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Montag, 06. Oktober 2014 Glück auf. Fläche. // Seite 7 Auf dem Dach ihrer Zentrale siedelte die RAG Montan Immobilien Bienenvölker an. FOTO: RAG MONTAN IMMOBILIEN Biomassepark Hugo Von der Kurzumtriebsplantage bis hin zum Naherholungspark Auf dem Standort des ehemaligen Bergwerks Hugo 2/5/8 in Gelsenkirchen-Buer entwickelt die RAG Montan Immobilien den Biomassepark Hugo. Dabei handelt es sich um die erste großflächige Kurzumtriebsplantage in einem europäischen Ballungsraum. Auf einer Fläche von 22 Hektar entsteht eine Parkanlage mit schnell wachsenden Gehölzen. Die Umsetzung der Maßnahme erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen RAG, RAG Montan Immobilien, der Stadt Gelsenkirchen, dem Umweltministerium NRW und dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW. Die „Plattform Urbane Waldnutzung“ und die Ruhr-Universität Bochum übernehmen die wissenschaftliche Begleitung der Maßnahme. Der Biomassepark verfolgt unterschiedliche Ziele. Einerseits dient er der Umsetzung der Strategie „Biomasse. 2020.NRW”, wo es darum geht, den erneuerbaren Energieträger nachhaltig im Bundesland auszubauen und zugleich den Anspruch an Umwelt- und Naturschutz sicherzustellen. Gleichzeitig stellt er einen neuen Typ von Grünfläche im öffentlichen Raum dar, der für Projekte der Umweltbildung und für Freizeit- und Erholungsnutzung offensteht. Biomasse umfasst im Allgemeinen alle Stoffe, die organischer Herkunft sind, und besitzt ein beachtliches Energiepotenzial: Nachwachsende Rohstoffe wie Ackerfrüchte und schnell wachsende Baumarten, aber auch organische Reststoffe wie Laub, Dung und Hausmüll bauen durch den Prozess der Fotosynthese aus dem Kohlendioxid in der Luft, im Wasser und im Boden ihre Struktur auf. Kurzum, in Biomasse steckt die geballte Energie der Sonne. Biomasse – ein ganzer Haufen Energie Um den Rohstoff als Energieträger zu nutzen, braucht es dann zusätzliche Technologien. Das herkömmliche Verfahren ist die CO2-neutrale Verbrennung, beispielsweise von Holz und Holzabfällen. Biomasse zur Wärme- und Stromgewinnung bietet viele Vorteile: Sie steht rund um die Uhr zur Verfügung und ist nicht abhängig von Jahreszeiten und Wettereinflüssen. Vor allem aber ist ihr Bestand nahezu unerschöpflich. Die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe e.V. geht davon aus, dass Biomasse im Jahr 2050 rund 23 Prozent des Primärenergiebedarfs in Deutschland abdeckt. Rund 130 Jahre versorgten das Bergwerk Hugo und seine späteren Verbundbergwerke Haushalte und Industrie mit Steinkohle – der nötigen Energie, die es für eine moderne Infrastruktur brauchte. Im Jahr 2000 stellte das Verbundbergwerk Ewald- Hugo seine Förderung ein. Das ehemalige Zechengelände nun nachhaltig zu nutzen, bedeutet gestaltende Verantwortung für die nachfolgenden Generationen. Die Erzeugung von Biomasse kann entscheidend dazu beitragen. Der Biomassepark Hugo leistet einen Beitrag zur Bereicherung der Stadtlandschaft und zur Energiewende. Darüber hinaus stellt er eine effiziente Form der Energiespeicherung dar, die gleichzeitig Gestaltungsspielräume lässt. Grundsätzliche Herausforderungen bei der Anlage von Umtriebsplantagen liegen in der Flächeninanspruchnahme zu Lasten der Nahrungsmittelproduktion. Als größter Flächeneigentümer im Ruhrgebiet stellt die RAG ehemalige Bergwerksflächen bereit, um landwirtschaftliche Nutzflächen zu schonen. Im Fall des Standorts Hugo genehmigten die verantwortlichen Behörden die landwirtschaftliche Folgenutzung. Auch die Stadt Gelsenkirchen befürwortet das Projekt. Nun gilt es, Pappeln und Weiden zu pflanzen, im Kurzumtrieb zu beernten und sie zu Hackschnitzeln zu verarbeiten. Auch ein „Brennholzwald“ mit schnell wachsenden japanischen Birken soll auf dem ehemaligen Zechenareal entstehen, um die Anwohner der Biomasseplantage in dieses neue Nutzungskonzept einzubinden und eine Monokultur innerhalb des Parks zu vermeiden. Der Brennholzwald soll der benachbarten Bevölkerung nicht nur dazu dienen, ihren Brennholzbedarf zu decken, sondern auch dazu