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20170504-Beilage-Wissen-RAG-JW

14 GLÜCK AUF. WISSEN. Freitag, 28. April 2017 Über Jahrhunderte entwickelte sich das Bergbauwissen in Deutschland – und bringt seit jeher technische Innovationen hervor. Auch wenn der Steinkohlenbergbau endet, bleibt das Know-how bestehen. Denn der Abbau von Rohstoffen ist und bleibt ein wichtiger Wirtschaftszweig. Renommierte Universitäten in ganz Deutschland beschäftigen sich mit der Forschung und Lehre rund um vielfältige Ressourcen und deren Gewinnung. RWTH Aachen University Die Fachgruppe für Rohstoffe und Entsorgungstechnik (FRE) gehört seit über 130 Jahren zur Aachener Hochschullandschaft. 1880 als „Abteilung für Bergbau- und Hüttenkunde und für Chemie“ gegründet, hat sie sich mit neuen Technologiegebieten, interdisziplinären Forschungsprojekten und einem qualitativ hochwertigen Studienangebot kontinuierlich weiterentwickelt. Zur Fachgruppe gehört u. a. das Institute of Mineral Resources Engineering (MRE), das 2015 aus den Instituten Bergbaukunde I und III entstanden ist. Die Bergbaukunde gehörte zu den ersten Instituten der RWTH überhaupt und prägte maßgeblich ihr hohes internationales Prestige. Neben der Ausbildung von Rohstoffingenieuren leistet das Institut praxisnahe Forschung in enger Zusammenarbeit mit der Industrie sowie internationalen Forschungseinrichtungen. Schwerpunkte sind Kenntnis der Lagerstätteneigenschaften, Ressourceneffizienz und Prozessoptimierung, Umweltschutz und Arbeitssicherheit sowie Infrastruktur und Dienstleistungen. Konferenzen und Publikationen runden den Beitrag des Instituts für eine nachhaltige Rohstoffgewinnung ab. Auch das Institut für Markscheidewesen, Bergschadenkunde und Geophysik im Bergbau gehört zur Fachgruppe. Ausgehend von den markscheiderischen Kernkompetenzen Bergschadenkunde, Geodatenmanagement und Kartografie sowie Markscheiderisch/Geotechnische Vermessung, Lagerstättenbearbeitung und Genehmigungsverfahren arbeitet das Institut im klassischen Rohstoffsektor und darüber hinaus. Insbesondere unkonventionelle Energieträger und moderne Monitoring Systeme stellen das Zukunftsfeld des Markscheidewesens dar. In den Studiengängen Rohstoffingenieurwesen, Nachhaltige Energieversorgung und Umweltingenieurwissenschaften werden Fachleute für den gesamten Rohstoffsektor ausgebildet. Technische Universität Clausthal Enorme Erzvorkommen bescherten dem Oberharz über Jahrhunderte große Bedeutung als Zentrum des Bergbaus und Hüttenwesens. Schon 1775 gründeten Harzer die „Clausthaler montanistische Lehrstätte“, aus der 1864 die weltweit anerkannte Bergakademie entstand. Ausgefeilte Systeme zum Nutzen von Wasserkraft im Bergbau, das Drahtseil und die „Fahrkunst“ zur Personenbeförderung sind Beispiele Clausthaler Erfindungen, die früh für internationales Renommee sorgten. Die Hälfte der Studenten kam bereits Mitte des 19. Jahrhunderts aus Nord- und Südamerika, Asien und Australien. Mit 30 Prozent ausländischen Studierenden zählt die TU Clausthal zu den internationalsten Hochschulen Deutschlands. „Und unsere Absolventen stehen bei nationalen wie internationalen Unternehmen hoch im Kurs“, betont Universitätspräsident Professor Thomas Hanschke. Gelehrt und geforscht wird heute in den Bereichen Energie und Rohstoffe, Natur- und Materialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Mathematik, Informatik sowie Maschinenbau und Verfahrenstechnik. Vor zwei Jahren führte die TU den deutschlandweit ersten englischsprachigen Masterstudiengang im Bergbau ein: Mining Engineering. Das Fach, zu dem auch Vorlesungen unter Tage gehören, kommt national und international gut an. Neben praxisorientierter Lehre steht die TU Clausthal für anwendungsorientierte Forschung sowie Technologietransfer mit vier Schwerpunkten: nachhaltige Energiesysteme, Rohstoffsicherung und Ressourceneffizienz, neuartige Materialien und Prozesse für wettbewerbsfähige Produkte sowie offene cyberphysische Systeme und Simulation. Mit ihren annähernd 5.000 Studierenden und mehr als 1.000 Beschäftigten ist die Uni der wichtigste Wirtschaftsfaktor im westlichen Harz. Technische Universität Bergakademie Freiberg In Forschung und Lehre richtet sich die TU Bergakademie Freiberg u. a. daran aus, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit den endlichen Ressourcen dieser Erde zu bewerkstelligen ist. Sie entwickelt effiziente und alternative Technologien für Rohstoffgewinnung, Energietechniken, Werkstoffe und Recyclingverfahren und trägt so zur Lösung ökonomischer und ökologischer Herausforderungen bei. Als Technische Universität stellt sie sich den Themen einer nachhaltigen Stoff- und Energiewirtschaft und vereint mit den Ingenieur-, Natur-, Geo-, Material- und Wirtschaftswissenschaften alle Bereiche der modernen Rohstoffforschung im Grundlagenbereich und der anwendungsorientierten Forschung unter einem Dach. Die vier Kernfelder Geologie, Material, Energie und Umwelt geben der 1765 gegründeten und somit ältesten aktiven montanwissenschaftlichen Universität der Welt ihr einmaliges Lehr- und Forschungsprofil. Es ist durch rund 65 Studiengänge in sechs Fakultäten verankert und ermöglicht eine interdisziplinäre Forschung und Ausbildung der derzeit 4.624 Studierenden. Über 1.000 Studierende aus dem Ausland bereichern dabei den internationalen und kulturellen Austausch in Freiberg. Als eine der forschungsstärksten Universitäten in Deutschland verfügt die TU Bergakademie Freiberg über ein exzellentes internationales Netzwerk mit anderen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Das Freiberger Know-how im Bereich Ressourcen – insbesondere in den Material und Werkstoffwissenschaften – ist dabei weltweit gefragt. So kooperiert die Universität beispielsweise mit Hochschulen in der Mongolei, in Südamerika sowie in Asien und Afrika, um die akademische Ausbildung im Rohstoffsektor zu verbessern. Zukunft Rohstoffe Wissen um Bergbau und Rohstoffe wird an Universitäten in ganz Deutschland vermittelt Das Bergbaugebäude der RWTH Aachen. FOTO: FRE Das Hauptgebäude der TU Bergakademie Freiberg. FOTO: KARSTEN ENDERLEIN Historischer Eingang des Hauptgebäudes der TU Clausthal. FOTO: TU CLAUSTHAL


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