des Museums, Christian Israel, der seit Anfang 2016 die Position bekleidet und damit den Gründer des Museums, Hans Röhrs, ablöste. Unterstützung erhält Christian Israel, der selbst früher als Bergbauingenieur auf dem Pütt tätig war, von einem 25 Mann starken Team. Alles Ehrenamtliche, die der Bergbau begeistert. Sie machen Besucherführungen, erläutern die Exponate und halten das Museum in Schuss. Nicht nur, dass das Museum Bergbaugeschichte zeigt: Hier ist Anfassen erlaubt. Sogar der größte „Schatz“ des Museums, der über 100 Jahre alte Dampfhaspel, ist zum Greifen nah und wird gerne in Aktion gezeigt. „Im Sommerhalbjahr, von Mai bis September, ist das Museum an jedem zweiten und vierten Samstag im Monat von 14.00 bis 16.30 Uhr geöffnet. Im Winterhalbjahr bleibt das Museum angemeldeten Gruppen vorbehalten“, erklärt Israel die Besichtigungsmöglichkeiten. Die nehmen die Besucher gerne wahr.Seit das Museum im März 2016 nach Umarbeiten wieder geöffnet hat, fanden fast 2500 Interessierte den Weg die ehemalige Turbinenhalle. Im Ibbenbürener Museum erleben Gäste die Welt von unter Tage Bergbau zum Anfassen en ngswahr. eder g in Christian Israel im Bergbaumuseum vor dem Dampfhaspel. Das Bergbaumuseum hat seinem Standort in der Turbinenhalle des ehemaligen 100-MW-Kraftwerks auf dem Werksgelände der RAG Anthrazit Ibbenbüren GmbH und ist über Tor 2 (ersatzweise Tor 1), Osnabrücker Straße 112, 49477 Ibbenbüren, zu erreichen. Interessenten können sich unter (0 54 51) 7 81 10 oder 8 86 78 anmelden und einen Besichtigungstermin vereinbaren. Email: bergbaumuseum@anthrazit-ibbenbueren.de


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