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  • Mit dem Bergbau
    endet nicht die Verantwortung

    Im Jahr 2018 geht nach mehr als 200 Jahren der industrielle Steinkohlenbergbau in Deutschland zu Ende. Die RAG sieht sich in der Pflicht, für das Erbe des Bergbaus nachhaltige Lösungen zu finden, die langfristig bestehen.

    Es geht darum, Werte für die nachfolgenden Generationen zu erhalten und zugleich die Verantwortung für die Folgen des Bergbaus in den Regionen zu übernehmen. Dazu gehört, mit den ökologischen Auswirkungen umzugehen, finanzielle Mittel sorgsam einzusetzen, eine vorbildliche Sozialpartnerschaft zu leben und das kulturelle Bergbauerbe in die Zukunft zu tragen. So entstehen Lebensqualität und Perspektiven für morgen.

    Wie die RAG mit den Bergbaufolgen umgeht, legte sie in ihrer  Nachhaltigkeitsstrategie fest. Diese widmet sich zahlreichen Handlungsfeldern – vom sozialverträglichen Personalanpassungsprozess über den Umgang mit Bergschäden bis hin zum Wasser- und Flächenmanagement. Sie stellt sicher, dass sowohl die Auswirkungen der bis zum Jahr 2018 laufenden Produktion als auch die mit dem Rückzug aus dem aktiven Bergbau einhergehenden Maßnahmen von einem engmaschigen Monitoring und vielfältigen Aktivitäten begleitet werden.

    Strategie auf drei Ebenen

    Die RAG bündelt ihre Nachhaltigkeitsstrategie thematisch in drei Schwerpunkten: Nachbergbau, Mitarbeiter und Unternehmen sowie Kultur und Soziales. Nachbergbau fasst die Folgearbeiten des Bergbaus zusammen, also die Altlasten- und die Ewigkeitsaufgaben. Zur Verantwortung für Mitarbeiter und Unternehmen gehört, weiterhin eine vorbildliche Sozialpartnerschaft zu leben und mit finanziellen Mitteln sorgsam umzugehen. Kultur und Soziales widmet sich unter anderem der Pflege der Bergbaukultur, die Regionen über Generationen hinweg prägte.

    1. Nachbergbau

    Verantwortung übernimmt die RAG auch nach dem Jahr 2018 für bergbauliche Altlasten wie Bergschäden oder alte Schächte und oberflächennahen Bergbau, sofern sie dem Bergwerkseigentum der RAG zuzurechnen sind. Dazu zählt auch, dass die RAG langfristige Nutzungskonzepte für ehemalige Bergbauflächen und -gebäude entwickelt und so einen wichtigen Beitrag zum regionalen Strukturwandel in den Revieren leistet. Nachbergbauliche Verantwortung besteht für den Konzern zudem in allen Fragen der Ewigkeitsaufgaben. Dazu gehören die Grubenwasserhaltung, die Grundwasserreinigung an einigen ehemaligen Kokereistandorten sowie Poldermaßnahmen in übertägigen Bergsenkungsarealen. All das gilt es in Einklang mit den Umweltanforderungen umzusetzen.

    2. Mitarbeiter und Unternehmen

    Eine der größten Herausforderungen stellt der sozialverträgliche Personalabbau dar. RAG und Mitbestimmung stellen gemeinsam sicher, dass möglichst kein Beschäftigter ins Bergfreie fällt. Die vertrauensvolle Sozialpartnerschaft, die gelebte Praxis ist, bildet hierfür das wichtigste Fundament. Das Ziel der RAG lautet, die Kompetenz und Erfahrung ihrer Mitarbeiter auch über das Jahr 2018 hinaus zu sichern. Dazu verfügt das Unternehmen im Rahmen des Wissensmanagements über strukturierte Know-how-Transfers und diverse Weiterbildungskonzepte. Zudem gilt es, die zukünftigen Führungskräfte fit für die Aufgaben von morgen zu machen. So stellt das Unternehmen sicher, dass das benötigte Know-how auch für die Nachbergbauzeit gewährleistet ist. Um Effizienz zu steigern, Prozesse zu verbessern und Transparenz sicherzustellen sind diverse Managementsysteme implementiert.

