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immer mehr zu. Auch wir bei der RAG stellen das zunehmend fest. Das systematisch Seite 2 // Glück auf. Wasser. Freitag, 19. November 2014 Seite 2 // Glück auf. Wasser. Freitag, 19. Dezember 2014 voranzutreiben sichert uns den Erfolg, denn: Wer heute von Nachhaltigkeit spricht, wird daran gemessen. Nachhaltigkeit ist mit klar definierten Anforderungen und Kriterien verbunden, deren Herausforderungen wir uns stellen. Die nachhaltige Ausrichtung unseres Geschäfts ist kein einmaliges Projekt, dem Know-how in Sachen Nachbergbau sondern ein fortlaufender Prozess, der sich permanent den gesellschaftlichen packen wir bei der RAG und politischen Rahmenbedingungen anpassen muss. Man die Herausforderung an – denn Wasser bedeutet Leben, Unabhängigkeit kann sogar sagen: „Es geht um noch mehr: Nachhaltigkeit ist eine Haltung, mit der ein Unternehmen seinem Umfeld begegnet.“ Nur wenn wir und Wohlstand. Seinem alle diese Haltung annehmen und weiterhin gemeinsam so verantwortungsbewusst Schutz sind wir durch eine handeln, gelingt es uns, den Auslauf bis zum Jahr 2018 zu verantwortungsvolle und nachhaltige sichern Bewältigung sowie unser der Know-Ewigkeitsaufgaben how und unser kulturelles Erbe in die Zukunft zu tragen. verpflichtet. Ein herzliches Glückauf Ein herzliches Glückauf Bernd Tönjes, Vorsitzender des Vorstands der RAG Aktiengesellschaft SOZIALE VERANTWORTUNG Gelebte Erinnerungskultur Seite 6 EWIGKEITSAUFGABEN Wirtschaftliche Wasserhaltung Seite 7 ÜBERSICHT Nachhaltiges Handeln bei der RAG – über wie unter Tage Seite 8 Halde Rungenberg FOTO: HANS BLOSSEY Bernd Tönjes Vorsitzender des Vorstands der RAG Aktiengesellschaft 1296 1816 1855 Urkundlich ist der erste Kohlebergbau für Dortmund im Jahre 1296 bei Haus Schüren belegt. Die erste Kokerei wird auf der Zeche Vereinigte Sälzer & Neuack in Essen gebaut. Der Mangel an qualifizierten Bergarbeitern führt zum Wohnungsbau.der Bereitstellung von Wohnraum sollen Arbeitskräfte die Zeche gebunden werden. Ruhrkohle: IMPRESSUM RAG Aktiengesellschaft Shamrockring 1, 44623 Herne Vorstand: Bernd Tönjes, Vorsitzender Peter Schrimpf, stellv. Vorsitzender Dr. Jürgen-Johann Rupp Vorsitzender des Aufsichtsrates: Dr. Werner Müller Verantwortlich Christof Beike (V.i.S.d.P.), Bereichsleiter Zentralbereich ZV 2.1 Presse/Standortkommunikation Produktmanagement Philipp Jann, Telefon: 0201-8041579 Objektleitung Christian Leetz, Telefon: 0201-804-2918 Redaktion und Produktion Mona Contzen Druck Druckhaus WAZ GmbH & Co.Betriebs KG 45128 Essen, Friedrichstr. 34-38 Druck- und Verlagszentrum GmbH&Co.KG Hohensyburgstraße 67, 58099 Hagen Titelfoto: Dietmar Klingenburg/RAG Einegroße Geschichte ser Aufgabe. Die RAG stellt sich gemeinsam mit der RAG-Stiftung der Verantwortung, die Wasserhaltung sicher, verlässlich und ohne finanzielle Belastung für den Steuerzahler durchzuführen. Dafür legte das Unternehmen Konzepte für jede einzelne der Bergbauregionen vor. Sie beachten die jeweiligen Besonderheiten vor Ort und planen die Grubenwasserhaltung auf lange Sicht. Denn frühzeitig bedacht, eröffnen sich durch eine vorausschauende Umsetzung der Grubenwasserhaltung ökologische und wirtschaftliche Chancen, die es zu nutzen gilt. Mit langjähriger Erfahrung und weltweit führenlung, der Entwicklung ehemaliger Bergbauflächen, der wirtschaftlichen Nutzung von erfolgreichem Bergbau-Know-how sind dies vor allem die sogenannten Ewigkeitsaufgaben. Die bedeutendste stellt die Grubenwasserhaltung dar. Eine Aufgabe, die bislang schon Hand in Hand geht mit dem aktiven Abbau, da sie die Gruben frei von einsickerndem Wasser hält. Nach dem Ende des Abbaus jedoch müssen Pumpen weiterlaufen, damit das salzhaltige Grubenwasser nicht unkontrolliert ansteigt und etwa Trinkwasservorkommen gefährdet. Ihr Schutz besitzt höchste Priorität bei der Bewältigung dieÜ ber Jahrhunderte hinweg prägte der Bergbau die Steinkohlenreviere an Ruhr, Saar und im Tecklenburger Land. Durch ihn entwickelten sich die Regionen von der Agrar- zur Industriegesellschaft, wuchsen zu bedeutsamen Wirtschaftszentren und formten sich zu Ballungsräumen. 