RAG_18

20170504-Beilage-Wissen-RAG-JW

18 GLÜCK AUF. WISSEN. Freitag, 28. April 2017 Zahlreiche Gewässer sollen zukünftig entlastet werden. FOTO: OLAF ZIEGLER Wasserkompetenz für die Zukunft Das Grubenwasserkonzept der RAG – langfristige Verantwortung für die Ewigkeitsaufgaben Um überhaupt Steinkohle fördern zu können, mussten die Bergleute schon in der Vergangenheit immer das anfallende Grubenwasser heben, das ansonsten die Arbeit unter Tage unmöglich machen würde. Auch nach der Beendigung des Steinkohlenbergbaus im kommenden Jahr kümmert sich die RAG um das Grubenwasser: Die Grubenwasserhaltung gehört zu den sogenannten Ewigkeitsaufgaben. Für die Zeit nach dem aktiven Abbau, in der untertägige Betriebsbereiche nicht mehr frei vom Wasser gehalten werden müssen, entwickelte die RAG in enger Abstimmung mit Politik und Behörden ein Konzept für die langfristige Bearbeitung dieser Aufgabe. Das oberste Gebot dabei: der Trinkwasserschutz. Das Konzept ist darauf ausgelegt, die Grubenwasserhaltung langfristig effizient und verantwortungsvoll zu gestalten. Schutz von Untertagebetrieb und Trinkwasser Bei der Grubenwasserhaltung handelt es sich um das Wassermanagement eines Bergwerks, also die Steuerung des Wasserhaushalts unter Tage. Grubenwasser ist Wasser, das entlang von Gesteinsschichten und Klüften in den Boden sickert. Auf dem Weg in das sogenannte Grubengebäude löst es im Gestein Sedimente und Mineralien wie zum Beispiel Salze. Deshalb soll zum Schutz des Trinkwassers der Kontakt mit trinkwasserführenden Schichten verhindert werden. Ohne regulierenden Eingriff macht das Wasser die Arbeit unter Tage unmöglich. Daher ist es im aktiven Bergbau unerlässlich, diese Wässer abzufangen und abzupumpen, nach über Tage zu fördern und dort schließlich über Flüsse und Bäche abzuleiten. Entlastung von Flüssen und Bächen Wenn die RAG nach 2018 im Ruhrgebiet keine Steinkohle mehr fördert, entfällt die Notwendigkeit, untertägige Betriebsbereiche trocken zu halten. Damit eröffnen sich Möglichkeiten, die Grubenwasserhaltung langfristig mit Fokus auf die Entlastung der aufnehmenden Gewässer zu gestalten. Das Grubenwasserkonzept der RAG für das Ruhrgebiet sieht langfristig eine Reduzierung der Wasserhaltungsstandorte, die Umrüstung auf Brunnenwasserhaltung und eine Anhebung des Pumpniveaus vor. Zahlreiche Flüsse und Bäche können so vom Grubenwasser entlastet werden. Von den derzeit noch 13 Wasserhaltungen in den Steinkohlenrevieren an der Ruhr sollen langfristig nur sechs die Grubenwasserhaltung übernehmen. Einige nicht für die langfristige Wasserhaltung benötigte Standorte werden als Sicherungsstandorte vorgehalten, an denen bei Bedarf Grubenwasser gehoben werden kann. Wasser und Grubenwasser: K Grubenwasser: Alles Wasser, das mit Tief- und Tagebauen in Kontakt steht oder stand K Grundwasser: Unterirdisches Wasser, das Hohlräume der Lithosphäre zusammenhängend ausfüllt und dessen Bewegungsmöglichkeit ausschließlich durch die Schwerkraft bestimmt wird K Trinkwasser: Für menschlichen Genuss und Gebrauch geeignetes Wasser mit Güteeigenschaften nach den geltenden gesetzlichen Bestimmungen


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