RAG_Seite3_neu.pdf

Xsm2

Freitag, 19. Dezember 2014 Glück auf. Wasser. // Seite 3 Neue Wasser-Wege Grubenwasserkonzept der RAG: Wenn die RAG bis 2035 ihre Grubenwasserhaltung umstellt, gilt es viele Faktoren zu beachten und ökologische Chancen zu nutzen. Das oberste Gebot bleibt der Trinkwasserschutz. Eine Aufgabe für die Ewigkeit: Die Grubenwasserhaltung in den ehemaligen Bergbaugebieten stellt eine der wichtigsten Tätigkeiten der RAG dar. Die Planungen des Unternehmens sehen vor, die Anzahl der Grubenwasserstandorte sukzessive zu reduzieren und Gewässer vom Grubenwasser zu entlasten. Noch im Jahr 1956 betrieben 152 Bergwerke je eine eigene Wasserhaltung und leiteten das geförderte salzhaltige Wasser in den nächsten Bach oder Fluss, sogenannte Vorfluter, ein. Energiebedarf und CO2-Ausstoß sinken Heute gibt es in Nordrhein-Westfalen 13 Wasserhaltungsstandorte an der Ruhr sowie zwei in Ibbenbüren, die sowohl die untertägige Infra- struktur der Produktionsstätten frei halten als auch eine Vermischung mit dem Grundwasser in den gesamten Regionen Ruhrgebiet und Tecklenburger Land verhindern. Etwa 80 Millionen Kubikmeter Wasser gelangen über sie jährlich von unter Tage in Lippe, Emscher, Ruhr, Rhein und Ems. Bei der Einleitung gelten strenge Grenzwerte, die die RAG zur Erreichung eines „guten ökologischen Zustands“ einhalten muss. Die kontrolliert das Unternehmen ebenso wie unabhängige Institutionen (mehr auf Seite 2). Im August 2014 legte die RAG ein Konzept für die Gestaltung der Grubenwasserhaltung vor, das die Flüsse in NRW weiter vom Grubenwasser entlasten soll. Langfristig sollen demnach nur noch sieben Standorte im Land Grubenwasser fördern. Damit wird die Emscher komplett entlastet und renaturiert. Die Lippe erhielte eine Entlastung um 50 Prozent (mehr auf Seite 4). Untertägige Verhältnisse ermöglichen diese Schritte: Die sogenannte Wasserwegigkeit erlaubt es dem Grubenwasser, unter der Erdoberfläche zu den zentralen Wasserhaltungen zu fließen, wo es gesammelt und zutage gefördert wird. Um diese Möglichkeiten nutzen zu können, bedarf es eines Teilanstiegs des Grubenwassers, damit es an den zentralen Punkten ankommt. Gleichzeitig bedeutet das eine Verringerung der Pumphöhe von 800 auf 600 Meter – das senkt den Energiebedarf der Wasserhaltung und somit den CO2- Ausstoß. Eine Umstellung auf die sogenannte Brunnenwasserhaltung, die keine Aufrechterhaltung untertägiger Strukturen erfordert, trägt zur wirtschaftlichen Optimierung der Wasserhaltung bei. Beim Grubenwasseranstieg besitzt der Trinkwasserschutz höchste Priorität. Um Vorkommen wie etwa die Halterner Sande zu schützen, lässt die RAG das Grubenwasser nur bis zu einem unkritischen Niveau ansteigen und gewährleistet einen „Sicherheitsabstand“ von mehr als 150 Metern zwischen Gruben- und Trinkwasserhorizonten. Überwachung schützt Mensch und Umwelt Was unter der Erde passiert, kann auch Auswirkungen an der Erdoberfläche haben. So kann es durch den Grubenwasseranstieg etwa zu Erschütterungen und Hebungen kommen. Die jahrzehntelange Erfahrung des Unternehmens zeigt, dass mit Schäden kaum zu rechnen ist. Sollten Schäden auftreten, gelten sie als Bergschäden und sind von der RAG zu regulieren. Ein Monitoringsystem überwacht die Entstehung von Hebungen. Der Anstieg des Grubenwassers birgt die Chance auf eine langfristige ökologische Verbesserung der Gewässer in den Bergbauregionen und die wirtschaftliche Absicherung der Ewigkeitsaufgabe. Mit den möglichen Auswirkungen setzte sich das Unternehmen unter Einbeziehung externer Experten und Erfahrungen von Nachbarländern intensiv auseinander und erarbeitete Lösungen, um diese zu beherrschen. Denn wie im deutschen Steinkohlenbergbau geschieht nichts ohne höchste Sicherheitsstandards. Umfangreiche Monitoringsysteme, redundante Vorhaltung von Infrastrukturen, modernste Technik und nicht zuletzt international führendes Know-how gewährleisten den Schutz von Mensch und Umwelt. BRUNNENWASSERHALTUNG – MODERNE TECHNOLOGIE FÜR DIE EWIGKEIT Die für die Bewältigung der Ewigkeitsaufgabe „Grubenwasserhaltung” vorgesehenen Standorte rüstet die RAG auf moderne Brunnenwasserhaltung um. Im Gegensatz zur konventionellen untertägigen Wasserhaltung mit Pumpenkammern bedarf es für die neue Technik keiner Aufrechterhaltung einer Infrastruktur unter Tage. Für die Brunnenwasserhaltung erhalten die Schächte eine Ausstattung mit Hüllrohren, durch die Tauchpumpen von über Tage bis in das wasserführende Niveau gelangen. Zwei Pumpen, versetzt in den Schacht eingehängt, heben das Grubenwasser. Sollte eine Pumpe ausfallen, dient eine dritte als Reserve und stellt die Leistungsfähigkeit des Wasserhaltungsstandorts sicher. Das zutage gepumpte Grubenwasser gelang durch Leitungsrohre in den nächsten größeren Fluss. Eine möglichst geringe Pumphöhe erhöht die Wirtschaftlichkeit der Anlagen. Neben den geplanten Wasserhaltungen hält das Unternehmen weitere ausgewählte Standorte als Reservebrunnen vor, die es bei der Stilllegung entsprechend präpariert. Im Bedarfsfall erfolgt dann ihre Reaktivierung. ILLUSTRATION: DIETER DUNEKA 240 Flusskilometer werden durch das Konzept entlastet 80 Mio m³ Grubenwasser hebt die RAG jährlich in NRW 7 zentrale Wasserhaltungen sollen ab 2035 das Wasser in NRW heben Das eingehauste Schachtgerüst des Bergwerks Walsum in Duisburg rüstet die RAG derzeit für die Brunnenwasserhaltung um. FOTO: DIETMAR KLINGENBURG Das Wasserschloss der Wasserhaltungsanlage dient als zentraler Verteiler des Grubenwassers. FOTO: DIETMAR KLINGENBURG


Xsm2
To see the actual publication please follow the link above