RAG_19

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Freitag, 28. April 2017 GLÜCK AUF. WISSEN. 19 Über 70 Millionen Kubikmeter Grubenwasser leitet die RAG derzeit pro Jahr in Lippe, Emscher, Ruhr und Rhein. Mit den geplanten sechs Wasserhaltungen wird die Emscher komplett vom Grubenwasser befreit sein. Für die Lippe bedeutet das Konzept eine zusätzliche Entlastung auf 45 Flusskilometern. Um das Grubenwasser nur noch an wenigen zentralen Standorten zu heben, bedarf es eines Anstiegs des Grubenwassers, um untertägige Verbindungswege zu nutzen. Dazu muss im Ruhrgebiet die durchschnittliche Pumphöhe angehoben werden. Der wichtigste Aspekt dabei: Das Wasser steigt nur auf ein Niveau an, das mindestens 150 Meter unterhalb der wichtigen Trinkwasservorkommen der Halterner Sande liegt. Außerdem enthält das Grubenwasser zukünftig weniger Salze, da es einen wesentlich kürzeren Weg durch das Gestein zurücklegt. Eine möglichst geringe Pumphöhe verringert zudem den Energieverbrauch der Wasserhaltungen. Ein von der NRW-Landesregierung in Auftrag gegebenes Gutachten belegt jetzt einen zusätzlichen Vorteil des Verfahrens: Durch den geplanten Anstieg des Grubenwassers verbleiben beim Pumpen mehr Schwebstoffe unter Tage, sodass dadurch sogar der heute schon verschwindend geringe PCB-Austrag nochmals deutlich reduziert wird, da dieser schwebstoffgebunden ist. Ein wichtiger Faktor im Grubenwasserkonzept ist die Umstellung der Standorte auf Brunnenwasserhaltung. Im Gegensatz zur Wasserhaltung in aktiven Bergwerken bedarf es dafür keiner untertägigen Infrastruktur mehr. In die Schächte werden Hüllrohre eingelassen, durch die Tauchpumpen von über Tage bis in das wasserführende Niveau gebracht werden und das Wasser heben. Langjähriges Know-how im Umgang mit Grubenwasser Die RAG verfügt über langjähriges Know-how im Umgang mit dem Grubenwasser: Bei Gründung des Unternehmens im Jahr 1968 befanden sich im Ruhrgebiet rund 70 einzelne Grubenwasserhaltungen in Betrieb. Nach und nach reduzierte die RAG deren Anzahl durch die Einrichtung zentraler Wasserhaltungsstandorte sowie bei Zechenstilllegungen. So wurden immer mehr kleinere Bäche und Flüsse vom Grubenwasser entlastet. Am Standort Lohberg soll langfristig ein Großteil des Grubenwassers im Ruhrgebiet gehoben werden. FOTO: OLAF ZIEGLER Die wichtigsten Fakten zur Grubenwasserhaltung + Die RAG-Stiftung übernimmt ab 2019 die Finanzierung der Ewigkeitsaufgaben: Grubenwasserhaltung, Poldermaßnahmen und Grundwasserreinigung. + Im Ruhrgebiet sollen von 13 Wasserhaltungsstandorten langfristig sechs übrig bleiben. Die Reduzierung erfordert einen Anstieg des Grubenwassers bis zu einem unkritischen Niveau. So wird das Grundwasser nicht gefährdet. + Durch die Reduzierung der Pumpstandorte werden zahlreiche Flüsse und Bäche vom Grubenwasser entlastet. + Ein Anstieg des Grubenwassers führt zu einem verminderten Austrag von Schwebstoffen und damit zu einer Reduzierung des PCB-Austrags. Das bestätigt auch ein vom Land NRW in Auftrag gegebenes Gutachten. Das Grubenwasserkonzept der RAG sieht eine Reduzierung der Einleitstellen vor. GRAFIK: DIETER DUNEKA


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