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2016_01_19_Glueck_auf_Verantwortung

Seite 2 // Glück auf. Verantwortung. Dienstag, 19. Januar 2016 Eine Ära geht zu Ende Das Bergwerk Auguste Victoria wurde nach 115 erfolgreichen Jahren Ende Dezember 2015 stillgelegt. Der Auslauf des Steinkohlenbergbaus in Marl verläuft sozialverträglich. Maßgeblichen Anteil daran hat die betriebliche Mitbestimmung. Niemand fällt ins Bergfreie: Kein Bergmann wird im Zuge der Schließung von Auguste Victoria in Existenznot geraten. FOTO: JUSTA Produktmanagement Philipp Jann, Telefon: 0201-804-1579 Objektleitung Christian Leetz, Telefon: 0201-804-2918 Redaktion BISSINGER [+] GmbH Produktion Mona Contzen Druck Druckzentrum Essen GmbH Druckzentrum Hagen GmbH 45128 Essen, Friedrichstr. 34-38 Titelfoto: Dietmar Klingenburg, RAG IMPRESSUM RAG Aktiengesellschaft Shamrockring 1, 44623 Herne Vorstand Bernd Tönjes, Vorsitzender Peter Schrimpf, stellv. Vorsitzender Dr. Jürgen-Johann Rupp Vorsitzender des Aufsichtsrates: Dr. Werner Müller Verantwortlich Christof Beike (V.i.S.d.P.), Bereichsleiter Zentralbereich ZV 2.1 Presse/Standortkommunikation/ Public Affairs Redaktion: Lea Fischer SEITE 8 Ein Lob der Kolonie: Bergarbeitersiedlungen sind attraktive Wohnstandorte mit viel Charme. RAG zeigt Solidarität mit Flüchtlingen: Konzern und Mitarbeiter engagieren sich auf vielfältige Weise. SEITE 7 Fit für die Zukunft: Die RAG setzt sich dafür ein, dass ihre Mitarbeiter eine berufliche Perspektive außerhalb des Bergbaus erhalten. Zeitzeugen geben Einblicke: Ehemalige Bergleute berichten über ihre Arbeit. SEITE 6 Neue Perspektiven für das Ruhrgebiet: RAG stellt Weichen für die Folgenutzung. Bergehalden im Aufwind: Windenergieanlagen leisten Beiträge zur Energiewende. SEITE 5 Forschungsfeld Nachbergbau: Das Forschungszentrum Nachbergbau in Bochum widmet sich Fragen und Herausforderungen. Planmäßiger Rückzug: Wie umfangreich ein verantwortungsvoller Rückbau nach der Stilllegung eines Bergwerks ist, zeigt das Beispiel Auguste Victoria. SEITE 4 „Ewigkeit ist eine Menge Zukunft“: „Und die will gestaltet werden“, sagt Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Vorstandsmitglied der RAG-Stiftung, im Interview. Finanzieren und Fördern: Die RAG-Stiftung ist ab 2019 für die Finanzierung der Ewigkeitsaufgaben der RAG verantwortlich. SEITE 3 Taktgeber für verträglichen Wandel: Die RAG schultert erfolgreich eine große soziale Verantwortung. Sicherheit geht vor: Wie die RAG den Arbeits- und Gesundheitsschutz stetig verbessert. Belegschaft zu handeln, sondern gemeinsam mit ihr etwas zu schaffen. „Und dazu gehört vor allem, anspruchsvolle Veränderungsprozesse zu erklären und die Kolleginnen und Kollegen von Beginn an mitzunehmen“, sagt Maus. Mit seiner unverkennbaren Kultur des Miteinanders und der Solidarität wird der Bergbau in der Region Marl nicht in Vergessenheit geraten. Einen Beitrag zu dieser Erinnerungskultur liefert auch Adolf Winkelmann. Der Dortmunder Regisseur drehte im Sommer 2015 seinen neuen Kinofilm „Junges Licht“ unter anderem auf dem Bergwerksgelände in Marl. Der Film mit Charly Hübner, Lina Beckmann, Peter Lohmeyer und Nina Petri über das vom Bergbau geprägte Ruhrgebiet der 1960er Jahre kommt noch in diesem Jahr in die deutschen Kinos – und gibt den Zuschauern damit einen der letzten filmischen Einblicke in den laufenden Bergwerksbetrieb auf Auguste Victoria. war für den Betriebsrat nie einfach nur eine leere Worthülse, sondern bedeutete eine beständige Mitbestimmung auf Augenhöhe – mit der Belegschaft, der Werksleitung und dem Unternehmen. Dahinter steckt auch, nicht nur für oder im Sinne der