2018 stellen die letzten Bergwerke ihre Kohlenförderung ein – das Ende einer 150jährigen Industriegeschichte. Das bedeutet jedoch nicht, dass die RAG ihre Arbeit einstellt. Auf das Unternehmen kommen auch nach Beendigung des aktiven Steinkohlenbergbaus wichtige Aufgaben zu: Neben der Bergschadensabwick- INHALT INHALT GRUBENWASSERMONITORING MIT HOHEN ANFORDERUNGEN Die RAG überwacht Menge und Qualität des eingeleiteten Grubenwassers und prüft dabei zahlreiche Parameter. Seite 2 NEUE WASSER-WEGE Grubenwasserkonzept der RAG: Wenn die RAG bis 2035 ihre Grubenwasserhaltung umstellt, gilt es viele Faktoren zu beachten und ökologische Chancen zu nutzen. Das oberste Gebot bleibt der Trinkwasserschutz. Seite 3 GRUBENWASSERHALTUNG DER RAG: UMWELTSCHUTZ IM VORDERGRUND Die Reduzierung von Grubenwassereinleitungsstellen, der Bau von Grubenwasserleitungen und die naturnahe Regulierung von Vorflutstörungen verbessern die Lebensqualität. Seite 4 GEOTHERMIE – EIN BEITRAG ZUR NACHHALTIGKEIT Die RAG nutzt Infrastrukturen, Netzwerke und die Erfahrungen ihrer Mitarbeiter, um den regionalen Klimaschutz voranzutreiben. Unter anderem dienen Wasserhaltungsstandorte als Wärmelieferanten. Seite 4 IMPRESSUM RAG Aktiengesellschaft Shamrockring 1, 44623 Herne Vorstand Bernd Tönjes, Vorsitzender Peter Schrimpf, stellv. Vorsitzender Dr. Jürgen-Johann Rupp Vorsitzender des Aufsichtsrates: Dr. Werner Müller Verantwortlich Christof Beike (V.i.S.d.P.), Bereichsleiter Zentralbereich ZV 2.1 Presse/Standortkommunikation Produktmanagement Philipp Jann, Telefon: 0201-804-1579 Objektleitung Christian Leetz, Telefon: 0201-804-2918 Redaktion und Produktion Mona Contzen Druck Druckzentrum Essen GmbH Druckzentrum Hagen GmbH 45128 Essen, Friedrichstr. 34-38 Titelfoto: von Staegmann, WAZ FotoPool EDITORIAL Liebe Leserinnen und Leser, Grubenwassermonitoring mit hohen Anforderungen Die RAG überwacht Menge und Qualität des eingeleiteten dabei zahlreiche Parameter. Ein Mitarbeiter des Zentrallabors nimmt eine Probe an einer Grubenwassereinleitstelle in die Emscher. FOTO: DR. UWE PAPENDORF Ein Mitarbeiter des Zentrallabors nimmt eine Probe an einer Grubenwassereinleitstelle in die Emscher. FOTO: RAG In enger Abstimmung mit Behörden und unter Beachtung verschiedener Richtlinien fördert die RAG Grubenwasser und leitet es in Oberflächengewässer ein. Die Grubenwasserhaltung geschieht auf Grundlage wasserrechtlicher Erlaubnisse, die die Abteilung Genehmigungsverfahren (BGG1) im Servicebereich Standort- und Geodienste bei der Bezirksregierung Arnsberg einholt. Die in der Regel befristeten Genehmigungen beinhalten Vorgaben zur Menge und, falls aus behördlicher Sicht erforderlich, zur Qualität. „Im Auftrag des Zentralbereichs Arbeits-, Gesundheits und Umweltschutz (ZB2) erfolgt vierteljährlich eine Beprobung im Rahmen der Selbstüberwachung. Die unterschiedlichen Erlaubnisse machen dabei verschiedene Vorgaben zu den zu untersuchenden Parametern. Deshalb prüfen wir einen umfassenden Standardparameterkatalog, der zum Teil über den geforderten Umfang hinausgeht. ZB2 informiert die Bergbehörde regelmäßig über die Ergebnisse“, erklärt