    3. Kultur und Soziales

    Der Bergbau hat die Identität und Kultur der kohlenfördernden Regionen maßgeblich geprägt. Dieses Erbe wird gemeinsam mit der RAG-Stiftung und zahlreichen Partnern in die Zukunft getragen und nachfolgenden Generationen zugänglich gemacht. Dabei spielen kulturelle Einrichtungen wie das Bergbau-Museum in Bochum oder die Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets eine wichtige Rolle. Um vorhandenes Know-how weiterzuentwickeln, arbeitet die RAG eng mit Bildungseinrichtungen und wissenschaftlichen Forschungs- und Lehrinstituten zusammen. Außerdem gilt es, die Werte und Traditionen der Bergleute weiterleben zu lassen.

    Transparente Kommunikation mit internen und externen Stakeholdern

    Die RAG verfolgt einen konsequenten Ansatz der Offenheit und Transparenz. Hierzu wird beispielsweise ein Compliance Management System (CMS) betrieben, das einen für alle Mitarbeiter geltenden Verhaltenskodex und eine Richtlinie zu Sanktionen bei Verstößen umfasst. Ziel ist es, sicherzustellen, dass sich das Unternehmen und seine Mitarbeiter gesetzes- und regelkonform verhalten und damit Risiken vom Unternehmen abgewendet werden. Eine kontinuierliche Kommunikation stellt sicher, dass die Mitarbeiter regelmäßig über Compliance-Themen informiert werden und darüber hinaus Schulungen durchlaufen. Hierfür setzt die RAG auf bewährte interne Medien.

    Außerdem legt die RAG großen Wert auf den Austausch und die Zusammenarbeit mit ihren Anspruchsgruppen und der Öffentlichkeit. Im offenen Dialog werden Herausforderungen des Nachbergbaus und mögliche Lösungen erörtert und diskutiert. Welche Aspekte des unternehmerischen Handelns für die jeweiligen Stakeholder von Bedeutung sind, ergab sich aus mehr als 50 strukturierten Gesprächen, die seit dem Jahr 2014 mit Anwohnern und Kunden, Gewerkschaften und Behörden sowie mit Politik, Wissenschaft und Verbänden geführt wurden. Daraus wurden die wichtigsten Themen identifiziert, bewertet und in zehn Handlungsfelder für nachhaltiges Handeln überführt.

    Die folgenden zehn Handlungsfelder, an denen die RAG aus Sicht ihrer externen Stakeholder gemessen wird, bilden die Basis für das Projekt „Berichterstattung zur Nachhaltigkeit“:

    - Schutz der Umwelt
    - Dialog, Transparenz und Compliance
    - Vorbildliche Sozialpartnerschaft
    - Altbergbau, Bergschäden, Bergbaufolgen
    - Flächenmanagement
    - Arbeitsschutz, Grubensicherheit
    - Verantwortungsvolles Finanzmanagement
    - Bergbauerbe und -kultur
    - Wissensmanagement
    - Identität nach 2018

    Materialitätsmatrix

    *Wahrnehmungsziel 2025
    „So wie die RAG seit Jahren die Folgen ihrer aktiven Bergbautätigkeit managt und ihre Kompetenz einsetzt, um den Wandel der jahrzehntelang vom Bergbau geprägten Regionen an Ruhr, Saar und in Ibbenbüren voranzutreiben, ist es weltweit beispielhaft. Sie eröffnet den Regionen weiterhin Perspektiven. Sie geht verantwortungsvoll mit den finanziellen Mitteln und der Umwelt um. Sie schafft Nutzen für die Menschen und die Regionen. Das kulturelle Erbe aus der Bergbauära lebt weiter. Das ist nachhaltig.“

    Wesentlichkeitsprozess