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20170504-Beilage-Wissen-RAG-JW

Freitag, 28. April 2017 GLÜCK AUF. WISSEN. 17 Neue Speicher braucht das Land Lehrstuhl für Energiesysteme und Energiewirtschaft (LEE), Ruhr-Universität Bochum Steinkohle war über Jahrzehnte Basis der Energieversorgung. Mit der Energiewende rücken erneuerbare Energien und eine umweltschonende Energieversorgung in den Mittelpunkt. Dabei spielt auch die Nachnutzung vorhandener Bergbauinfrastruktur und -ressourcen eine Rolle. Der Lehrstuhl für Energiesysteme und Energiewirtschaft beschäftigt sich neben allgemeinen Fragen der Energiewirtschaft insbesondere mit regenerativen Energien und deren Anbindung ans Netz sowie mit Energieumwandlungssystemen, wie fossilen Kraftwerken und Kernkraftwerken, Blockheizkraftwerken, Wärmekraftwerken sowie mit Brennstoffzellensystemen und geothermischen Anlagen. Zu den Schwerpunkten zählen Untersuchungen zur Sicherheit von Kernreaktoren, vor allem aber Berechnungssysteme für Ökobilanzen und zu Einsatzmöglichkeiten effizienter und umweltfreundlicher Energietechniken. Dazu gehören auch Wärmenutzungskonzepte und Machbarkeitsstudien zur Nutzung von Anlagen des Bergbaus. So arbeitet der Lehrstuhl intensiv zum Thema „Wärme aus Grubenwasser“ und leitet das vom Bund geförderte Projekt „Gruben- Wasser-Ruhr“. Zudem ist er maßgeblich an den Forschungsstudien zu „Untertägigen Pumpspeicherkraftwerken“ beteiligt. „In der Energiewende benötigen wir Speicher. Ein untertägiges Pumpspeicherkraftwerk wäre weltweit einzigartig und würde einen enormen ,Experten-Tourismus’ auslösen“, so Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Hermann- Josef Wagner. Ergänzend zur Zusammenarbeit mit internationalen Partnern unterhält das Institut wissenschaftliche Kooperationen mit Universitäten in China und Indien. Die meisten Mitarbeiter Prof. Dr.-Ing. Hermann- Josef Wagner FOTO: GORCZANY des Lehrstuhls sind Mitglieder der Ruhr- University Research School, die im Rahmen der ersten Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder angestoßen wurde. Deutsches Bergrecht ist Exportschlager Institut für Berg- und Energierecht der Ruhr-Universität Bochum Ausgehend vom Steinkohlenbergbau entwickelte sich das Ruhrgebiet zur Energieregion Nummer 1 in Deutschland. Damit ist es ein idealer, den Wissenstransfer unterstützender Lehr- und Forschungsstandort in diesem Bereich. Das Institut für Berg- und Energierecht etwa kann als zentrale wissenschaftliche Einrichtung der RUB seinen Rang als Forschungs- und Beratungsstelle für das deutsche, europäische und internationale Bergund Energierecht immer weiter ausbauen. Der Schwerpunkt liegt auf den eng miteinander verzahnten Materien des Berg- und des Energierechts mit Verbindungen zum Verfassungs- (und Umweltverwaltungsrecht) sowie zum Handels-, Gesellschafts- und Wettbewerbsrecht. Dabei kooperieren interdisziplinär etwa Juristen, Ingenieure, Wirtschafts-, Politik- und Sozialwissenschaftler. Das Institut ist gefragter Ansprechpartner für Unternehmen, Behörden und Verbände in der Region und darüber hinaus. Davon zeugen zahlreiche Forschungspartnerschaften sowie Beteiligungen des Instituts an großen Verbundforschungsprojekten etwa zu Fragen der Dekarbonisierung, zur Digitalisierung der Energiewirtschaft oder zur Brennstoffzellen Technologie. Auch internationale Beratungen und Vorträge gehören zum Programm – meist in rohstoffreichen Ländern wie Kolumbien, Aserbaidschan und Afghanistan. „Manche Länder haben Bodenschätze, sind aber nicht in der Lage, diese zu heben. Gerade dort ist das deutsche Bergrecht ein Exportschlager“, erläutert Prof. Dr. Pielow. „Bergrecht bleibt aber auch hier in der Energiewende aktuell, z. B. bei untertägigen Pumpspeichern oder Speichern für Gas und Wasserstoff.“ In der Lehre bietet das Institut neben einem Kompaktseminar „Energiewirtschaft“ auch Seminare für Praktiker Prof. Dr. Johann-Christian Pielow FOTO: HANS OSTERKAMP an, z. B. zu Rechtsfragen des Altbergbaus. Zudem verfügt es mit mehr als 7.000 Bänden deutschlandweit über eine der größten Bibliotheken auf diesem Gebiet, u. a. mit der eigenen Schriftenreihe „Bochumer Beiträge zum Berg- und Energierecht“. Einzigartige Wasserkompetenz im Ruhrgebiet Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft, Uni Duisburg-Essen Die Bergbauindustrie ist global einer der größten Wassernutzer, bewirkt jedoch mit der Förderung von Rohstoffen regional auch tief greifende Veränderungen des Wasserkreislaufs. So musste sich der Steinkohlenbergbau immer mit Wasser und Geologie, mit Strömungsverhalten und Fließgeschwindigkeiten sowie dem Abpumpen von Grubenwasser beschäftigen. „Die Region hat – bedingt durch die Lagerstätten und den Abbau der Kohle – eine einzigartige Expertise aufgebaut“, betont Prof. Dr. André Niemann, Lehrstuhlinhaber des Instituts für Wasserbau und Wasserwirtschaft. „Wir haben hier die große Emschergenossenschaft, den Ruhrverband und den Lippeverband und viele andere. Die Wasserkompetenz ist in Deutschland nirgendwo höher als im Ruhrgebiet.“ Dazu tragen auch die wasserbezogenen Lehrund Forschungseinrichtungen in der Region bei. Das Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft etwa setzt sich mit der Bewirtschaftung und Nutzung von Gewässern, dem Schutz vor Hochwasser sowie dem Schutz bzw. dem Erhalt natürlicher Gewässer auseinander. Schwerpunkte sind Urbane Gewässer, Ökologische Durchgängigkeit von Gewässern, Erfolgskontrolle von Renaturierungsmaßnahmen, Sozioökonomie wasserwirtschaftlicher Maßnahmen sowie Hochwasserschutz und Klimawandelfolgenvorsorge. Auch Wasserkraftanlagen gehören dazu. Hier entwickelte Prof. Dr. Niemann mit seinem Team die Idee von untertägigen Pumpspeicherkraftwerken in Schächten des Steinkohlenbergbaus – eine weltweite Innovation. Die Labore am Institut ermöglichen vielfältige hydraulische Modellversuche. Sie dienen als Forschungslabore, stehen aber auch der Industrie für wasserwirtschaftliche Untersuchungen auf nationaler Prof. Dr. André Niemann und internationaler FOTO: FRANK PREUSS Ebene zur Verfügung. Das Institut ist Mitglied des Zentrums für Wasserund Umweltforschung, in dem 17 Einrichtungen der Universität Duisburg-Essen und der Ruhr-Universität Bochum, die sich mit Wasser und Umwelt beschäftigen, interdisziplinär zusammenarbeiten.


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