Markus Roth, Leiter der Abteilung BGG1. Einmal im Jahr führt die Bezirksregierung Arnsberg eine Überprüfung der bergbaulichen Gewässerbenutzungen, die sogenannte Wasserschau, durch. Dabei bekommt die Bergbehörde etwa Einblick in die Betriebstagebücher und fragt Besonderheiten ab. „Im Rahmen von Befahrungen überprüft die Behörde auch einzelne Standorte“, sagt Burkhard Eilert, Mitarbeiter bei BGG1. Die wasserrechtlichen Erlaubnisse enthalten weitere sogenannte Nebenbestimmungen, die zusätzlich zu den Untersuchungen des Grubenwassers durch das Unternehmen zu erfüllen sind. Dazu gehören etwa die Meldung der eingeleiteten Wassermengen, das Führen der Tagebücher durch die Betriebe oder auch die durch ZB2 vorgenommene Benennung eines Betriebsbeauftragten für Gewässerschutz. Guter ökologischer Zustand für Gewässer Eine zusätzliche Überprüfung ergibt sich außerdem aus den bergrechtlichen Betriebsplänen zur Grubenwasserhaltung. Dabei gilt es vor allem, die Stände des Grubenwassers zu überwachen. Außerdem bewerten Fachleute die untertägige Situation des Grubenwassers, wenn sich etwa aufgrund der Stilllegung von Bergwerken die Verhältnisse unter Tage ändern und das Grubenwasser unter Tage anderen Standorten zufließt. Ein weiteres Monitoring führt die RAG aufgrund der Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union durch. Sie fordert in Abhängigkeit von der Einstufung eines Gewässers zum Beispiel das Erreichen eines „guten ökologischen Zustands“ für Oberflächengewässer, den eine Reihe von Kriterien beschreiben. „Durch die Umsetzung der Richtlinie haben sich die Anforderungen noch weiter verschärft. Mit allen Beteiligten stellte das Land NRW Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme auf, die in regelmäßigen Zyklen aktualisiert werden. Zur Überprüfung der Grubenwasserqualität auf die Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie erarbeitete die RAG mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) des Landes NRW einen zu überprüfenden Parameterkatalog“, erklärt Roth. „Die Daten des Monitorings erhebt die RAG bei der Selbstüberwachung. Das LANUV verwendet sie für die Bewertung des Grubenwassereinflusses auf den Zustand von Gewässern. Dies ist mittlerweile ein seit einigen Jahren eingespieltes Verfahren.“ Ls GRUBENWASSER Bei Grubenwasser handelt es sich ursprünglich um Regenwasser, das der Schwerkraft folgend entlang von Gesteinsschichten und Klüften in den Boden sickert. Dabei löst das Regenwasser im Gestein vorhandene Mineralien wie Salze und läuft in das bergmännisch geschaffene Grubengebäude, wo es sich ansammelt. Das in das Grubengebäude fließende Wasser macht ohne regulierenden Eingriff eine Arbeit unter Tage unmöglich. Daher ist es im aktiven Bergbau unerlässlich, dieses Wasser abzufangen und abzupumpen. Der aktive Bergbau betreibt dafür schon immer Grubenwasserhaltung. Nach der Stilllegung eines Bergwerks fließt das Wasser weiterhin in die Grubenräume. Eine Wasserhaltung bleibt also auch nach Abbauende nötig. „Wir prüfen einen umfassenden Standardparameterkatalog, der zum Teil über den geforderten Umfang hinausgeht.