der in die Anpassung oder nehmen neue Tätigkeiten innerhalb des RAG-Konzerns oder in einem anderen Unternehmen auf, bis die Zeche Auguste Victoria Ende des Jahres 2016 endgültig schließen wird. Erfolgsfaktor Mitbestimmung Dass das Ende der Steinkohlenförderung in Marl sozialverträglich verläuft, ist nicht zuletzt ein Verdienst der betrieblichen Mitbestimmung. „Mit Kampfgeist und Zusammenhalt haben wir das wichtigste Ziel erreicht: die Absicherung der Sozialverträglichkeit, wie wir sie gemeinsam in Form des Steinkohlefinanzierungsgesetzes 2007 hart erkämpft haben“, sagt Norbert Maus, Vorsitzender des Betriebsrats von Auguste Victoria. Wie auf allen anderen RAG-Bergwerken hatten sich Mitbestimmung und Unternehmen auf Auguste Victoria über die Jahre eine Kultur des Miteinanders erarbeitet. Mitbestimmen, Mitgestalten und Mitverantworten: Dieser Leitsatz damit einen bedeutenden Anteil daran, dass sich die ehemals kleine Gemeinde Marl zu einer lebendigen Stadt mit heute mehr als 85.000 Einwohnern entwickeln konnte. Die RAG wird der Stadt Marl und der Region weiter verbunden bleiben, zum Beispiel beim bereits eingeleiteten Strukturwandel (siehe Seite 6) oder bei der Bewahrung des kulturellen Bergbauerbes. Mit dem gleichen Engagement nimmt das Unternehmen seine Verantwortung für die Belegschaft des Bergwerks wahr. Der Auslauf der Steinkohlenförderung auf Auguste Victoria ist sozialverträglich gestaltet. Etwa 700 Mitarbeiter sind nach der Stilllegung auf die letzten verbliebenen RAG-Bergwerke Prosper-Haniel in Bottrop und Anthrazit Ibbenbüren gewechselt. Etwa 450 Beschäftigte arbeiten weiterhin auf Auguste Victoria und erledigen dort den unter- und übertägigen Rückbau (siehe Seite 5). Nach und nach wird ihre Zahl reduziert. Die Mitarbeiter gehen entwe- Kroker. „Aber wir alle von Auguste Victoria waren bis zum Schluss ein verlässlicher Partner, versehen mit einer gehörigen Portion Stolz auf unsere Leistungen.“ Bedeutender Arbeitgeber Stolz können die Bergmänner in der Tat sein. Denn in der rund 115-jährigen Geschichte von Auguste Victoria haben das Bergwerk und seine Mitarbeiter die Region Marl maßgeblich mitgestaltet – vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht. Die Stadt Marl verlor am Ende des vergangenen Jahres einen ihrer größten Arbeitgeber und Ausbilder. Zu Spitzenzeiten waren bis zu 11.000 Mitarbeiter und Auszubildende auf Auguste Victoria beschäftigt. Diese Menschen haben nicht nur einen großen Beitrag zur sicheren Energieversorgung in Deutschland geleistet. Sie haben gemeinsam mit den Beschäftigten der Chemieindustrie auch den wirtschaftlichen Aufschwung in die Region gebracht und Was mit der ersten erfolgreichen Schürfbohrung 1897 und der Aufnahme der Steinkohlenförderung im Jahr 1905 begann, hat am Jahresende 2015 einen Abschluss gefunden: die Ära des Bergwerks Auguste Victoria. Der Auslauf der Steinkohlenförderung in Marl folgt den politischen Vorgaben und der darauf gründenden Bergbauplanung der RAG. Der Aufsichtsrat des Unternehmens hatte die Stilllegung von Auguste Victoria Anfang Dezember 2013 beschlossen. Der Einsatz und die Leistung der Mitarbeiter blieben dennoch vorbildlich. Mit typisch bergmännischen Eigenschaften wie Fleiß, Solidarität und Zuverlässigkeit führten sie die beeindruckende Ära von Auguste Victoria zu einem würdigen Ende. Ihr Versprechen „Gemeinsam erfolgreich, sicher und gesund bis zum Schluss“ hat die Belegschaft damit eingelöst. „Wir empfinden keine Freude, wenn wir den Deckel auf den Pütt machen müssen“, sagt Bergwerksdirektor Jürgen Auguste Victoria. FOTO: KLINGENBURG INHALT


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