beitragen, sich mit der neuen Nutzung der ehemaligen Schachtanlage Hugo 2/5/8 zu identifizieren. Die Umgestaltung des ehemaligen Bergwerksgeländes Hugo soll voraussichtlich im Jahr 2015 abgeschlossen sein. Im Fokus steht, die ehemals bergbaulich genutzte Fläche räumlich und sozial wieder in das städtische Umfeld von Gelsenkirchen einzubinden. Der Biomassepark soll als öffentlicher Raum gestaltet werden, der auch Maßnahmen der Energie- und Umweltbildung offensteht. Die Kooperationspartner planen, den Park mit öffentlichen Wegen zu durchziehen. Dazu soll die ehemalige Zechenstraße als Rückgrat und als Verbindung in den Stadtteil Buer dienen. Zwei Nord-Süd-Wege sollen die Rungenberghalde anbinden und den Biomassepark in drei Teilbereiche gliedern. Während ein Radweg auf der brachliegenden Industriebahntrasse ins Zentrum des Parks führen soll, erhalten Besucher von der Halde künftig einen Überblick über das Gelände. Der östliche Bereich soll als „Landschaftslabor“ gestaltet werden und mit einem Platz im Umfeld des alten Förderturmes Schacht 2 einen Anlaufpunkt erhalten. Den Platz sollen eine Versuchsfläche für Energiegehölze und eine Weidenplantage umgeben, auf der Kinder selber schneiden, ernten und spielen können. Bienen in der Stadt Ganzheitlich denken, Erträge ernten: „Gold“-Honig vom ehemaligen Montanstandort Vier eigene Bienenstöcke auf dem Dach der RAG Montan Immobilien – das ist erst der Anfang. In Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund (NABU) verfolgt die RAG das Ziel, den Lebensraum „Stadt“ wieder zu einem begehrten Lebensraum für Bienen zu machen. Neben dem eigenen aktiven Artenschutz und der Ansiedlung von Bienen auf geeigneten innerstädtischen Flächen zählt vor allem die Vernetzung regional gleichgesinnter Verbände und Vereine zu den Zielen des Projekts. Ein ganzheitlicher Gedanke, der sowohl Umweltbewusstsein als auch den Aspekt der gesellschaftlichen Mobilisierung umfasst. Der Ertrag: Bienen in der Stadt und Honig für die Region. Nachhaltiger Lebensraum für Mensch und Tier Nun gehen die Kooperationspartner eine nächste Herausforderung an: Ihr Folgeprojekt „Bienennetzwerk Ruhrgebiet“ soll Umwelt- und Naturschutzverbände sowie Imkervereine und Flächeneigentümer zusammenbringen, um den Austausch zu fördern und um Pollen und Nektar sammelnde Insekten zu unterstützen – immer mit dem Ziel vor Augen, Aufklärungsarbeit zu leisten und zum Mitmachen anzuregen. Um ausgewählte Imker zu unterstützen, will die RAG Montan Immobilien ihnen die Möglichkeit bieten, ihre Bienenstöcke auf geeigneten Flächen des Unternehmens zu errichten. Verwurzelt in den Bergbauregionen leistet die RAG mit zahlreichen umweltrelevanten Tätigkeiten einen Beitrag zum Strukturwandel. Dazu zählt unter anderem auch die Aktion „Bienen in der Stadt“. Auf dem Dach ihres neuen Unternehmenssitzes auf dem Welterbe Zollverein siedelte die Konzerntochter RAG Montan Immobilien gemeinsam mit dem Naturschutzbund (NABU) vier Völker der sanftmütigen „Carnica”-Bienen an, um einen Beitrag zum aktiven Artenschutz zu leisten und dem Bienensterben in der industriell geprägten Region entgegenzuwirken. Das Projekt knüpft an die sogenannte „urban gardening“ Bewegung aus New York, London und Wien an, wo es darum geht, Gärten in öffentlichen Stadtgebieten entstehen zu lassen. Eine neue Heimat für die Bienenvölker Die Honigbiene zählt zu den bedeutendsten Nutztieren in Deutschland, denn von ihrer Arbeit profitiert die gesamte Nahrungskette. Gäbe es keine Bienen, müssten die Menschen bald auf Obst und Gemüse verzichten, denn die arbeitsamen Insekten decken 80 Prozent der erforderlichen Bestäubung ab. Doch viele Einflüsse bedrohen die heimischen Bienenvölker: Milben, Viren, Pestizide, veränderte Lebensbedingungen und auch der Mensch. Nach Angaben des Naturschutzbundes (NABU) sterben jährlich in Europa rund ein Drittel aller Bienenvölker. Im Ruhrgebiet können industriell vorgenutzte Flächen dazu dienen, den Bienenvölkern eine neue Heimat zu geben. Denn ob Löwenzahn, Weide oder Hamamelis – durch die verschiedenartige Vegetation und die vergleichsweise