Letzter Walzenlader für den deutschen Steinkohlenbergbau

Die Eickhoff Bergbautechnik GmbH übergibt letzte Gewinnungsmaschine an die RAG.

Unter dem Motto „Danke an die Deutsche Steinkohle für 153 Jahre Verbundenheit“ übergab die Bochumer Eickhoff Bergbautechnik GmbH am Donnerstag, 13. Juli, den letzten Walzenlader für den deutschen Steinkohlenbergbau an die RAG Aktiengesellschaft. Die Hochleistungsmaschinen des Bochumer Herstellers laufen seit der Mechanisierung des untertägigen Steinkohlebergbaus zu Beginn des letzten Jahrhunderts in den deutschen Bergwerken.

Die jahrzehntelange enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen RAG und Eickhoff brachte diese zuverlässige, weil ausgereifte Maschinentechnik hervor. Inzwischen sind Walzenlader im Allgemeinen bewährter Standard aller Hochleistungsstrebe der großen Kohleregionen weltweit. Im Speziellen genießen die Eickhoff Walzenlader global einen hervorragenden Ruf in Bezug auf Sicherheit und Verlässlichkeit. „ Mit dem Know-how, das wir mit der RAG entwickelt haben, sind wir im internationalen Markt gut aufgestellt“, erklärte Dr. Ralf Wittor, Geschäftsführer der Eickhoff Gruppe. 

Diese letzte Gewinnungsmaschine wurde in den vergangenen Wochen gewartet und instandgesetzt und von Mitarbeitern der RAG und Eickhoff gemeinsam für den Testbetrieb aufgebaut. „Für den Einsatz der Maschinen haben wir immer gleichermaßen Handwerker, Techniker und Ingenieure gebraucht. Und wenn die Mitarbeiter der RAG eine Idee hatten, sind wir damit bei Eickhoff immer auf offene Ohren gestoßen“, sagt Elmar Wiejack-Symann, Betriebsdirektor Dienstleistungen im Servicebereich Technik- und Logistikdienste. 

Zum Einsatz kommt der Walzenlader auf dem Bergwerk Prosper-Haniel, wo er bis Ende des Jahres 2018 Kohlen fördert. Werksleiter Jürgen Kroker kennt die Maschine gut: „Ich möchte unterstreichen, dass diese Maschine mit ihren Sensoren und ihrer Technik auch die ‚intelligenteste‘ Maschine ist, die wir einsetzen. Sie ist bei den Bergleuten zudem aufgrund ihrer Zuverlässigkeit und Betriebssicherheit überaus beliebt. Bisher haben wir mit diesem Walzenlader vom Typ SL 750 mehr als 12 Millionen Tonnen verwertbare Förderung gewonnen.“

Der gelbe Gigant wiegt mit einem Gesamtgewicht von 96 Tonnen so viel wie 50 Mittelklassewagen, kann ein Flöz mit einer Höhe von zwei Stockwerken (5 Metern) abtragen und besitzt eine installierte Gesamtleistung von 1.534 Kilowatt. Damit ist er in der Lage, täglich 40.000 Tonnen Steinkohle aus dem Berg zu schneiden und zu laden. Die moderne High-Tech-Ausstattung eines solchen Gewinnungsgeräts garantiert einen sicheren Betrieb im Abbau, eine möglichst geringe Belastung der Mitarbeiter und eine Produktionssteigerung unter Vermeidung von ungewolltem Mitschnitt von Nebengestein. Solche Technik besteht unter anderem aus Radarsensoren zur Kollisionsvermeidung und zur Bestimmung des tatsächlich geschnittenen Profils, Schwingungssensoren und komplexer Analysesoftware für Zustandsdiagnosen und bedarfsgerechte Wartungsarbeiten, Vibrationsüberwachung für die Grenzschichterkennung zwischen Kohle und Nebengestein, Spezialkameras für die Steuerung und Überwachung aus sicherer Entfernung und vom Bediener frei zu wählende Automatik-Modi. 

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