“ Markus Roth, Leiter der Abteilung BGG1 Bernd Tönjes. FOTO: RAG weltweit führendem Know-how in Sachen Nachbergbau packen wir bei der RAG die Herausforderung an – denn Wasser bedeutet Leben, Unabhängigkeit und Wohlstand. Seinen Schutz gewährleisten wir durch eine verantwortungsvolle und nachhaltige Bewältigung der Ewigkeitsaufgaben. Ein herzliches Bernd Tönjes Vorsitzender des Vorstands der RAG Aktiengesellschaft sitzt höchste Priorität bei der Bewältigung dieser Aufgabe. Die RAG stellt sich gemeinsam mit der RAG-Stiftung der Verantwortung, die Wasserhaltung sicher, verlässlich und ohne finanzielle Belastung für den Steuerzahler durchzuführen. Dafür legte das Unternehmen Konzepte für jede einzelne der Bergbauregionen vor. Sie beachten die jeweiligen Besonderheiten vor Ort und planen die Grubenwasserhaltung auf lange Sicht. Denn frühzeitig bedacht, eröffnen sich durch eine vorausschauende Umsetzung der Grubenwasserhaltung ökologische und wirtschaftliche Chancen, die es zu nutzen gilt. Mit langjähriger Erfahrung und schadensabwicklung, der Entwicklung ehemaliger Bergbauflächen, der wirtschaftlichen Nutzung von erfolgreichem Bergbau-Knowhow sind dies vor allem die sogenannten Ewigkeitsaufgaben. Die bedeutendste stellt die Grubenwasserhaltung dar. Eine Aufgabe, die bislang schon Hand in Hand geht mit dem aktiven Abbau, da sie die Gruben frei von einsickerndem Wasser hält. Nach dem Ende des Abbaus jedoch müssen die Pumpen weiterlaufen, damit das salzhaltige Grubenwasser nicht unkontrolliert ansteigt und nicht mit den Trinkwasservorkommen in Berührung kommt. Der Schutz des Trinkwassers beÜ ber Jahrhunderte hinweg prägte der Bergbau die Steinkohlenreviere in NRW und im Saarland. Durch ihn entwickelten sich die Regionen von der Agrar- zur Industriegesellschaft, wuchsen zu bedeutsamen Wirtschaftszentren und formten sich zu Ballungsräumen. Ende 2018 stellen die letzten Bergwerke ihre Kohlenförderung in NRW ein – damit wird auch eine 150jährige Industriegeschichte abgeschlossen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die RAG ihre Arbeit einstellt. Auf das Unternehmen kommen auch nach Beendigung des aktiven Steinkohlenbergbaus wichtige Aufgaben zu: Neben der Berg- GRUBENWASSERMONITORING MIT HOHEN ANFORDERUNGEN Die RAG überwacht Menge und Qualität des eingeleiteten Grubenwassers und prüft dabei zahlreiche Parameter. Seite 2 NEUE WASSER-WEGE Grubenwasserkonzept der RAG: Wenn die RAG bis 2035 ihre Grubenwasserhaltung umstellt, gilt es viele Faktoren zu beachten und ökologische Chancen zu nutzen. Das oberste Gebot bleibt der Trinkwasserschutz. Seite 3 GRUBENWASSERHALTUNG DER RAG: UMWELTSCHUTZ IM VORDERGRUND Die Reduzierung von Grubenwassereinleitungsstellen, der Bau von Grubenwasserleitungen und die naturnahe Regulierung von Vorflutstörungen verbessern die Lebensqualität. Seite 4 GEOTHERMIE – EIN BEITRAG ZUR NACHHALTIGKEIT Die RAG nutzt Infrastrukturen, Netzwerke und die Erfahrungen ihrer Mitarbeiter, um den regionalen Klimaschutz voranzutreiben. Unter anderem dienen Wasserhaltungsstandorte als Wärmelieferanten. Seite 4 IMPRESSUM RAG Aktiengesellschaft Shamrockring 1, 44623 Herne Vorstand Bernd Tönjes, Vorsitzender Peter Schrimpf, stellv. Vorsitzender Dr. Jürgen-Johann Rupp Vorsitzender des Aufsichtsrates: Dr. Werner Müller Verantwortlich Christof Beike (V.i.S.d.P.), Bereichsleiter ZV 2.1 Presse/Standortkommunikation Produktmanagement Philipp Jann, Telefon: 0201-804-1579 Objektleitung Christian Leetz, Telefon: 0201-804-2918 Redaktion und Produktion Mona Contzen Druck Druckzentrum Essen GmbH Druckzentrum Hagen GmbH 45128 Essen, Friedrichstr. 