ungestörte und unverbaute Lage im Stadtgefüge stellen ehemalige Montanstandorte häufig die erste Wahl für verschiedene Bienenarten dar, nicht nur für die Honigbiene. Wie das funktionieren kann, zeigt das Beispiel der Bienenansiedlung auf dem Dach des Unternehmenssitzes der RAG Montan Immobilien. Dort herrscht emsiges Treiben: In den vier Bienenstöcken „Mont Cenis“, „Barbara“, „Ewald“ und „Zollverein“ tummeln sich rund 250.000 Bienen. Über eine Webcam lässt sich ihre Arbeit verfolgen. Mit dem Engagement in den beiden Projekten „Bienen in der Stadt“ und „Bienennetzwerk Ruhrgebiet“ will das Unternehmen das Bewusstsein für die Bedeutung von Bienen in städtischen Lebensräumen schärfen. Und der Erfolg spricht für sich: An guten Tagen legen die Bienen bis zu 2000 Eier und produzieren fleißig Honig. Im Jahr 2014 fuhr die RAG Montan Immobilien eine rund 110 Kilogramm schwere Honigernte ein – der Deutsche Imkerbund bestätigte die Spitzenqualität des „Honigs vom Welterbe“ mit einer Goldurkunde. KLIMAMETROPOLE RUHR Die klimametropole RUHR 2022 hat zum Ziel, den Wandel der Metropole Ruhr hin zu einer regenerativen Energie-Region anhand zahlreicher Initiativen und Projekte aufzuzeigen. Sie stellt ein Dekadenprojekt innerhalb der KlimaExpo.NRW dar, deren Auftrag darin besteht, die Energiewende im Rahmen der von NRW festgelegten Klimaschutzziele umzusetzen. Die RAG beteiligt sich mit Projekten an der klimametropole RUHR 2022, die ein Miteinander aus Ökologie, Ökonomie und Sozialem demonstrieren. Vier davon, die zum Thema „Fläche“ gehören, stellen wir Ihnen hier vor. Die KlimaExpo.NRW ist eine Initiative der Landesregierung Nordrhein-Westfalen. Das Ziel: die Energiewende im Rahmen festgelegter Klimaschutzziele umzusetzen, zu denen sich NRW als erste europäische Region per Gesetz verpflichtet hat. Die KlimaExpo.NRW fungiert dabei als Schnittstelle, an der sich das technologische und wirtschaftliche Potenzial NRWs zu einem Wissenspool vereint. Ein Ideenlabor, das erfolgreiche Projekte aus den Handlungsfeldern Klima, Energie, Wasser, Mobilität, Technologie, Stadtentwicklung, Wissen und Kultur für die Öffentlichkeit erfahrbar macht – durchgehend bis 2022. Die klimametropole RUHR 2022 ist regionaler Partner der Klima- Expo.NRW. Ein Dekadenprojekt, das am Beispiel konkreter Initiativen und Projekte den Wandel der Metropole Ruhr hin zu einer regenerativen Energie-Region verdeutlicht – immer mit dem Ziel vor Augen, das intelligente Miteinander aus Ökologie, Ökonomie und Sozialem als Motor für die Entwicklung der industriell geprägten Region aufzuzeigen. Zu dem Prozess gehören ebenso die aktive Vernetzung regionaler Partner sowie der Austausch wertvollen Wissens. Darüber hinaus agiert das Dekadenprojekt als Kommunikationsinstrument, das wichtige, gesellschaftliche Aufklärungsarbeit leistet und der Öffentlichkeit einen sowohl transparenten als auch erlebbaren Zugang zu den nachhaltigen Aktivitäten der Region ermöglicht. Projekte für die Region Die RAG als eines der am stärksten vom Wandel gekennzeichneten Unternehmen beteiligt sich an der klimametropole RUHR 2022 mit Projekten, die ein intelligentes Miteinander aus Ökologie, Ökonomie und sozialen Innovationen demonstrieren. Die breit gefächerten Wirkungsbereiche der Projekte stehen beispielhaft für das zukunftsorientierte Gesamtkonzept des RAG-Konzerns. Basierend auf technologischem Fortschritt, wirtschaftlichem Sachverstand und gesellschaftlichem Verantwortungsbewusstsein skizzieren sie im Rahmen der klimametropole RUHR 2022 das Themen- und Handlungsterrain des Konzerns, das es bei der Entwicklung von Lösungen für die Nachbergbauzeit abzudecken gilt. Die wohl bedeutendste Energiequelle, von der die RAG dabei Wissen schöpft, ist der Kohlebergbau. Technisches Know-how und das Bewusstsein für die Menschen sind die wertvollsten Rohstoffe, die über 150 Jahre Bergbaubetrieb ans Tageslicht befördert haben und der Region auch nach 2018 erhalten bleiben. Freiraum und Energielieferant: Biomassepark Hugo. FOTO: DIETMAR KLINGENBURG


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