34-38 Titelfoto: Dietmar Klingenburg, RAG EDITORIAL Liebe Leserinnen und Leser, Grubenwassermonitoring Die RAG überwacht Menge und Qualität des eingeleiteten Grubenwassers und prüft dabei zahlreiche Parameter. In enger Abstimmung mit Behörden und unter Beachtung verschiedener Richtlinien fördert die RAG Grubenwasser und leitet es in Oberflächengewässer ein. Die Grubenwasserhaltung geschieht auf Grundlage wasserrechtlicher Erlaubnisse, die die RAG bei der Bezirksregierung Arnsberg einholt. Die in der Regel befristeten Genehmigungen beinhalten Vorgaben zur Menge und, falls aus behördlicher Sicht erforderlich, zur Qualität. „RAG beprobt vierteljährlich im Rahmen der Selbstüberwachung. Die unterschiedlichen Erlaubnisse machen dabei verschiedene Vorgaben zu den zu untersuchenden Parametern. Deshalb prüft RAG einen umfassenden Katalog, der zum Teil über den geforderten Umfang hinausgeht. Die RAG informiert die Bergbehörde regelmäßig über die Ergebnisse“, erklärt RAGMitarbeiter Markus Roth. Einmal im Jahr führt die Bezirksregierung Arnsberg eine Überprüfung der bergbaulichen Gewässerbenutzungen, die sogenannte Wasserschau, durch. Dabei bekommt die Bergbehörde etwa Einblick in die Betriebstagebücher und fragt Besonderheiten ab. „Im Rahmen von Befahrungen überprüft die Behörde auch einzelne Standorte“, sagt Markus Roth. Die wasserrechtlichen Erlaubnisse enthalten weitere sogenannte Nebenbestimmungen, die zusätzlich zu den Untersuchungen des Grubenwassers durch das Unternehmen zu erfüllen sind. Dazu gehören etwa die Meldung der eingeleiteten Wassermengen, das Führen der Tagebücher durch die Betriebe oder auch die Benennung eines Betriebsbeauftragten für Gewässerschutz. Eine zusätzliche Überprüfung ergibt sich außerdem aus den bergrechtlichen Betriebsplänen zur Grubenwasserhaltung. Dabei gilt es vor allem, die Stände des Grubenwassers zu überwachen. Außerdem bewerten Fachleute die untertägige Situation des Grubenwassers, wenn sich etwa aufgrund der Stilllegung von Bergwerken die Verhältnisse unter Tage ändern und das Grubenwasser unter Tage anderen Standorten zufließt. Guter ökologischer Zustand für Oberflächengewässer Ein weiteres Monitoring führt die RAG aufgrund der Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union durch. Sie fordert in Abhängigkeit von der Einstufung eines Gewässers zum Beispiel das Erreichen eines „guten ökologischen Zustands“ für Oberflächengewässer, den eine Reihe von Kriterien beschreiben. „Durch die Umsetzung der Richtlinie haben sich die Anforderungen noch weiter verschärft. Mit allen Beteiligten stellte das Land NRW Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme auf, die in regelmäßigen Zyklen aktualisiert werden. Zur Überprüfung der Grubenwasserqualität auf die Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie erarbeitete die RAG mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) des Landes Nordrhein-Westfalen einen zu überprüfenden Parameterkatalog“, erläutert Markus Roth. „Die Daten des Monitorings erhebt die RAG bei der Selbstüberwachung. Das LANUV verwendet sie für die Bewertung des Grubenwassereinflusses auf den Zustand von Gewässern. Dies ist mittlerweile ein seit einigen Jahren eingespieltes Verfahren.“ GRUBENWASSER Bei Grubenwasser handelt es sich ursprünglich um Regenwasser, das der Schwerkraft folgend – im Ruhrgebiet von Süden kommend – entlang von Gesteinsschichten und Klüften in den Boden sickert. Dabei löst das Regenwasser im Gestein vorhandene Mineralien wie Salze und läuft in das bergmännisch geschaffene Grubengebäude, wo es sich ansammelt. Das in das Grubengebäude fließende Wasser macht ohne regulierenden Eingriff eine Arbeit unter Tage unmöglich. Daher ist es im aktiven Bergbau unerlässlich, dieses Wasser abzufangen und abzupumpen. Der aktive Bergbau betreibt dafür schon immer Grubenwasserhaltung. Nach der Stilllegung eines Bergwerks fließt das Wasser weiterhin in die Grubenräume. Eine Wasserhaltung bleibt also auch nach Abbauende nötig. „Wir prüfen einen umfassenden Katalog, der zum Teil über den geforderten Umfang hinausgeht.“ Markus Roth, RAG-Mitarbeiter Tönjes FOTO: RAG


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